Solinger drohen mehr als zehn Jahre Haft

Falschgeld und Drogengeschäfte

Von Dirk Lotze

SOLINGEN Paukenschlag in einem Prozess um Handy-Einkäufe mit gefälschten 500-Euro-Scheinen in Ohligs: Parallel zur Verhandlung gegen einen 46 Jahre alten Angeklagten aus Solingen hat der Bundesgerichtshof ein früheres Urteil gegen den Mann wegen schwerer Drogenverbrechen endgültig bestätigt: Er muss acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Falls er auch im Falschgeldprozess verurteilt wird, kommen mögliche Strafen hinzu. Der Staatsanwalt hat nun insgesamt zehn Jahre und neun Monate Gefängnis für die Drogen- und Geldfälscherei-Vorwürfe zusammen beantragt.

Die Entscheidung des höchsten deutschen Strafgerichts zur Überprüfung in dem Drogenprozess fiel vergangene Woche. Laut Urteil schloss sich der Mann im Herbst 2014 einer Bande an. In einem Café habe ein Hintermann ihm und einem Kurierfahrer bis zu 100 000 Euro für jede einzelne Tour versprochen, die sie zu zweit zwischen Solingen, der Türkei und der Ukraine durchführen sollten. Bei einer Fahrt wenige Tage später mit 64 000 Ecstasy-Tabletten für Istanbul schlugen türkische Behörden zu. Es folgte ein Strafverfahren. Der 46-jährige Solinger soll später noch versucht haben, zu verschleiern, dass das Schmuggelfahrzeug ihm gehörte – durch einen zurückdatierten Auto-Verkaufsvertrag mit gefälschter Unterschrift eines Mittäters.

„Ich weiß bis heute nicht, woher das Falschgeld stammt.“

Angeklagter im Prozess

Die Geschäfte mit den 500-Euro-Scheinen ereigneten sich laut Anklage rund ein Jahr nach der Entdeckung der Drogenfahrten. Der 46-Jährige habe bei zwei Käufen in Ohligs am selben Tag mit insgesamt vier gefälschten Banknoten gezahlt – um Handys zu erbeuten und echtes Wechselgeld zu erhalten. Die Scheine liegen dem Gericht vor. Sie fielen in Banken auf, nachdem Geschäftsleute sie auf ihre Konten einzahlen wollten.

In diesem Fall beantragte der Verteidiger des Mannes Freispruch: Es stehe nicht fest, dass er von den Fälschungen gewusst habe. Der Angeklagte erklärte: „Ich weiß bis heute nicht, woher das Falschgeld stammt.“ Die Richter wollen ihr Urteil am Donnerstag verkünden.

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