Kunst

Sparkassenturm am Islandufer wird zu einer Skulptur

Gregor Eisenmann neben einem Modell des Stadtsparkassenturms. Vorne im Bild: ein Projektor, der bei der Installation zum Einsatz kommen wird. Foto: Stefan Fries
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Gregor Eisenmann neben einem Modell des Stadtsparkassenturms. Vorne im Bild: ein Projektor, der bei der Installation zum Einsatz kommen wird.

Wuppertal. Wuppertaler Licht- und Medienkünstler Gregor Eisenmann erstellt Videoprojektion zum 200. Geburtstag.

Von Monika Werner-Staude

In den vergangenen Wochen war es vor allem eine technische Herausforderung. Nun kommt die inhaltliche hinzu. Der Krieg in der Ukraine macht die Arbeit für Gregor Eisenmann nicht leichter – konkret die an seinem Beitrag zum 200-jährigen Geburtstag der Stadtsparkasse Wuppertal. Er beleuchtet am Montag, 21. März, den Sparkassenturm der Hauptfiliale am Islandufer von drei Seiten; eines von vielen Projekten, die der Wuppertaler Licht- und Medienkünstler und Springmann-Preisträger 2022 angeht.

Der Turm mit seinen 75 Metern Höhe und seiner speziellen Fassade, die zu 50 Prozent aus Fenstern besteht und in Schatten werfende Streifen strukturiert ist, soll Projektionsfläche werden für einen 15-minütigen Film, der über drei Seiten (zum Döppersberg hin, zur Wupper hin und zur Ohligsmühle hin) in Dauerschleife läuft.

Dafür brauche er fünf bis sechs sehr leistungsstarke Videoprojektoren, die eine Distanz von bis zu 65 Metern in den obersten Etagen stemmen, erklärt Eisenmann. Die unteren Bereiche sind näher und brauchen damit weniger Helligkeit. Um daraus ein harmonisches Ganzes zu schaffen, bedarf es präziser Feinabstimmung.

Ende Februar bewerkstelligte Eisenmann bei Wind und Regen eine Probenbeleuchtung vor Ort auf dem obersten Deck des Parkhauses. Einer von zwei Standorten, der andere wird das Dach des Kundencenters sein. Die Projektoren werden über eine drahtlose Verbindung synchronisiert. „Das wird die größte Videoprojektion outdoor in Wuppertal“, freut sich der 37-jährige Künstler.

Ein Vierteljahr hat er bislang daran gearbeitet, auch die nötigen Genehmigungen eingeholt und darüber nachgedacht, wie das alles von den Menschen wahrgenommen wird. „Den Turm sieht man ja schon von weitem, das greift tief in den öffentlichen Raum ein, da muss ich mit extremen Perspektiven arbeiten und auch morphen“, beschreibt Eisenmannn.

Kunst sollte aufrüsten, der Rest abrüsten, sagt der Künstler

Die Filmcollage selbst, die den Turm in den Abendstunden in eine temporäre Skulptur verwandeln soll, wird aus großflächigen Bildern bestehen, die Farben ans Gebäude angepasst, mit starken Kontrasten und großer Schrift.

Der Inhalt hat vor allem mit dem hohen Geburtstag der Stadtsparkasse zu tun, mit vielen geschichtlichen Aspekten. Er wird die architektonische Verwandlung der Stadt, Wachstum und Transformation behandeln, die Frage nach der Stadt der Zukunft stellen im Spannungsbogen zwischen Mensch und Natur. Ein Thema, das den Künstler auch schon bei seinem Luftraum-Projekt 2021 beschäftigt hat, das er 2022 in Wuppertal wieder aufblasen will.

Den Sound dazu macht Eisenmann selbst, er wird wohl dem ähneln, mit dem er sein Video zum digitalen Festakt Anfang Januar in der Historischen Stadthalle unterlegte. „Ich will nach der trüben Zeit etwas Farbenfrohes, Positives schaffen, die starke Kraft der Bilder soll zum Staunen bringen, den Zugang zur Abstraktion wecken“, fasst der Künstler zusammen.

Und er überlegt, mit dem Blick auf den Ukraine-Krieg, auch Werte einzubauen. Sagt: „Kunst sollte aufrüsten, der Rest sollte abrüsten.“ Er selbst jedenfalls rüste gerade mit Projektoren auf.

Ebenfalls in Wuppertal will Eisenmann wieder beim Live-Hörspiel „Der Schwierige Tod“ mitwirken, das beim 23. Else Lasker-Schüler-Forum 2021 erstmals über die Bühne ging. Ebenfalls für die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft hatte er im Jubiläumsjahr 2019, das zum 150. Geburtstag der Künstlerin veranstaltet wurde, am Live-Hörspiel „Längst lebe ich vergessen“ mitgewirkt. Es soll am Samstag, 21. Mai, im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen wieder aufgeführt werden.

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