Ladenlokale

Solingen vermietet Flächen in der Innenstadt

Ladenlokale im Bereich der Solinger Innenstadt sollen gefördert werden. Foto: Michael Schütz
+
Ladenlokale im Bereich der Solinger Innenstadt sollen gefördert werden.
  • VonBjörn Boch
    schließen

Eigentümer sollen Miete senken – Gründer können Förderung bekommen.

Solingen. Die Stadt Solingen sucht für Leerstände in der Innenstadt neue Nutzer – und will zu diesem Zweck als Vermieterin auftreten. 45 kleinere Ladeneinheiten halten Innenstadtmanagement und Stadtentwicklungsplanung für das neue Programm „W.I.N.“ („Wagen. Investieren. Nutzen“) für geeignet. 20 davon liegen in den Clemens-Galerien, weitere 25 auf der Hauptstraße bis zur Linkgasse. Dieser Bereich wird als Schwerpunkt für Handel gesehen, im weiteren Verlauf der Hauptstraße soll verstärkt Wohnraum geschaffen werden.

Gründer statt nächstem Billigladen

Bedingung für den Mietvertrag: Eigentümer müssen ihre Kaltmiete auf 70 Prozent des bisherigen Wertes senken. Die Stadt übernimmt dann für bis zu zwei Jahre 50 Prozent der ursprünglichen Miete und schließt einen Vertrag mit dem neuen Nutzer, der die übrigen 20 Prozent plus Nebenkosten trägt. So sollen kreative Nutzung und Gründungen gefördert werden. 600 000 Euro stehen bereit – Mittel aus dem Programm zur „Stärkung der Innenstädte und Zentren“ des Landes NRW.

Eigentümer und mögliche Mieter zusammenzubringen, ist Aufgabe des Solinger Innenstadtmanagements. Carolin Helmus berichtet, dass 22 Eigentümer angeschrieben worden seien. Wie viele prinzipiell bei dem Programm mitmachen, ist noch unklar.

Potenzielle Mieter müssten ihre Geschäftsidee erläutern – und sagen, welche Voraussetzungen sie benötigen. „Eine städtische Jury wird das Konzept bewerten“, so Helmus. Dabei spiele eine Rolle, wie innovativ, kreativ oder sozial relevant das Angebot sei.

„Unser Hauptziel ist die Wiederbelebung leerstehender Ladenlokale mit allem, was kreativ und innovativ ist. Wir suchen nicht immer neue Einzelhandelsangebote“, betont Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Mit der Förderung, also niedrigen Mieten, will die Stadt den Start für Geschäftsideen erleichtern – und sieht auch große Bereitschaft bei den Eigentümern, ohne die es natürlich nicht gehe. Insgesamt soll der Bereich aufgewertet werden.

„Es gibt diesen gemeinsamen Geist, dass sich etwas ändern muss. Dass der nächste Billigladen als Mieter keine Lösung ist, genauso wenig wie beklebte Schaufenster und Leerstand, bis jemand wieder die volle Miete zahlt,“, erklärt Miriam Macdonald, Abteilungsleiterin der Stadtentwicklungsplanung.

Hartmut Hoferichter geht davon aus, dass „zahlreiche Interessenten in einigen Monaten an den Start gehen könnten“ – wenn sich die Corona-Lage verbessert habe. Eigentümer hätten bei der Auswahl natürlich ein Mitspracherecht.

Zunächst konzentriert sich die Förderung auf Flächen bis 300 Quadratmeter. Für den Bereich, in dem auch die „Gläserne Werkstatt“ entstehen soll, hofft Hoferichter auf Synergieeffekte. Die Stadt könne Gründern dann vielleicht keinen Platz mehr in der Werkstatt anbieten, dafür aber in einem nahen Ladenlokal.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Zoo Wuppertal eröffnet Aralandia für Besucher
Zoo Wuppertal eröffnet Aralandia für Besucher
Zoo Wuppertal eröffnet Aralandia für Besucher
Gräber sollen zu Geschichte werden
Gräber sollen zu Geschichte werden
Gräber sollen zu Geschichte werden

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare