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Personalprobleme der Stadt Wuppertal wachsen

Dezernent Johannes Slawig, in dessen Geschäftsbereich das Personalamt liegt, geht in diesem Jahr selbst in den Ruhestand.
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Dezernent Johannes Slawig, in dessen Geschäftsbereich das Personalamt liegt, geht in diesem Jahr selbst in den Ruhestand.

Wuppertal. Bis 2030 wird die Hälfte der Beschäftigten die Verwaltung verlassen, auch viele Führungskräfte. Zudem gibt es zunehmend Probleme, alle Ausbildungsplätze zu besetzen.

Von Anne Palka

Die Stadt Wuppertal hat ein Personal-Problem. Ein aktueller Bericht macht das Ausmaß in Zahlen deutlich: Bis zum Jahr 2030 werden 1000 Beschäftigte in den Ruhestand gehen, hinzu kommen rund 1100 Kündigungen, wenn die Entwicklung der vergangenen Jahre sich fortsetzt. Die Stadtverwaltung hat rund 4100 Beschäftigte – also wird rund die Hälfte in acht Jahren nicht mehr dort beschäftigt sein. Bei den Führungskräften ist jetzt schon klar, dass 44 der 125 Amts-, Ressort- und Abteilungsleiter im Jahr 2030 nicht mehr bei der Stadt arbeiten werden. 

Zunehmende Probleme, alle Ausbildungsplätze zu besetzen

„Diese dramatische Situation, die seit Jahren bekannt ist, verschärft sich zunehmend“, sagte Servet Köksal (SPD) bei einer Diskussion im Wirtschaftsausschuss. Umso wichtiger sei das Thema Wissensmanagement, Expertise müsse an nachrückende Mitarbeiter weitergegeben werden, damit sie der Stadt nicht verloren geht.

Um dem demografischen Wandel gegenzusteuern, setze die Stadt unter anderem auf die eigene Ausbildung in mehr als 20 Berufen, schreibt Personalamtsleiter Michael Telian im Bericht. Es werde aber zunehmend schwieriger, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, sagt Dezernent Johannes Slawig, in dessen Geschäftsbereich das Personalamt liegt: „Es gibt weniger Bewerbungen und einen scharfen Wettbewerb mit Unternehmen. Gleichzeitig werden wir keine Abstriche bei der Qualität machen.“

Paul Yves Ramette (Grüne) sagte in der Diskussion: „Die Stadt muss auf ihre Vorteile hinweisen, es gibt gute Gründe, eine Ausbildung zu beginnen. Die Werbemaßnahmen sind vielfach die klassischen Werkzeuge. Es müssten sich jüngere Mitarbeiter darum kümmern, um die potenziellen Bewerber da abzuholen, wo sie sind, zum Beispiel in Sozialen Netzwerken.“ Ausbildung allein werde nicht ausreichen, so Michael Telian, die Stadt müsse vermehrt Personal extern einstellen.

Es werde auch schwieriger, Personal zu halten, sagt Johannes Slawig. „Der Anteil ungeplanter Fluktuation ist sehr groß, er hat zugenommen. Natürlich versuchen wir, das mit allen Kräften zu verhindern.“ Dazu müsse die Stadt Bedingungen bieten, die mindestens so attraktiv sind wie beim neuen Arbeitgeber – hat aber tarifliche Restriktionen und eine begrenzte Zahl von Stellen in Führungspositionen, die eine Entwicklungsmöglichkeit für Mitarbeiter bieten.

Auch im privaten Bereich gute Rahmenbedingungen schaffen

„Im Vergleich zu Teilen der Privatwirtschaft werden im öffentlichen Dienst soziale Standards eingehalten“, betont Slawig jedoch, „Überstunden werden bezahlt oder ausgeglichen, die Arbeitszeit bietet Flexibilität und die Mitarbeiter kümmern sich um Aufgaben des Gemeinwohls.“ Auch privat müssten städtische Mitarbeiter gute Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie nicht in andere Regionen abwandern, betonte Lukas Twardowski (SPD): „Wir halten die Wohnflächen- und Bauentwicklung für wichtig. Wir müssen den Familien attraktiven Wohnraum bieten können, viele finden in Wuppertal kaum noch etwas.“

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