Neues „Stadtquartier“

CDU: Neue Arena Bergisch Land reicht allein nicht aus

Thema des Jahres: Arena statt Klingenhalle? Der Sanierungsbedarf für diese wird mit rund 20 Millionen Euro beziffert. Foto: Christian Beier
+
Die CDU hat nun vorgeschlagen neben die Klingenhalle eine Arena zu bauen.

Die CDU will neben der Klingenhalle eine Arena Bergisch Land anbauen und so ein neues „Stadtquartier“ schaffen.

Von Andreas Tews

Solingen. Wochenlang hat eine sechsköpfige Arbeitsgruppe der CDU-Ratsfraktion über dem Gutachten zu der von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) vorgeschlagenen Arena Bergisch Land am Weyersberg gebrütet und viele Betroffene sowie Fachleute befragt. Jetzt kam die größte Ratsfraktion zu einem Ergebnis, das der Debatte um die Hallenpläne eine neue Wendung gibt: „Wie im Verwaltungsvorschlag wird das Projekt nicht kommen“, befand CDU-Fraktionschef Daniel Flemm gestern. Da auch die Grünen noch viele offene Fragen sehen, fehlt damit für einen vom OB geforderten Grundsatzbeschluss für eine Arena am 17. Februar im Stadtrat die Mehrheit.

Laut Flemm bedeutet dies aber nicht das Ende der Pläne für eine Arena, die unter anderem der Handball-Bundesligist Bergischer HC für seine Heimspiele nutzen könnte. Er betonte: „Der BHC braucht eine Perspektive. Die soll er haben.“ Seine Fraktion legte gestern Ideen für eine Arena vor, die nach Flemms Ansicht im Gegensatz zum OB-Vorschlag ganzheitlich und bis zu Ende gedacht seien.

Demnach lehnen die Christdemokraten den von Kurzbach angestrebten Abriss der Klingenhalle ab. Die neue Sport- und Veranstaltungsstätte mit Platz für 5000 bis 8000 Besucher könnte nach ihrer Meinung an die Klingenhalle in Richtung Kotter Straße an Stelle der Bolz- und Parkplätze angebaut werden. Umkleiden und andere Räume könnten so gemeinsam genutzt werden. Zu prüfen sei zudem, ob die Arena durch variable Böden auch für den Eissport genutzt werden könnte. Auf einem weiteren Teil des Weyersberg-Parkplatzes solle ein Parkhaus mit 400 bis 600 Plätzen entstehen. Im Gegensatz zu den Rathausplänen bliebe der kürzlich für 250 000 Euro sanierte Kunstrasen-Fußballplatz erhalten.

Flemm spricht von einem „neuen Stadtquartier“, von dem viele Solinger profitieren würden. Dies würde Millionen-Investitionen rechtfertigen und hätte Chancen auf eine breite Zustimmung der Bürger. Bei den Plänen des Rathauses wäre dies aus seiner Sicht nicht der Fall.

Wir brauchen die Klingenhalle für den Schul- und Vereinssport.

Frank Schütz (CDU-Sportpolitiker)

Das „Stadtquartier“ würde nach Einschätzung des CDU-Finanzpolitikers Carsten Becker zwar mehr kosten. „Wir hätten aber auch mehr davon“, gab er zu bedenken. Er rechnet mit Kosten von 60 bis 70  Millionen Euro. In den reinen Arena-Planungen des Rathauses ist von 40 bis 50 Millionen die Rede – wobei die CDU kritisiert, dass hierbei viele Ausgaben, wie der Bau eines Ersatz-Fußballplatzes, nicht berücksichtigt seien.

Die Sanierungskosten für eine am Bedarf orientierte Klingenhalle schätzt der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Schütz auf 7 bis 8 Millionen Euro. Dies liegt deutlich unter den 20 Millionen, die im Arena-Gutachten angerechnet werden.

Die Klingenhalle und der Kunstrasenplatz würden für den Schul- und Vereinssport gebraucht, erklärte Schütz. Beide Sportstätten seien voll ausgelastet. Dies könne durch eine regelmäßig mit Veranstaltungen belegte Arena und die als Ausweichstandorte genannten – ebenfalls voll belegten – Hallen der August-Dicke- und der Friedrich-Albert-Lange-Schule, nicht ausgeglichen werden. Zudem seien die Schulhallen nicht für Erst- oder Zweitligahandball der Damen des HSV Gräfrath geeignet, gab CDU-Sportpolitiker Martin Röhrig zu bedenken. Zum Handballstandort gehöre mehr als der BHC.

Die Christdemokraten sehen das Projekt als Teil der Innenstadtentwicklung. Es müsse auch beim Verkehrskonzept für die City berücksichtigt werden. Nötig wären aus ihrer Sicht ein Kreisverkehr am Dickenbusch sowie ein Umbau der Knoten Weyersberger-/Augustastraße und Kotter-/ Mangenberger Straße. Bei jedweder Arena müssen zudem das Linienbusnetz ausgebaut und im Bereich Kirschbaumer Straße ein Bahnhaltepunkt geschaffen werden.

Hintergrund

Piepersberg: Bei der Suche nach einem Standort für eine moderne Sport- und Veranstaltungsarena – unter anderem als Heimspielort für den BHC – scheiterten Pläne für den Piepersberg in Gräfrath.

Wuppertal: Die Stadt Wuppertal begrub später den Standort Wicküler-Park, weil das Projekt als zu teuer erschien.

Weyersberg: Die Stadt Solingen will jetzt eine Arena am Weyersberg bauen. Bei den Kosten rechnet sie die Sanierung der Klingenhalle an, die dann abgerissen würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Nackte Menschen lagen in Wuppertal auf Krankenhausboden - Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Unfall: Motorradfahrer im Krankenhaus gestorben
Busfahrerin verliert Kontrolle und klemmt Taxi ein
Busfahrerin verliert Kontrolle und klemmt Taxi ein
Busfahrerin verliert Kontrolle und klemmt Taxi ein
Viele exotische Tiere leben inzwischen in Düsseldorf
Viele exotische Tiere leben inzwischen in Düsseldorf
Viele exotische Tiere leben inzwischen in Düsseldorf

Kommentare