Im Zeitplan

Schwebebahn soll ab 1. August wieder fahren

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An der Ohligsmühle ist eine von zwei großen Montageplattformen im Gerüst der Schwebebahn eingehängt. 

WUPPERTAL Bisher, so die Wuppertaler Stadtwerke, sind die Arbeiten nach dem Unfall im Zeitplan.

Von Andreas Boller

Seit mehr als 100 Tagen steht die Schwebebahn still. Bewegung am Gerüst gibt es zurzeit nur im Schritttempo, denn seit Februar sind auf der Strecke Trupps im Einsatz, um 18 000 Klemmbacken mit zusätzlichen Sicherungen einzubauen. Später sollen 2500 zusätzliche Absturzsicherungen für die Stromschiene folgen – eine Sisyphusarbeit. Am 1. August soll die Schwebebahn wieder fahren – die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sehen die Arbeiten trotz der heftigen Stürme der vergangenen Tage im Zeitplan. „Sollte es Hinweise geben, dass wir den Termin 1. August nicht halten können, werden wir das sofort kommunizieren“, sagt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH.

Am 18. November 2018 hatte sich in der Nähe der Schwebebahnstation Stadion/Zoo die Stromschiene auf einer Länge von mehreren hundert Metern gelöst. Zum Glück wurde bei dem Absturz der tonnenschweren Stahlschiene niemand verletzt. Der Zwischenfall löste den längsten Ausfall in der Geschichte der Schwebebahn aus. „Sie fehlt“, sagt Oberbürgermeister Andreas Mucke. „Wir merken es am Tourismus, denn Reisegruppen sagen ab, für die eine Fahrt mit der Schwebebahn unverzichtbar zum Wuppertal-Programm gehört. Das gilt auch für viele Besucher des Zoos“, so Mucke. Der Oberbürgermeister ist überzeugt, dass die WSW alles tun, um den Ausfall der Schwebebahn so kurz wie möglich zu halten.

Die unfreiwillige Betriebspause bietet Zeit für Wartungsarbeiten

Das werden die WSW auch mit Blick auf ihre Finanzen tun müssen. Auf 2,3 Millionen Euro beziffern sie voraussichtliche Folgekosten. Verzögerungen würden teuer, denn Schwebebahnersatzverkehr geht ins Geld.

TESTFAHRTEN

BETRIEBSSYSTEM Wenn in den kommenden Wochen die neuen blauen Schwebebahnen unterwegs sind, dann ohne Fahrgäste. Die WSW haben Testfahrten geplant, denn zum 1. August soll das neue Betriebssystem an den Start gehen. Der Kaiserwagen muss auf das System umgestellt werden und wird daher noch länger ausfallen. Eine Bahn der 1970er Baureihe wollen die WSW einlagern.

Die Reparatur der Schwebebahn ist ein Kraftakt. 16 bis 17 Kilogramm wiegt die Stromschiene aus Stahl pro Meter. Die bisherigen Halterungen waren auf ein Gewicht von bis zu 600 Kilo ausgelegt. Zusätzliche Sicherheiten sollen mit einem Stahlteil, das in die Klemmbacken eingeschraubt werden muss und die Tragkraft auf 900 Kilo erhöht, geschaffen werden. „Die Montage ist Handarbeit, und das 18 000 Mal“, sagt Jaeger. Die Monteure sind in sogenannten Käuferwagen am Gerüst unterwegs. Zwei Trupps zwischen Bruch und Hammerstein, zwei zwischen der Ohligsmühle und der Pestalozzistraße. Die Montage läuft auch bei widrigen Wetterverhältnissen weiter. „Kritisch wird es ab Windstärke acht. Dann müssen die Arbeiten aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Es gibt dann aber an anderen Stellen, wie zum Beispiel in den Stationen, genug zu tun“, sagt Michael Krietemeyer, technischer Leiter der Schwebebahn.

Die WSW nutzen die Betriebspause der Schwebebahn, um Wartungsarbeiten und eine Grundreinigung vorzunehmen. So zum Beispiel zuletzt an der Station Ohligsmühle. Und der große Umbau der Station Döppersberg soll mit Arbeiten beginnen, die im laufenden Betrieb so nicht möglich wären. Außerdem werden gerade die Gummibeläge ausgetauscht, die das Quietschen und Rattern der Bahn dämpfen sollen. Arbeiten, die sonst nur in den Nachtstunden möglich sind. Die beiden großen Montageplattformen dafür sind zurzeit im Bereich Kluse und an der Ohligsmühle im Gerüst eingehängt.

Vereinzelt werden in den kommenden Wochen Schwebebahnen auf Testfahrten zu sehen sein. „Das neue Betriebssystem wird getestet, 22 der neuen Bahnen sind inzwischen aus Spanien geliefert worden“, sagt Jaeger. Der Hersteller hat den Auftrag erhalten, ein Warnsystem zu entwickeln, das den Fahrer alarmiert, sollte sich eine Stromschiene gelöst haben.

Einen weiteren Schutz sollen Absturzsicherungen bieten. Doch bevor diese montiert werden können, müssen sie von der Technischen Aufsichtsbehörde zugelassen werden. Alle Entwicklungen an den Schwebebahnen oder am Gerüst sind technisches Neuland. „Wenn die Zulassung erfolgt, dann können wir die Sicherungen in Auftrag geben“, sagt Jaeger. Er ist zuversichtlich, dass die WSW auch hier im Zeitplan bleiben. Rund 50 Mitarbeiter der WSW sind bei den Reparaturen im Einsatz. Jaeger schließt die Einbeziehung von Fremdfirmen nicht aus.

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