Kino

Solinger Schüler schnuppern Schauspiel-Luft

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Der Walder Schüler Jakob Pohl spielte in dem Film „Deutschstunde“ mit.

SOLINGEN Die Solinger Luca Hartmann und Jakob Pohl spielen im Film „Deutschstunde“ mit, der in den Kinos läuft.

Von Simone Theyßen-Speich

Schauspieler zu werden – diesen Wunsch haben viele junge Menschen. Für den 13-jährigen Jakob Pohl aus Solingen ist der Traum ein Stückchen Realität geworden. Der Schüler, der die siebte Klasse besucht, spielt bei dem Film „Deutschstunde“ nach dem Roman von Siegfried Lenz mit, der jetzt in den Kinos angelaufen ist.

„Ich spiele das Double für den Hauptdarsteller Levi Eisenblätter, der den jungen Siggi Jepsen darstellt“, erzählt Jakob Pohl. Weil die jugendlichen Mimen nur wenige Stunden am Tag am Set drehen dürfen, werden die Hauptrollen zusätzlich mit Doubles besetzt. „Wenn Siggi Jepsen etwa von weiter weg zu sehen ist, von hinten oder nur Details, dann kam ich zum Einsatz“, erklärt der Walder Schüler.

Ebenso sein Schulkollege Luca Hartmann.

Oder der ebenfalls 13-jährige Luca Hartmann, der den achten Jahrgang der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule in Solingen besucht. „Das war ein totaler Zufall, dass ein weiterer Schüler meiner Schule für den Film ausgewählt wurde“, erinnert sich Jakob Pohl. Luca Hartmann hatte sich über einen Facebook-Aufruf der Agentur für die Rolle beworben.

Erste Rolle war bei „Benjamin Blümchen“

Für Jakob Pohl hatte alles mit dem Casting für den Film „Benjamin Blümchen“ vor zwei Jahren angefangen. „Damals wurde Jakob direkt herausgepickt und bekam die Double-Rolle von Otto“, erinnert sich Mutter Andrea Pohl. Das ganze Drumherum an einem Film-Set habe ihren Sohn, der damals die Grundschule Am Rosenkamp besuchte, sehr beeindruckt.

Nach dem Film wurde er in der Wuppertaler Agentur Eick aufgenommen – und weil er am Set wohl einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte, für einen zusätzlichen Drehtag von „Benjamin Blümchen“ gebucht. Weitere Kleindarsteller-Rollen folgten, so etwa in der TV-Dokumentation „Das schwarze Gold“.

Dann kam die Anfrage für den Kinofilm „Deutschstunde“. „Das war natürlich eine tolle Chance, aber es bedeutete auch, dass Jakob für die Drehzeit fünf Wochen lang vom Schulunterricht befreit werden musste“, erinnert sich Andrea Pohl. Die Eltern wollten ihrem jüngsten Sohn diese „einmalige Erfahrung fürs Leben“ aber gerne ermöglichen. Gemeinsam mit Patentante, Patenonkel und Cousine wurde auch Jakobs Begleitung für die Drehzeit organisiert. „Das war eine tolle Zeit“, erzählt der 13-Jährige rückblickend auf den Dreh im Frühjahr 2018. Gedreht wurde die „Deutschstunde“ auf Pellworm, Sylt, Nordstrand und auf der dänischen Insel Romoe. „Luca und ich durften jeweils fünf Stunden am Set sein, davon zwei Stunden lang drehen“, erklärt Jakob die Jugendschutz-Vorschriften.

„Da war dann auch genug Zeit, um das ganze Drumherum zu erleben und wirklich Teil der Crew zu sein“, erzählt seine Mutter begeistert. Schöne Freundschaften seien dabei entstanden – auch wenn Hauptdarsteller Levi Eisenblätter in Berlin lebt. Während der Zeit am Set waren die Jugendlichen in einem Wohnwagen untergebracht. „Ein spezieller Kindercoach hat uns dann immer auf die Szenen vorbereitet“, erinnert sich Jakob Pohl.

Plaudern mit Tobias Moretti, Empfehlung vom Regisseur

Und natürlich war es toll, die anderen Stars hautnah zu erleben. Da hat er mit Schauspieler Tobias Moretti geplaudert und Seite an Seite mit Ulrich Noethen gedreht. Regisseur Christian Schwochow hat ihm sogar eine Empfehlung für die Agentur Schwarz, die ihren Sitz in Köln hat, geschrieben. Und Jakob wurde angenommen.

Mittlerweile hatte er Anfang des Jahres schon eine kleine Rolle im Saarbrücker Tatort. Und bei einer Dokumentation des Kindersenders Kika, hat er das „Voice over“, also den Sprechtext für einen Beitrag über Asien gemacht.

DER FILM „DEUTSCHSTUNDE“

FILM Das Drama „Deutschstunde“ wurde nach dem bekannten Roman von Siegfried Lenz gedreht.

SET Regie führt Christian Schwochow. Als Hauptdarsteller mit dabei sind Ulrich Noethen (Jens Ole Jepsen), Levi Eisenblätter (Siggi als Kind) und Tobias Moretti (Max Ludwig Nansen).

INHALT Der schwer erziehbare Jugendliche Siggi Jepsen sitzt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einer Strafanstalt und soll einen Aufsatz über „Die Freuden der Pflicht“ schreiben. Er erinnert sich an seine Kindheit, seinen strengen Vater und den expressionistischen Maler Max Ludwig Nansen.

Aber auch in Solingen ist Jakob Pohl aktiv. Seine ersten Schauspiel-Versuche machte er in der Theater-AG der Grundschule am Rosenkamp. Jetzt spielt er bei der Theatergesellschaft Wohlgemuth mit – zuletzt als Erzähler beim „Sams“. Und wie finden seine beiden älteren Brüder und die Mitschüler seine Schauspiel-Einsätze? „Einfach krass!“

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