Engagement

Wuppertal setzt auf Fairtrade-Arbeitskleidung

Das Fairtrade-Siegel gilt nicht nur für Kaffee und andere Lebensmittel. Auch Kleidung kann dieses Siegel erhalten. Symbolfoto: obs/TransFair e. V.
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Das Fairtrade-Siegel gilt nicht nur für Kaffee und andere Lebensmittel. Auch Kleidung kann dieses Siegel erhalten. 

Seit zehn Jahren ist Wuppertal „Fairtrade-Town“. Jetzt soll das Engagement ausgeweitet werden.

Von Andreas Eichhorn

Wuppertal. Bei städtischen Empfängen gehören Kaffee, Tee und Blumen häufig dazu. Die Wuppertaler Stadtverwaltung setzt beim Einkauf dieser Produkte verstärkt darauf, dass sie fair gehandelt sind. Vor kurzem habe es zudem eine Pilotausschreibung gegeben, bei der Arbeitskleidung mit dem Fairtrade-Siegel bestellt wurde, sagt Susanne Varnhorst vom Umweltmanagement. Die Befürchtung, dass der Einkauf dadurch teurer werde, habe sich dabei übrigens nicht bewahrheitet. „Das war ein Aha-Erlebnis für die Verwaltung“, sagt Varnhorst. Auch wenn natürlich nicht alle Produkte günstig eingekauft werden könnten, wollten immer mehr städtische Einheiten auf Fairtrade-Produkte setzen – zum Beispiel auch Altenpflegeheime.

In der Stadtverwaltung spielt das Thema Fairtrade seit zehn Jahren eine wichtige Rolle. Denn seitdem trägt die Stadt das Siegel „Fairtrade-Town“, so Varnhorst. Voraussetzung dafür sei neben der Verwendung fairer Produkte auch die Einrichtung eines Lenkungskreises gewesen. Einmal wöchentlich treffen sich dort normalerweise Vertreter der Verwaltung, der Weltläden, der Gepa, der Kirchen und Vereine, der Verbraucherzentrale, der teilnehmenden Schulen, verschiedener Initiativen und weitere Interessierte. Dabei werde über Projekte diskutiert, wie zum Beispiel derzeit über die „fairen Wochen“, die im September stattfinden sollen, so Varnhorst. Dabei merke man: „Fairtrade ist in der Stadtgesellschaft sehr präsent.“ Das hänge vielleicht auch damit zusammen, dass sich in einer historisch von der Frühindustrialisierung geprägten Stadt viele der Bedeutung fairer Arbeit bewusst seien, vermutet sie. „Die soziale Verantwortung ist in Wuppertal fest verankert“, sagt Varnhorst.

Mit Matagalpa verbindet Wuppertal eine Klimapartnerschaft

Die Stadtverwaltung wolle für mehr Engagement für fairen Handel in der Stadt werben, sagt Varnhorst. „Die Stadt wird attraktiver, wenn sie sich beim Thema Fairtrade gut aufstellt und Bürgerengagement wertschätzt.“ Der Einkauf fairer Produkte könne auch andere Verwaltungen motivieren, darauf umzustellen.

Der Einsatz für mehr fairen Handel sei auch mit Blick auf den Klimawandel sehr wichtig, findet Varnhorst. Mit der Partnerstadt Matagalpa in Nicaragua verbinde Wuppertal nicht nur eine Städte-, sondern auch eine Klimapartnerschaft. „Wenn man sieht, dass die Kaffeebauern dort durch veränderte Trocken- und Regenzeiten Probleme bekommen, dann wird die Verantwortung Deutschlands und auch Wuppertals deutlich, den Klimawandel zu begrenzen“, sagt Varnhorst. Mit Hilfe von Fördergeldern des Bundesentwicklungsministeriums hätte dort ein Frühwasserwarnsystem und Aufforstungsmaßnahmen realisiert werden können. Faire Löhne für die Kaffeebauern leisteten zudem einen Beitrag für mehr Gerechtigkeit weltweit.

SIEGEL

BEWERBUNG Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung an der Bewerbung für die Verlängerung des Siegels als Fairtrade-Town. Alle zwei Jahren müsse die Stadt erneut unter Beweis stellen, dass sie fairen Handel auf verschiedenen Ebenen fördert, so Varnhorst. Das Siegel verleiht der Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt „TransFair“. Kriterien sind laut dem Verein ein Ratsbeschluss, eine Steuerungsgruppe, faire Produkte, Engagement in der Zivilgesellschaft und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema.

fairtrade-towns.de

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