Handball-Bundesliga

Stadt Solingen will die Bergische Arena bauen

Tim Kurzbach (r.) und Uwe Schneidewind (l., mit BHC-Pressesprecher Thorsten Hesse) präsentierten die Arena als bergische Lösung. Foto: Christian Beier
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Tim Kurzbach (r.) und Uwe Schneidewind (l., mit BHC-Pressesprecher Thorsten Hesse) präsentierten die Arena als bergische Lösung.

Solingen/Wuppertal. Der Handball-Bundesligist Bergischer HC soll seine Heimat in der Klingenstadt haben.

Von Thomas Rademacher und Jürgen König

Ende März 2014 präsentierte der Bergische HC eine Markt- und Bedarfsanalyse zur Vision einer Arena Bergisch Land. Dies geschah seinerzeit im Haus Müngsten, wo an diesem Mittwochmorgen erneut Vertreter des Handball-Bundesligisten sowie die Oberbürgermeister der Städte Solingen und Wuppertal, Tim Kurzbach (SPD) und Uwe Schneidewind (Die Grünen), zugegen waren. Das Thema: eine Arena Bergisch Land.

Der Ort: Schneidewind und Kurzbach verständigten sich gemeinsam auf den den Standort in Solingen – konkret auf das städtische Gelände, wo derzeit die Klingenhalle steht. Beide Städte hatten Gutachten für ihre favorisierten Örtlichkeiten in Auftrag gegeben. Der Wuppertaler Wicküler Park schied letztlich aus. „Optimistisch betrachtet, wäre eine neue Halle dort mit einer schwarzen Null zu betreiben, aber die Investitionskosten sind nicht zu erwirtschaften“, begründete Schneidewind.

„Realistisch ist es, im Jahr 2023 mit dem Bau zu beginnen.“

Tim Kurzbach (SPD), Solinger OB

Am Weyersberg ist die Situation eine andere. Die Klingenhalle muss zur Erhaltung nahezu komplett saniert werden. Kurzbach bezifferte die Kosten auf etwa 20 Millionen Euro. „Es ist wesentlich sinnvoller, in die Zukunft zu investieren als die alte Halle zu sanieren“, sagte der 43-Jährige. „Mein Ziel ist es, dass der Rat der Stadt Solingen noch in diesem Jahr sein klares Bekenntnis zum Bau der neuen Arena aussprechen soll – auf Grundlage von genauen Daten und Fakten.“

Der Neubau: Dass ein Neubau nötig ist, legte Kurzbach folgendermaßen dar: Das Gutachten habe ergeben, dass eine moderne Arena langfristig sogar kostengünstiger zu betreiben sei als die alte Klingenhalle. Natürlich sei der Betrieb des Neubaus nicht ohne Risiken, aber: „Als Städte und Region müssen wir uns auch zum Spitzensport bekennen. Er sollte für uns genauso notwendig in der Finanzierung sein wie viele andere Dinge, die das Leben in dieser Region ebenso lebenswert machen.“ Damit der Bergische HC langfristig in der Bundesliga spielen kann, sei eine Verbesserung der Rahmenbedingungen obligatorisch. „Machen wir uns nichts vor: Wenn wir die Rahmenbedingungen nicht schaffen, wird es den Bundesliga-Handball hier nicht mehr lange geben.“

„Das ist jetzt die Option für den Spitzensport.“

Tim Kurzbach will den BHC unbedingt in der Region halten

Die Kosten: Ein konkretes Investitionsvolumen nannte Kurzbach nicht, sagte aber, dass sich dieses an den Wuppertaler Zahlen orientiere. Uwe Schneidewind hatte vorher von bis zu 40 Millionen Euro gesprochen. Bezahlt werden soll die Arena aus öffentlicher Hand. BHC-Geschäftsführer Jörg Föste hatte es kürzlich so formuliert: „Letztlich handelt es sich um eine historische Chance“. Denn dass die Stadt investieren muss, ist unstrittig. Die Frage ist nur, ob sie Geld in eine alte, marode Halle oder in einen modernen, etwa 5000 Zuschauer fassenden Neubau steckt. „Meine Vorstellung ist, dass das Klingenbad erhalten bleibt und auf dem Gelände eine neue Sportstätte errichtet wird“, erläuterte Kurzbach. „In der Klingenhalle könnte auch nach einer Sanierung langfristig nur noch Schul- und normaler Vereinssport stattfinden. Die Anforderungen an die Spielstätten in der Handball-Bundesliga wachsen, so dass BHC-Heimspiele dort nicht mehr dargestellt werden können.“

Die Details: Wo exakt die Halle errichtet werden soll, wie das zu erwartende Verkehrsaufkommen zu stemmen ist, und viele andere Detailfragen sind noch nicht geklärt. „Diese Planungen kommen alle noch. Realistisch ist es, im Jahr 2023 mit dem Bau zu beginnen“, sagte Kurzbach, verriet aber auch, dass eine Bebauung des jetzigen Parkplatzes unrealistisch sei. „Es geht also eher um die Sportflächen nebenan, für die man Ersatzplätze schaffen müsste.“ Gemeint sind zwei Bolzplätze und zumindest einer der großen Fußballplätze, die derzeit von Britannia und DV Solingen genutzt werden. „Es geht dabei nicht um die Benachteiligung des Breitensports“, betonte der Oberbürgermeister. „Aber das ist jetzt die Option für den Spitzensport. Wir brauchen eben auch eine Fläche für einen Handball-Bundesligisten.“

Hintergrund

Klingenhalle: Die 1973 eröffnete Halle wird ihr 50-jähriges Jubiläum noch erleben. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach stellte klar, dass die Klingenhalle erst niedergelegt werde, wenn der Neubau fertiggestellt ist. „Wir haben auch eine Verpflichtung dem Schulsport gegenüber“, sagte Kurzbach.

Partner: Philipp Tychy, BHC-Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, betonte, dass beim Großteil des Sponsorenpools des Bergischen HC der bergische Gedanke zähle. „Es spielt eine untergeordnete Rolle, ob die Halle in Solingen oder Wuppertal steht“, sagte Tychy und verwies auf die überregionale Strahlkraft des Clubs.

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