Ohligser Heide

Stadt Solingen reißt Radparcours ab

Der Lukastrail führt über viele Hügel und selbst gebaute Rampen. Jetzt will die Stadt ihn zurückbauen lassen. Bei der Suche nach einem neuen Standort will der Verein Velo Solingen helfen.
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Der Lukastrail führt über viele Hügel und selbst gebaute Rampen. Jetzt will die Stadt ihn zurückbauen lassen. Bei der Suche nach einem neuen Standort will der Verein Velo Solingen helfen.
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Jugendliche errichten über Jahre eine Mountainbike-Strecke – Rathaus hält Anlage für illegal

Von Andreas Tews

SOLINGEN Mit viel Aufwand und über viele Jahre haben Jugendliche Mountainbike-Rampen und andere Hindernisse in der Ohligser Heide errichtet. Nachdem es Beschwerden gegeben hatte, bildete sich darüber hinaus eine kleine Gruppe, die den Parcours und sein Umfeld regelmäßig sauber hält. Doch jetzt droht das Ende des „Lukastrails“. Weil er im Naturschutzgebiet liegt, stuft ihn das Rathaus als illegal ein und sieht sich unter Zugzwang. Im Winter soll der Trail abgebaut werden. Ein geeigneter Ersatz ist nach Meinung der Betroffenen nicht in Sicht. Darum ist der Frust unter ihnen groß.

Wie lange es den Trail gibt, ist nicht bekannt. Nach mündlichen Aussagen war er laut Mitja Girkin vom Verein Velo Solingen schon da, bevor das Areal westlich der St. Lukas Klinik 2005 Naturschutzgebiet wurde. Somit könnte ein Bestandsschutz gelten. Weil es dafür aber keine schriftlichen Belege gibt, erkennt das Rathaus dies nicht an.

Wie lange es den Trail gibt, ist nicht bekannt.

Girkin betont, dass sein Verein, der unter anderem den legalen Klingentrail am Bärenloch betreibt, in dieser Sache nur beratend tätig ist. Er hat aber eine klare Meinung. So verweist er auf Untersuchungen, nach denen ein Parcours wie der Lukastrail, wenn er einmal aufgebaut ist, für die Natur nicht schädlicher sei als ein Wanderweg.

Außerdem verweist Girkin darauf, dass der Lukastrail bei vielen jungen Downhill-Fahrern beliebt sei. Der Bedarf an solchen Strecken sei nicht gedeckt. Darum rät er davon ab, den Trail abzureißen, bevor es eine echte Alternative gibt. Die zu finden, sei aber nicht leicht. Sein Verein biete Hilfe bei der Suche an. Allerdings müssten dazu die jeweiligen Grundstücks-Eigentumsverhältnisse bekannt sein. Die dürfe ihm das Rathaus aber nicht ohne weiteres mitteilen.

Nach einer Mitteilung des Rathauses an die Politik steht der Abriss fest. Ist der erfolgt, werde das Gelände überwacht, damit nicht erneut ein Parcours gebaut werde. Das Rathaus räumt ein, dass dies für die Downhiller ein Einschnitt sei, und erkennt das Engagement der Jugendlichen und die soziale Komponente der Anlage an. Darum wolle man sich zusammen mit Velo Solingen um einen neuen Standort bemühen. Dies werde aber nicht einfach werden, urteilen auch die Stadtdienste Natur und Umwelt sowie Sport. Kurzfristig empfiehlt das Rathaus den Mountainbikern, auf den Klingentrail oder die BMX-Anlage von Velo Solingen an der Cronenberger Straße auszuweichen.

Dies sind für die Betroffenen aber keine Alternativen. „Wir waren angepisst“, sagt Leon Blome auf die Frage, wie die Downhill-Fahrer auf die Nachricht vom bevorstehenden Abbau reagiert haben. Er gehört zu den Jugendlichen, die den Lukastrail sauberhalten, und betont: Gebraucht werde eine Anlage auch in Ohligs oder angrenzenden Stadtteilen. Der Klingentrail sei zu weit weg.

Über die genannten Alternativen wundert sich auch Girkin. Außer, dass der Klingentrail am anderen Ende der Stadt liege, sei er im Gegensatz zum Lukastrail nicht das ganze Jahr über befahrbar. Der Untergrund am Bärenloch sei im Winter oft zu schlammig. Dies sei auf dem sandigen Boden der Ohligser Heide anders.

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