Über der Wupper

Schwebebahn erhält noch kein grünes Licht

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80 Prozent der 2500 Bauteile zur Absturzsicherung haben die Stadtwerke bereits am Gerüst eingebaut. Ob die Schwebebahn am 1. August den Betrieb aufnimmt, hängt von der Genehmigung der Aufsichtsbehörde ab. 

WUPPERTAL Ob der Betrieb bald wieder aufgenommen werden kann, entscheidet sich in dieser Woche.

Von Andreas Boller

Wird die Schwebebahn ab dem 1. August ihren regulären Fahrbetrieb mit Fahrgästen aufnehmen? Die Entscheidung fällt voraussichtlich in dieser Woche, denn dann haben die Wuppertaler Stadtwerke einen Termin bei der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) der Bezirksregierung in Düsseldorf. Im Mittelpunkt der Gesprächsrunde wird die von den WSW entworfene Konstruktion einer Absturzsicherung für die Stromschiene stehen, die bis zum 1. August am Schwebebahngerüst eingebaut wird.

Das neue Bauteil ist eine Ergänzung des Sicherungssystems, das in Zukunft den Absturz der Stromschiene vom Gerüst verhindern soll. Im November 2018 löste sich die Stromschiene in der Nähe der Station Stadion/Zoo auf einer Länge von mehreren hundert Metern vom Gerüst. Die Absturzsicherung soll nun für den Fall der Fälle, dass sich die Stromschiene doch noch einmal lösen würde, den Sturz auf die Straße oder in die Wupper verhindern.

Für die Eigen-Konstruktion liegt den Stadtwerken allerdings noch keine Genehmigung der TAB vor, daher ist der Termin für die Wiederaufnahme des Fahrbetriebs nach Einschätzung der Bezirksregierung gefährdet. „Die Aufsichtsbehörde hat die Genehmigung bisher noch nicht erteilt, weil ihr die Unterlagen von Zulieferern über das für die Absturzsicherung verwendete Material nicht vorgelegen haben. Da geht es zum Beispiel um Fragen der Belastbarkeit“, sagt WSW-Sprecher Holger Stephan.

Veränderungen am Gerüst bedeuten technisches Neuland

Wie langwierig die Prüfung technischer Unterlagen und Details für die Schwebebahnen und das Schwebebahngerüst ausfallen können, zeigt ein Zwischenfall, der sich im Mai 2017 ereignet hat, als eine Bahn in der Nähe der Station Pestalozzistraße an das Gerüst stieß. Seitdem dürfen die Schwebebahnen nur mit Tempo 40 statt Tempo 60 fahren. Fest steht, dass eine Reihe von Faktoren Auslöser für den Zwischenfall waren. Da bei der Aufsichtsbehörde bis heute nicht alle technischen Fragen in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Kiepe geklärt sind, gilt weiterhin das Tempolimit 40.

VORFÄLLE

2013 Auch in diesem Jahr gab es einen Zwischenfall zwischen Kluse und Landgericht gegeben. Mit dem Vorfall im November 2018 kamen die WSW zwei Mal mit einem „blauen Auge“ davon, weil es keine schwerwiegenden Personenschäden gab.

Eine Wiederholung dieser Hängepartie wollen die WSW unbedingt vermeiden. Alle Arbeiten sind daher auf den 1. August ausgerichtet. Vormittags sind die Schwebebahnen weiterhin zu Schulungsfahrten für das Fahrpersonal unterwegs. Nachmittags, nachts und eventuell im Endspurt rund um die Uhr soll dann bis zum 1. August die Absturzsicherung eingebaut werden. 80 Prozent der neuen Absturzsicherungen sind bereit eingebaut und dabei so gut versteckt, dass sie das gewohnte Erscheinungsbild des Schwebebahngerüstes nicht stören. Die Schwebebahn ist ein Unikat und daher sind alle Veränderungen an den Bahnen und am Gerüst technisches Neuland. Entscheidend ist bei allen Veränderungen daher auch, wer die Verantwortung dafür übernimmt.

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