Prozess

Fünffache Kindstötung: Mutter zu Höchststrafe verurteilt

Die 28-Jährige wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Die 28-Jährige wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wegen Mordes an fünf ihrer sechs Kinder hat das Landgericht Wuppertal heute die 28-jährige Mutter aus Solingen verurteilt: Zusätzlich zur lebenslangen Haftstrafe stellte das Gericht im Urteil die besondere Schwere der Schuld fest. Die Verteidigung hat Revision angekündigt. Der Prozess hat bundesweit Schlagzeilen gemacht.

+++ Update 12.05 Uhr +++

Solingen. Im Prozess um den fünffachen Kindsmord in Solingen ist heute das Urteil gefällt worden. Die Angeklagte wurde zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Die Verteidigung um Verteidiger Thomas Seifert hat Revision angekündigt.

+++ Update 11 Uhr +++

Solingen/Wuppertal. Die 28-jährige angeklagte Mutter aus Solingen ist für die Ermordung von fünf ihrer sechs Kinder zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Wuppertaler Landgericht sprach die 28-jährige Deutsche am Donnerstag schuldig und stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt.

Melina (1), Leonie (2), Sophie (3), Timo (6) und Luca (8) starben durch die Hand ihrer Mutter, stellte das Gericht fest. Die Hausfrau hatte sich anschließend im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen, aber überlebt. Ihr ältester Sohn blieb körperlich unverletzt. Seine Mutter hatte ihn zur Großmutter an den Niederrhein geschickt. Die Mutter habe die fünf Kinder heimtückisch umgebracht, indem sie sie erst betäubte und dann nacheinander ertränkte oder erstickte, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Richter Jochen Kötter sprach von einer «Tragödie».

Auslöser der Tat: Eifersucht

Auslöser der Tat, die bundesweit für Entsetzen gesorgt hatte, war nach Überzeugung der Ermittler ein Foto, das den Ehemann der Frau mit einer neuen Partnerin an seiner Seite zeigte. Per Chat hatte die 28-Jährige ihrem Mann daraufhin angekündigt, dass er seine Kinder nicht wiedersehen werde.

Die Leichen der Kinder waren am 3. September vergangenen Jahres zugedeckt in ihren Betten entdeckt worden. Die Angeklagte hatte behauptet, ein Unbekannter sei in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie gefesselt, sie gezwungen, die Chat-Nachrichten zu schreiben, und ihre Kinder getötet. Verteidiger Thomas Seifert hatte einen Freispruch beantragt. Es gebe nach wie vor Zweifel an der Täterschaft seiner Mandantin.

Hasseldelle: Landgericht hörte 40 Zeugen an 20 Prozesstagen

Die vom Gericht bestellten psychiatrischen und psychologischen Gutachter hatten der Angeklagten volle Schuldfähigkeit attestiert. Hinweise auf eine gravierende psychische Störung fanden sie nicht. Das Landgericht hat an 20 Prozesstagen mehr als 40 Zeugen gehört. (dpa)

+++ Update, 10.13 Uhr+++

Solingen/Wuppertal. Die 28-jährige angeklagte Mutter aus Solingen ist für die Ermordung von fünf ihrer sechs Kinder zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Wuppertaler Landgericht sprach die 28-jährige Deutsche am Donnerstag schuldig und stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. (dpa)

Unser Artikel vom 4. November, 7 Uhr

Solingen. Gut ein Jahr nach der Tötung von fünf Kindern in Solingen soll heute am Landgericht Wuppertal das Urteil gegen die Mutter fallen. Die unter Mordverdacht stehende 28-jährige Angeklagte soll fünf ihrer sechs Kinder getötet haben. Am vergangenen Dienstag hat der Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt eine lebenslange Haft bei besonderer Schwere der Schuld - und damit die Höchststrafe - gefordert.

Die Frau soll am 3. September 2020 fünf ihrer sechs Kinder in der Wohnung der Familie in der Hasseldelle erstickt oder in der Badewanne ertränkt haben. Anschließend warf sie sich in Düsseldorf vor einen Zug und zog sich dabei Verletzungen zu. Als einziges Kind der Familie überlebte der älteste Sohn (12) die Tat, der inzwischen bei seiner Großmutter in Mönchengladbach lebt. Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt sieht darin den Tatbestand des fünffachen heimtückischen Mordes erfüllt. Auslöser für die Geschehnisse war vermutlich ein WhatsApp-Profilbild, dass ihren Ex-Mann mit seiner neuen Freundin zeigte.

Fünf getötete Kinder: Angeklagte verzichtet auf ihr letztes Wort

Die Mutter hat während des gesamten Prozesses geschwiegen. Auch am Dienstag verzichtete sie auf das letzte Wort vor Gericht, das jedem Angeklagten zusteht. Gegenüber der Kriminologin Professor Dr. Sabine Nowara schilderte die Beschuldigte eine gänzlich andere Version der Geschehnisse: Ein ominöser Unbekannter soll sie gefesselt und die Kinder umgebracht haben. Dafür gab es allerdings keine Spuren. Gutachter bescheinigen ihr volle Schuldfähigkeit.

Anders sieht es der Verteidiger Thomas Seifert. Er forderte Freispruch für die Solingerin.

Mord, Totschlag, Freispruch: Das sind die möglichen Strafen für die angeklagte Mutter

Wird die 28-Jährige wegen Mordes verurteilt, wie die Staatsanwaltschaft fordert, wird sie mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. Dann könne frühestens nach 15 Jahren die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.  Bei Straftätern, die zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurden, kann nach 15 Jahren eine solche vorzeitige Entlassung geprüft werden - automatisch gibt es sie jedoch nicht. Wenn eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wird, ist eine Entlassung nach 15 Jahren allerdings nicht möglich. Wird sie hingegen wegen Totschlages verurteilt, wie die Verteidigung es fordert, wenn die Mutter nicht freigesprochen wird, erfolgt eine Freiheitsstrafe zwischen fünf und fünfzehn Jahren.

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