Solingen: Bagger bringt die Bombe weg

Solingen. Der Mann, der am Dienstagabend die Fünf-Zentner-Fliegerbombe auf einem Grundstück an der Friedrichstraße in Solingen gefunden hat, sorgt nach der Entschärfung am Freitagvormittag auch für den Abtransport.

Um 11.03 Uhr ist es am Freitag soweit: Sprengmeister Peter van Eck eleminiert den Aufprallzünder der englischen Fliegerbombe, die am Dienstagabend auf einem Baugrundstück an der Friedrichstraße gefunden worden war. Und dann tritt ausgerechnet der Mann in Aktion, der mit seinem Bagger auf das Geschoss aus dem 2. Weltkrieg gestoßen war: Boris Konietzko. Dem 28-Jährigen obliegt es heute Vormittag die Bombe per Bagger aus einem Schlammloch auf die Ladefläche eines Lkw zu befördern. Dort wird sie festgeschnallt und zur kontrollierten Spregung  außerhalb Solingens abtransportiert.

Die drei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdiensts wurden bei der Entschärfung vor keine großen Probleme gestellt. Im Gegenteil: Weil die Sicherheitsmaßnahmen des Solinger Ordnungsamts perfekt organisiert waren, konnte bereits um 10.50 Uhr  - zehn Minuten eher als geplant - mit dem Ausbau des Zünders begonnen werden.

Gleich nachdem Peter van Eck Entwarnung gegeben hatte, konnten die umfangreichen Absperrungsmaßnahmen in der Innenstadt wieder aufgehoben werden. Die Anwohner, die ihre Häuser am Morgen verlassen mussten, konnten schneller als gedacht zurück in ihre Wohnungen. Das gilt auch für die fünf älteren Mitbürger, die das DRK für die Dauer der Entschärfung im Café des Seniorenheims Friedrichshofs untergebracht hatte.

Anders als geplant war die Berufsfeuerwehr heute Vormittag nicht nur auf dem Weyersberg stationiert. Als weiteren Standort hatte man den Südpark gewählt, weil es bei einer Komplikation von dort aus bessere Fahrwege gegeben hätte. Außerdem wurde ein Rollcontainer zum Rathaus gebracht, in dessen Sitzungssaal sich die Zentrale für den Großeinsatz befand.

Insgesamt war die Stimmung - bei Einsatzkräften wie bei den von der Evakuierung Betroffenen - ausgesprochen entspannt. Das hatten zuvor schon die Mitarbeiter des Ordnungsamts berichtet, die von Tür zu Tür gehen mussten, um die Bewohner aufzufordern, den Umkreis von 250 Meter rund um die Bombenfundstelle zu verlassen.

Die Schüler der mitten im Sperrgebiet liegenden Grundschule Katernberg hatten laut Rektor Gerhard Richter ab 9.30 Uhr schulfrei. Kinder, die im Evakuierungsbereich wohnen, mussten heute sogar überhaupt nicht zur Schule gehen.

Warum die Bombe fast 70 Jahre lang unentdeckt blieb, erklärt Peter van Eck: Sie habe zwischen viel Beton und Moniereisen gelegen. Metalldetektoren hätten dort keine Chance gehabt.  up/ff

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