Mobilitätskonzept

Sechs Jahre Baustelle am Sonnborner Kreuz

Im Sonnborner Kreuz werden bis 2031 zahlreiche Brücken und Verbindungen umgebaut. Anwohner hoffen auf einen zukunftssicheren Lärmschutz.
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Im Sonnborner Kreuz werden bis 2031 zahlreiche Brücken und Verbindungen umgebaut. Anwohner hoffen auf einen zukunftssicheren Lärmschutz.

Die Stadt Wuppertal will ein neues Mobilitätskonzept planen. Anwohner fordern zukunftssicheren Lärmschutz.

Von Katharina Rüth

Die Autobahn GmbH plant aktuell mit einem Start der Bauarbeiten im Sonnborner Kreuz im Jahr 2025 – ein Jahr später als bisher vorgesehen. Zudem rechnen die Autobahnbauer mit einer Bauzeit von sechs statt bisher vier Jahren. Damit wird der Verkehrsknotenpunkt noch Baustelle sein, wenn voraussichtlich die Bundesgartenschau (Buga) stattfindet.

Die Autobahn GmbH, die seit Anfang 2021 für den Autobahnbau in Deutschland zuständig ist, hat bei der Planung für die A46-Sanierung die Reihenfolge verändert. Anders als zunächst geplant folgt nach dem Ausbau der Strecke zwischen dem Sonnborner Kreuz und Haan-Ost jetzt zunächst der Bereich Wichlinghausen. Erst danach ist das Sonnborner Kreuz an der Reihe. Und die Planung dafür verschiebt sich jetzt noch einmal.

Bei der Stadt nimmt man das gelassen. Frank Meyer, Umwelt- und Verkehrsdezernent, erklärt: „Nicht nur der Umbau des Sonnborner Kreuzes, sondern auch die Sanierung der A46 sowie gegebenenfalls die Erneuerung des Autobahnkreuzes Wuppertal-Nord überschneiden sich zeitlich mit der Buga.“ Das sei keine neue Erkenntnis, schließlich sei die Verwaltung seit Jahren diesbezüglich im Gespräch mit Straßen NRW und der Autobahn GmbH des Bundes.

„Davon habe ich bisher nichts gehört.“

Holger Bramsiepe, Buga-Förderverein, über den Zeitplan der Bauarbeiten

„Auch aus diesen Gründen setzt die Buga 2031 insbesondere auf die gute Erreichbarkeit aller Buga-Areale durch die Verkehrsträger des Umweltverbundes“, also etwa ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr. Die Stadt werde die Planungen für ein Mobilitätskonzept aufnehmen, sobald es eine Zusage für die Buga gibt „und die hierfür erforderlichen zusätzlichen Planungskapazitäten bereitstehen“. Die Stadt hat die Bewerbung zur Bundesgartenschau am 24. August abgegeben, eine Antwort wird noch vor der entscheidenden Ratssitzung am 21. September erwartet.

Auch von der Autobahn GmbH heißt es, die Buga-Bewerbung Wuppertals sei bekannt: „Sollte die Stadt Wuppertal den Zuschlag erhalten und die Buga 2031 ausrichten, müssen die Detailplanungen zum Umbau des Sonnborner Kreuzes miteinander abgestimmt werden.“

Überrascht ist dagegen Holger Bramsiepe, Vorsitzender des Buga-Fördervereins, von der Zeitplanung für das Sonnborner Kreuz: „Davon habe ich bisher nichts gehört.“ Aber auch er sagt, das sei „kein Horrorszenario“. „Wir wollen ja eine andere Mobilität“, sagt er. Und sie gingen ja davon aus, dass der Individualverkehr in den nächsten Jahren nicht weiterwachse, sondern eher zurückgehe. In der Machbarkeitsstudie zur Buga wird erwartet, das 40 Prozent der erhofften 1,8 Millionen Besucher mit dem Individualverkehr anreisen. Mithilfe der Digitalisierung sollen sie auf vorhandene Parkmöglichkeiten in der Stadt gelenkt und mit Shuttlebussen zum Gelände der Bundesgartenschau gebracht werden.

Wie die Sanierung des Autobahnkreuzes abläuft, steht noch nicht fest, der Bauablaufplan werde derzeit erstellt, teilt Jasmina Matera, Sprecherin der Autobahn GmbH, mit. Eine besondere Herausforderung seien unter anderem Abriss und Neubau von großen Brücken. Sie sichert zu, dass Autofahrer auch während der Bauarbeiten zwei Fahrstreifen pro Richtung nutzen können. Sie kündigt aber auch an: „Im Zuge der Arbeiten werden wir zeitweise auch Verbindungen im Sonnborner Kreuz sperren müssen und entsprechende Umleitungen einrichten.“

Anwohner fordern Lärmschutz

Der Bürgerverein Sonnborn – Zoo - Varrebeck und die Bürgerinitiative Boltenberg wollen die verbleibende Zeit für Überzeugungsarbeit nutzen, damit der Umbau für einen bestmöglichen Lärmschutz genutzt wird, für den sie sich seit Jahren einsetzen. Sie fordern, dabei die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO anzuwenden. Die WHO geht davon aus, dass Lärm von mehr als durchschnittlich 45 Dezibel in der Nacht und von durchschnittlich 53 Dezibel über 24 Stunden gesundheitsschädlich sind.

Jasmina Matera erklärt, die Autobahn GmbH halte sich an derzeitige gesetzliche Bestimmungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Danach seien die Grenzwerte für Lärm 64 Dezibel am Tag und 54 Dezibel in der Nacht. Das Bundesverkehrsministerium habe diese Werte erst kürzlich aktualisiert und um drei Dezibel abgesenkt. Sie kündigt an, entlang der gesamten Strecke werde Flüsterasphalt verlegt. Dieser bewirke eine Lärmminderung um 5 Dezibel, was vom menschlichen Gehör so wahrgenommen werde, als wären die Geräusche, die von der Autobahn kommen um die Hälfte leiser.

L 418

Bürgerverein und Bürgerinitiative fordern zudem, den geplanten Ausbau der L 418 in die Planungen einzubeziehen. Dieser habe doch Auswirkungen auf die Verkehrsströme, die auch über das Sonnborner Kreuz und die zugehörigen Brücken fließen – und damit auf die nötige Qualität des Lärmschutzes.

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