Prozess

Solinger soll Asbest-Abfall illegal entsorgt haben

Illegale Müllentsorgung: Umweltfrevel am Hang zwischen Intzestraße und Mebusmühle nahe der Container.
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Illegale Müllentsorgung: Immer wieder schmeißen Umweltfrevel ihren Abfall in die Natur. (Symbolfoto)

Bauschuttdeponie unter anderem auf Villengrundstück angelegt.

Von Dirk Lotze

In einem Strafprozess gegen einen Solinger Abbruchunternehmer (68) erhebt die Staatsanwaltschaft neue Vorwürfe. Der Mann soll als Inhaber diverser Firmen gefährliche, krebserregende Abfälle illegal auf fremden Grundstücken beseitigt haben. Damit habe er Kosten sparen wollen; Motiv sei Profitgier gewesen. Der Mann stand bereits unter Anklage wegen gleicher Vorgänge auf fünf Baustellen in Solingen, Langenfeld und der ganzen Region.

Laut der neuen Anklage soll er auf der Abbruch-Fläche einer früheren Villa in gehobener Wohnlage in Wuppertal-Ronsdorf illegal eine Bauschutt-Deponie angelegt haben. Es geht um das Grundstück eines 2017 ermordeten Unternehmer-Ehepaars. Dazu kommen zwei weitere Fälle.

Die Sprecherin des zuständigen Amtsgerichts Wuppertal erläuterte: „Es handelt sich um den Vorwurf der unbefugten Behandlung, Lagerung, Beseitigung oder sonstigen Bewirtschaftung von krebserzeugenden Abfällen und des Betreibens einer Abfallentsorgungsanlage ohne entsprechende Genehmigung.“ Laut den neuen Vorwürfen entfernte der Angeklagte auf einer Abbruchbaustelle asbesthaltige Wandverkleidungen und Bodenplatten unsachgemäß und ohne Rücksicht auf gesundheitliche Risiken. Im Fall des früheren Villen-Grundstücks habe er neben Bauschutt auch Säcke mit Kunstmineral-Abfällen und Container eingelagert. Hintergrund sind unterschiedliche Firmen des Angeklagten für Garten- und Landschaftsbau, Entsorgung und Immobilien.

Einen ersten Prozess über die fünf älteren Vorwürfe hatte im August 2022 der Anwalt des Mannes vorerst zum Platzen gebracht, indem er zu einem Verhandlungstermin nicht erschien, keinen Vertreter schickte und für das Gericht nicht erreichbar war. Die Anklage lautete auf illegale Beseitigung von gefährlichen Abfällen unter anderem von einem früheren Firmengrundstück an der Solinger Bergstraße.

Mitarbeiter fungierten als Strohmänner

Während dreier Prozesstage hatten Zeugen über den Unternehmer ausgesagt. Ein früherer Lkw-Fahrer sagte, er habe sich zeitweise als Strohmann und angeblicher Geschäftsführer in einem Unternehmen des 68-Jährigen hergegeben, wie reihum andere Mitarbeiter auch. Gläubiger des Angeklagten hätten ihn über Jahre verfolgt und von ihm Geld zurückgefordert, das ihnen der 68-Jährige geschuldet habe: „Ich hätte mit Briefen vom Gerichtsvollzieher meinen Flur tapezieren können.“ Was mit den gefährlichen Abfällen geschehen sollte, habe der Angeklagte jeweils selbst entschieden – teils gegen die Warnungen seines Teams.

Die neue Anklage soll voraussichtlich mit dem früheren Verfahren verbunden und gemeinsam verhandelt werden, teilte das Gericht mit. Ein Termin stehe noch nicht fest.

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