Sparzwang: Keine Äpfel für Schüler

Maßnahme in Hilden empört Eltern und Kinder.

Von Tobias Dupke

Hilden. Einige Schüler der Astrid-Lindgren-Schule im Hildener Süden müssen seit gestern ohne den beliebten Nachmittagssnack auskommen. Wie die Stadt mitteilt, werden die Kinder der verlässlichen Grundschule (VGS) keine Äpfel, Zwieback oder andere kleine Häppchen gegen den Hunger mehr erhalten. Das hat in Sozialen Netzwerken für Empörung gesorgt.

In Hilden gibt es drei Betreuungsangebote an Grundschulen. Bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) und der VGS+ ist die Verpflegung mit inbegriffen – bei der VGS nicht. „Großzügigerweise hat die VGS der Astrid-Lindgren-Schule über einen längeren Zeitraum auch den rund 100 Kindern in der VGS-Betreuung kleine Snacks wie Äpfel und Birnen angeboten. Diese wurden aus dem allgemeinen Betreuungsbudget querfinanziert“, erklärt Hildens Schuldezernent Sönke Eichner, zuvor Schulamtsleiter in Radevormwald. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage verringere sich nun dieses Betreuungsbudget um insgesamt 400 000 Euro an allen Grundschulen.

Sammelaktion der Eltern könnte mehrwertsteuerpflichtig werden

Hilden habe in der Vergangenheit deutlich mehr Geld für die Nachmittagsbetreuung ausgegeben als gefordert war, erklärte Stadtkämmerin Anja Franke. Das kann sich die Stadt nicht mehr leisten. Eine freiwillige Sondermaßnahme wie sie die VGS der Lindgren-Schule in der Vergangenheit angeboten hat, sei nicht mehr möglich. Mit dem Verzicht auf den Nachmittagssnack spart die Stadt laut eigener Aussage rund 10 000 Euro im Jahr.

In anderen Schulen kümmern sich teilweise die Eltern abwechselnd um Snacks oder sammeln Geld, damit die VGS-Mitarbeiter den Imbiss einkaufen können. Ob das weiter möglich sein wird, bleibt unklar. Laut Stadt könnte der finanzielle Beitrag unter Umständen mehrwertsteuerpflichtig werden. Um dem Wunsch nach Obst und Gemüse dennoch nachkommen zu können, bewirbt sich Hilden für das Landesprogramm „Schulobst und -gemüse“.

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