Planung

So soll die Forensik Ronsdorf aussehen

So sollen die Gebäude der Forensik auf dem Gelände angeordnet sein.
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So sollen die Gebäude der Forensik auf dem Gelände angeordnet sein.

Wuppertal. Psychisch und suchtkranke Straftäter: Beirat in Wuppertal begleitet Planungen – Mitglieder sahen erste Pläne.

Von Katharina Rüth

Über den möglichen Standort der Forensik wurde in Wuppertal lange diskutiert. Seit 2021 laufen die Planungen für das Gelände an der Parkstraße in Ronsdorf, nahe der Stadtgrenze zu Lüttringhausen. Im September hat sich ein Beirat gegründet. Der erfuhr bei seiner konstituierenden Sitzung auch, wie die Gebäude auf dem Areal verteilt werden.

„Wir haben die Aufgabe, den Bau zu begleiten“, erklärt Harald Scheuermann-Giskes (SPD), Bezirksbürgermeister von Ronsdorf und Vorsitzender des Beirats. Der besteht aus 32 Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, etwa der Ratsfraktionen, der Bezirksvertretung, der Stadtverwaltung, der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen, der Gewerkschaften, der Polizei und noch weiteren Gruppen. „Ich habe mich wählen lassen, um die Interessen der Ronsdorfer zu vertreten“, sagt Harald Scheuermann-Giskes.

Er sei sich bewusst, dass sie den Bau der Forensik nicht mehr verhindern können – gegen die sich Ronsdorfer immer ausgesprochen haben. Aber bei den Details, etwa bei der Verkehrsführung oder dem Thema Lichtverschmutzung, wolle er die Sicht der Stadtteilbewohner in die Planungen einbringen.

Als Vertreterin der Grünen Ratsfraktion aus Wuppertal ist Ilona Schäfer dabei, die unter anderem Bezirksvertreterin in Heckinghausen und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Parlament des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ist, der die forensische Klinik betreiben wird. „Ich sehe meine Aufgabe vor allem darin, Verständnis für die Arbeit der Forensik zu wecken“, erklärt sie. Sie kann die Ängste einiger verstehen, betont aber, ihr sei „jeder lieber, der dort behandelt wird, als wenn jemand gar nicht therapiert wird“ – und etwa nach drei Jahren Haft der gleiche wie vorher sei.

Ein Konzept fürsuchtkranke Straftäter

Die Beiratsmitglieder bekamen erste Pläne für die Forensik mit 150 Plätzen zu sehen. Das therapeutische Konzept ist auf die Behandlung männlicher suchtkranker Straftäter ausgerichtet, bei denen das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet hat. Die Unterbringung ist in der Regel auf zwei Jahre begrenzt.

Vorgesehen sind sieben einzelne Gebäude. Das größte ist das dreigeschossige Stationsgebäude, das aus zwei kreuzförmigen Gebäudeteilen besteht. Es soll 134 Behandlungsplätze enthalten. Dazu gibt es eine Sporthalle, ein Sozialzentrum mit Cafeteria und Lehrküche, ein Gebäude für Arbeitstherapie und Schule, ein Gewächshaus mit Arbeitsräumen für die Gartentherapie sowie ein Gebäude für die Verwaltung, in dem sich auch die Pforte und Lagerräume befinden.

Ein Gebäude soll vom übrigen Gelände durch einen Zaun getrennt werden und einen eigenen Zugang erhalten. Darin sind die Ambulanz und die Rehabilitationsstation mit 16 Plätzen vorgesehen. Dort sollen Personen untergebracht werden, deren Behandlung weit fortgeschritten ist und die kurz vor der Entlassung stehen. Sie verlassen die Klinik meist täglich für eine Arbeit oder eine Ausbildung.

Die ganze Klinik soll von einem 5,5 Meter hohen Zaun umgeben werden, der aus durchsichtigen Platten (Polycarbonat) zwischen Stahlträgern besteht und auf einem Betonfundament steht. Im unteren Bereich soll der Zaun durch ein 3,5 Meter hohes engmaschiges Metallgitter verstärkt werden. Oben soll der Zaun nach innen geneigt und so geformt sein, dass ein Übersteigen verhindert wird.

„Das Konzept scheint mir plausibel zu sein“, sagt Ilona Schäfer. Nach ihren Informationen ist die Planung der Gebäude abgeschlossen, derzeit gehe es um die Inneneinrichtung. Weitere Informationen wird der Planungsbeirat auf seiner nächsten Sitzung erhalten, die für den Februar vorgesehen ist.

Forensische Kliniken

Neubauten: Das Land NRW hat 2011 beschlossen, zu den bestehenden 16 Kliniken für psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter fünf weitere zu bauen. Denn seit Jahren steigt die Zahl der Einweisungen psychisch kranker und suchtmittelabhängiger Straftäter durch die Justiz. Die Stadt Wuppertal wurde als einer dieser Standorte bestimmt. Weitere sind Hörstel bei Münster, Lünen, Haltern und Bonn.

Ronsdorf: Das Gelände an der Parkstraße gehört dem Land. Bauherr der Forensik ist das Landesgesundheitsministerium. Die Klinik wird vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) geplant und gebaut. Nach der Fertigstellung wird der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Klinik betreiben.

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