Springmann: Sohn verklagt Enkel

Der wegen Mordes Verurteilte soll Wälder zurückgeben.

Wuppertal. Die Gerichte werden auch in Zukunft mehrfach mit dem Fall Springmann beschäftigen. Neben dem Strafverfahren beschäftigt die Familie nun mit Zivilverfahren die Gerichte. Der Sohn des 2017 ermordeten Unternehmerpaares will Waldgrundstücke zurück, die seine Mutter ihrem Enkel – seinem Sohn – einst geschenkt hat. Der Enkel war wegen Mordes an seinen Großeltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil ist aber nicht rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat noch nicht über die Revision entschieden.

Das Gericht vertagte das Zivilverfahren, um die Rechtskraft des Strafprozess-Urteils gegen den Enkel abzuwarten.

Hintergrund der Klage ist der Paragraf 530 im Bürgerlichen Gesetzbuch, nach dem Erben eine Schenkung widerrufen können, wenn der Beschenkte den Schenker vorsätzlich und widerrechtlich getötet hat. In dem Verfahren geht es um Waldgrundstücke im Wert von 30 000 Euro. Möglicherweise dient es als Versuchsballon für weitere Klagen des Sohnes.

Todeszeitpunkte beeinflussen, wie viel der Sohn doch noch erbt

Auch in diesem Verfahren ist von Interesse, in welcher Reihenfolge die Springmanns getötet wurden. Der Sohn klagt als Erbe von Christa Springmann – Enno Springmann hatte ihn enterbt. Starb Christa Springmann zuerst, erbt der Sohn nur das, was sie ihm vererbt hat. Wenn aber Enno Springmann zuerst starb, ist ein Teil seines Nachlasses an Christa Springmann gegangen und dann nach ihrem Tod an den Sohn. Entsprechend höher wäre sein Anspruch aus Werten der widerrufenen Schenkung. Über den Todeszeitpunkt war im Strafprozess viel diskutiert worden, beweisen ließ sich weder die eine noch die andere Reihenfolge. kati/red

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