Am 21. August

„Spot-on - Kultur“: Stadt holt die Kulturnacht an diesem Wochenende nach

Anna Frantzen (v. l.), Tim Kurzbach, Sonja Baumhauer und Timm Kronenberg stellten Kulturnacht-Ersatz „Spot-on – Kultur“ vor. Foto: Michael Schütz
+
Anna Frantzen (v. l.), Tim Kurzbach, Sonja Baumhauer und Timm Kronenberg stellten Kulturnacht-Ersatz „Spot-on – Kultur“ vor.
  • Philipp Müller
    VonPhilipp Müller
    schließen

Am 21. August heißt es an neun Orten: „Spot-on – Kultur“

Solingen. Es ist die erste große Kulturveranstaltung seit Beginn der Corona-Pandemie. Am 21. August findet konsequent auf Basis der Kulturnachtidee ein Event der besonderen Art an neun Orten statt. Um die 30 Konzerte, Führungen, Mitmachaktionen und mehr haben die Veranstalter geplant. Für alles gibt es noch Tickets, die entweder im Vorverkauf oder an der Abendkasse erworben werden müssen.

Bereits zweimal konnte die Kulturnacht nicht stattfinden. Die sei ein „Aushängeschild für Solingen“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Aber bereits im Mai sei klargewesen, die Kulturnacht in der bisherigen Form hat keine Chance, berichtete Sonja Baumhauer im Juli. Die Leiterin des Kulturmanagements und ihr Team haben aber dann unter Einbeziehung von Timm Kronenberg, der wichtiger Impulsgeber und Macher bisheriger Kulturnächte war, eine Alternative ausgearbeitet.

Neun Orte aus der Kulturnacht beteiligen sich an Spot-on

Geboren wurde „Spot-on – Kultur“. Neun Orte aus der Kulturnacht beteiligen sich am Samstag, 21. August, ab 18 Uhr an der Aktion. Jeder Spielort veranstalte aber selbst und verkaufe die Tickets ebenfalls in Eigenregie, erklärte Anna Frantzen vom Kulturmanagement. Das sei wegen der unklaren Corona-Situation – etwa wie viele Besucher überhaupt zugelassen werden – nicht anders zu machen.

Die dezentrale Steuerung und gemeinsame Vermarktung lasse die notwendigen Planungsspielräume, betonte Baumhauer. So wurden zunächst nur so viel an Tickets verkauft, wie es die landesweiten Regeln ermöglichen. Bis am Samstagnachmittag können noch Tickets an den Vorverkaufsstellen oder telefonisch gekauft werden, wer sich spontan entscheidet, hat auch an vielen Abendkassen noch Glück. Die Preise pro Ticket liegen in der Regel bei fünf Euro, können aber auch zehn betragen. Im Unterschied zur Kulturnacht erlaubt ein Ticket aber nur den Zugang zu einer Spielstätte. Auch frühere, nicht genutzte Kulturbändchen aus den Vorjahren erhalten keine Gültigkeit am 21. August. Das Preisniveau sei auch so niedrig, weil die Stadt-Sparkasse Solingen den Kulturabend unterstütze, sagte Baumhauer.

Corona müsse man im Blick halten, betonte Kurzbach, der Schirmherr von „Spot-on – Kultur“ ist. Er verwies aber auf die Situation der Künstlerinnen und Künstler in Solingen.

Er habe größten Respekt, was die Kreativen alles hätten ertragen müssen. Da bei Veranstaltungen auch wieder die doppelte Impfung oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden muss, blickte das Stadtoberhaupt einmal generell in die Zukunft: „Wer Kunst und Kultur genießen will, der soll sich impfen lassen.“

Der Tag der Kultur wirft den Spot auf viele Profis. Mit den Rockcity Allstars haben sich Solinger Profimusiker um den Gitarristen Jörg Lenhardt zusammengetan, präsentieren im Konzertsaal Leonora Huth, Jannik Föste, Hermann Daun, Martin Gerschwitz und Coco Teuber. Timm Kronenberg verwies auf die Homepage von „Spot-on – Kultur“, die ständig aktualisiert wurde, nachdem der Startschuss für den 21. August gefallen sei. Auch an den anderen Orten werden die Besucherschar auf viele bekannte Gesichter früherer Kulturnächte treffen oder Künstler, die in den Einrichtungen aufgetreten waren. In der Cobra gibt es Rudelsingen mit Tobias Sudhoff. Das Klingenmuseum setzt auf Licht und Bestecke. Am Haus der Jugend wird ein Open-Air organisiert. Das Industriemuseum öffnet beispielsweise die Besucherwerkstatt. Junge Musik gibt es im Monkeys.

So setzt sich das bis zum Zentrum für verfolgte Künste fort. Dort wird eine Ausstellung eröffnet und die Musik von Astor Piazzolla interpretiert.

Spot-on – Infos

Spielorte: An diesen neun Orten findet am 21. August ab 18 Uhr „Spot-on – Kultur“ statt: Stadtbibliothek, Cobra, Deutsche Klingenmuseum, Haus der Jugend Dorper Straße, LVR-Industriemuseum, Monkeys Probenraumhaus, Musikschule, Theater und Konzerthaus, Zentrum für verfolgte Künste.

Tickets: Der Verkauf läuft über die Einrichtungen. Links unter:

https://spot-on-kultur.de

Standpunkt: Kultur braucht Hoffnung

Kommentar von Philipp Müller

philipp.mueller@ solinger-tageblatt.de

Das Thema Grundsicherung war für viele professionelle Solinger Künstlerinnen und Künstler bis zum März 2020 ein große Unbekannte. Inzwischen kennen sie sich aus, wie sie mit staatlicher Hilfe über die Runden kommen. Aber sie wollen ausstellen, sie wollen auftreten, sie wollen Musik machen. Mit „Spot-on – Kultur“ gibt es da am 21. August den ersten Hoffnungsschimmer. Der wird aber auch gerade wieder durch den steigenden Inzidenzwert getrübt. Oberbürgermeister Tim Kurzbach verweist völlig richtig auf die Tatsache, dass die Impfung eine Ausfahrt aus dem Teufelskreis Lockdown ist, die jeder nutzen sollte. Das gilt nicht nur für die Natur. Sicher, die Diskussion wird losgetreten werden, ob man sich wirklich impfen lassen muss. Die Diskussion wird auch kommen oder hat bereits begonnen, was Ungeimpfte künftig frei besuchen können und was nicht. Davor braucht niemand die Augen zu verschließen. Doch wollen Kulturbetriebe und die Gastronomie, die oft auch Kulturträger ist, nicht dauerhaft untergehen, darf die Impfmüdigkeit nicht zunehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Haaner Freizeit-Spaß beginnt am 24. September
Haaner Freizeit-Spaß beginnt am 24. September
Haaner Freizeit-Spaß beginnt am 24. September
Historischer Brief aus Solingen für 6000 Euro versteigert
Historischer Brief aus Solingen für 6000 Euro versteigert
Historischer Brief aus Solingen für 6000 Euro versteigert
Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Baby-Biber in Beyenburg haben die Flut überlebt
Yvonne Weising ist die erste Müllwerkerin bei der AWG Wuppertal
Yvonne Weising ist die erste Müllwerkerin bei der AWG Wuppertal
Yvonne Weising ist die erste Müllwerkerin bei der AWG Wuppertal

Kommentare