Friseur Kidfresh

Solinger Friseur macht Prominenten die Haare schön

Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) geht zu Alessio Cappello
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Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) geht zu Alessio Cappello.

Barber Alessio Cappello lernte beim Düsseldorfer Star-Friseur Winnie Nana Karkari. Heute gehören nicht nur Bundesliga-Fußballer zu seinen Kunden.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Fußballern vorm Auftritt in der Champions League die Haare schneiden. Rappern vorm Musikvideodreh den Bart trimmen. Die Promis „schick machen“ und mit großen Firmen kooperieren. Alessio Cappello hat schon so viel erlebt, wie manche im ganzen Leben nicht – und das mit gerade einmal 21 Jahren.

Fußballprofis wie André Hoffmann – er spielt bei Fortuna Düsseldorf – gehören zu den Kunden von Alessio Cappello. Das Friseurhandwerk wurde ihm in die Wiege gelegt.

Der Solinger arbeitet als Barber, das heißt, dass er sich nach seiner Ausbildung zum Friseur auf Herrenfrisuren spezialisiert hat. Sein Weg in die Branche war jedoch nicht selbstverständlich. Lange war er sich unsicher, was das Richtige für ihn sei. Im „jugendlichen Leichtsinn“ geriet er damals fast auf die schiefe Bahn, bis er irgendwann merkte: „Ich bin im falschen Freundeskreis, ich muss was ändern.“

Alessio Cappello stammt aus einer Friseur-Familie

Trotz seines turbulenten Umfeldes sei seine Familie immer ein sicherer Hafen für ihn gewesen. Daher habe er sich entschlossen, in die Fußstapfen seiner Eltern und seines Großvaters zu treten, denn das Handwerk wurde ihm regelrecht in die Wiege gelegt. Cappello stammt aus einer Friseur-Familie. Sein Vater, seine Mutter und sein Großvater Michele arbeiten alle im gleichnamigen Salon. Sein Großvater sei dabei sein großes Vorbild. Mit 82 Jahren stehe er immer noch im Laden und schneide Haare.

Als Alessio Cappello damals seinen Klassenkameraden verkündete, er wolle später den Rappern die Haare schneiden, wurde er nicht ernst genommen. „Alle haben über mich gelacht“, erinnert er sich. Das habe ihn nur noch bestärkt und mehr motiviert.

Doch zuerst hieß es „üben, üben, üben“. Bereits während er noch die zehnte Klasse der Realschule besuchte, arbeitete er nebenbei in Düsseldorf beim Star-Friseur Winnie Nana Karkari und wurde nach seinem Schulabschluss dessen erster Auszubildender. Parallel dazu schnitt er im heimischen Salon bis tief in die Nacht Freunden und Bekannten zur Übung die Haare – ohne Bezahlung. Eine entbehrungsreiche Zeit für den Jugendlichen. Während Gleichaltrige „samstags feiern waren, war ich im Laden“.

Viele Leute halten mich für übergeschnappt.

Alessio Cappello, Barber

Die harte Arbeit zahlte sich aus. Noch während der Ausbildung schaffte er den Durchbruch. Er erhielt von seinem Chef den ersten Auftrag für einen Promi – den Rapper Summer Cem. „Irgendwann kam der zweite Anruf“, und so sei das Ganze ins Rollen gekommen. „Das war auf einmal eine ganz andere Welt“, erinnert er sich.

Später stieß sein langjähriger Freund Nicolas Tschöpp als Berater und Manager dazu. Neben der freundschaftlichen begann nun auch eine geschäftliche Beziehung. Der 22-Jährige unterstützt seinen Freund, wo er kann. Nicht immer gehe es bergauf, erklärt Nicolas Tschöpp, aber: „Man steckt nicht gemeinsam den Kopf in den Sand, sondern der eine gräbt den anderen wieder aus.“ Die Zusammenarbeit bezeichnet er als „Symbiose“.

Auch Alessio Cappello weiß: „Ohne Nic wäre das nicht möglich“. Aber auch seine Familie hätte ihn „seit Tag eins“ unterstützt. Besonders seine Mutter habe immer an ihn geglaubt. Heute rufen ihn unter anderem bekannte Fußballer wie Marcus Thuram und André Hoffmann oder Musiker wie Tarek K.I.Z an, wenn sie einen neuen Haarschnitt bräuchten.

Rapper verlieh Alessio seinen Künstlernamen „Kidfresh“

Das Haareschneiden sei für ihn nicht nur eine einfache Dienstleistung, sondern eine Kunst, mit der er sich ausdrücke. In der Szene sei er als „Kidfresh“ bekannt. Ein Künstlername, den er höchstpersönlich vom Rapper Michael Dapaah alias MC Big Shaq verliehen bekommen habe. Eine große Auszeichnung für den aufstrebenden Künstler, denn „du kannst dir den Künstlernamen nicht aussuchen, du bekommst ihn“.

Trotz seines schnellen Wachstums und seiner Karriere in so kurzer Zeit sei es ihm wichtig, immer dankbar zu sein und bodenständig zu bleiben. „Ich hatte immer die richtigen Leute an meiner Seite“, weiß er. Daher wolle er etwas zurückgeben und plant bereits neue Projekte wie beispielsweise eine Charity-Aktion für Kinder aus schwierigen Verhältnissen.

Am Ziel seiner Träume ist er noch lange nicht. Selbstbewusst blickt er in die Zukunft: „Viele Leute halten mich für übergeschnappt und sagen, das ist nicht möglich. Ich sage: Das ist möglich.“

Passend dazu: Neue Frisur für den guten Zweck: Haare fallen für Kinder

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