Nutzung

Solingen will das ehemalige Beverly-Grundstück kaufen

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An den ehemaligen Swingerclub Beverly an der Eschbachstraße in Burg erinnern derzeit nur noch Mauerreste. 

SOLINGEN Der Preis ist der Stadt allerdings zu hoch. Makler geht von einer Wertsteigerung aus.

Von Stefan Prinz

Die Stadt Solingen hat Interesse angemeldet, das Gelände zu kaufen, auf dem der frühere Burger Swingerclub Beverly stand – auch bekannt als Burger Bahnhof. Das hat Solingens Rathaussprecherin Sabine Rische im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt: „Die Stadt hat durchaus Interesse, die Fläche am Eingang von Unterburg zu erwerben. Voraussetzung ist aber, das die wirtschaftlichen Bedingungen für ein solches Grundstück im Außenbereich stimmen.“ Das bedeutet: Der aktuell aufgerufene Preis von 142 000 Euro ist dem Rathaus zu hoch. Das Grundstück ist 3100 Quadratmeter groß.

Welchen Preis die Solinger Stadtverwaltung als angemessen bezeichnet, sagt diese aber nicht. Der zuständige Makler Alexander Gossmann bestätigt Gespräche mit der Solinger Stadtverwaltung: Diese wolle einen „deutlich niedrigeren Preis“, so Gossmann. Das halte er aber für nicht angemessen. „Bei der aktuellen Entwicklung der Immobilienpreise wird der Wert des Grundstücks weiter steigen“, erklärt der Immobilienmakler, der die Fläche derzeit über ein Immobilienportal im Internet anbietet.

Besondere Eile hat man im Solinger Rathaus nicht

Dort heißt es in der Objektbeschreibung: „Nach der Umgebungsbebauung könnte ein Baukörper von circa 30 mal 35 Meter Bauweise für Gewerbeobjekt errichtet werden. Bauvoranfrage ist gestellt.“

Besondere Eile hat man im Solinger Rathaus nicht. Denn: Das Grundstück befinde sich in einem Zwangsversteigerungsverfahren. „Die Gläubiger haben beim Amtsgericht ein Zwangsversteigerungsverfahren beantragt, das Verfahren ist eingeleitet. In einem solchen Verfahren befindet nicht der Makler über den Verkauf“, betont die Stadtsprecherin.

Dem widerspricht allerdings Makler Gossmann. Das Grundstück befinde sich nicht in einem Zwangsversteigerungsverfahren und können deshalb auch verkauft werden. „Das Interesse ist groß. Ich habe jede Woche zwei Anfragen“, bilanziert Gossmann. Die Interessenten wollten allerdings über den Preis verhandeln. Der Immobilienfachmann hält das aktuelle Angebot aber „für einen guten Preis“. Schließlich hätten allgemein die Immobilien- und Grundstückspreise zuletzt deutlich zugelegt. Vor einem halben Jahr hatte er das gleiche Grundstück noch deutlich günstiger angeboten. Damals bot er den „Burger Bahnhof“ für 128 000 Euro an.

Fläche liegt an einer sehr präsenten Stelle

STANDORT

GRUNDSTÜCK Das Grundstück des ehemaligen Beverly-Swingerclubs, beziehungsweise des alten Burger Bahnhofs, liegt direkt an der Eschbachstraße am Ortseineingang von Solingen-Burg. Seit einigen Wochen laufen die Bauarbeiten an der Eschbachstraße, im Zuge derer die Strecke abschnittsweise zwischen der Brücke Mühlendamm und Wupperbrücke bis Jahresanfang 2020 gesperrt sein soll.

Welche konkrete Nutzung möglich sein könnte, soll sich im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Burg zeigen. In der Vergangenheit gab es Ideen von der Nutzung als Parkplatz für das Schloss bis zur Bebauung. Die Fläche liege aber an einer „sehr präsenten Stelle“ am Solinger Ortseingang und der Grenze zu Remscheid und sei auch deshalb attraktiv, so die Stadtsprecherin. Gerüchten zufolge, dass die Burger Feuerwehr dort einen neuen Standort erhalten soll, weist sie zurück. „Dazu gibt es derzeit keine Überlegungen.“ Diese Entscheidung werde ohnehin in den politischen Gremien der Stadt getroffen.

Im November 2014 war das Beverly in Unterburg trauriger Gegenstand des Stadtgesprächs. Nach einer Brandstiftung war der Swingerclub niedergebrannt. Seitdem erinnert nur noch die Ruine an die Tat und an den früheren Sex-Treff neben dem heutigen Burger Busbahnhof. Der frühere Swingerclub zog Touristen auch aus den europäischen Nachbarländern an – die Hotellerie in Burg profitierte von dem Geschäftsmodell. Das Landgericht verurteilte den Täter zu neun Jahren Gefängnis. Denn kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Menschen in einem Gebäude aufhalten, begeht ein Brandstifter eine besonders schwere Straftat.

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