Aktion

Schulen drehen die Heizung runter

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44 Schulen und Kitas wollen die Temperatur um ein bis zwei Grad senken.

DÜSSELDORF Die Stadt Düsseldorf ruft am Freitag erstmals zum Warmen-Pulli-Tag auf. 23 Schulen und 21 Kitas machen mit.

Von Alexander Esch

Was so harmlos klingt, machte im Februar bundesweit Schlagzeilen: der Warme-Pulli-Tag an einer Grundschule in Düsseldorf-Bilk. Bei Facebook hagelte es Anfeindungen, da es im Elternbrief geheißen hatte, dass die Heizung für „mehr Energiebewusstsein“ ausgeschaltet würde. Das Kindeswohl sahen einige gefährdet. Letztendlich wurde die Temperatur nur um ein paar Grad gesenkt, im Elternbrief war die Aktion laut Schulleiterin Linda Hennemann falsch dargestellt worden.

SO LÄUFT DIE AKTION

BEISPIEL An einer Bilker Gesamtschule messen die Schüler aktuell Temperaturen. Nach der Aktion bewerten sie die Aktion mit Fragebögen. Zudem geht es um weitere ganz praktische Dinge – wie neue Piktogramme auf Mülleimern. Denn manche Schüler wüssten gar nicht, was in die Gelbe Tonne gehöre.

Zehn Monate später nun ruft die Stadt alle Schulen zu einem Warmen-Pulli-Tag auf, die Temperaturen sollen bei diesem „Aktionstag zum Einsparen von Heizenergie“ um ein bis zwei Grad Celsius gesenkt werden. In Zeiten digitaler Entrüstungsstürme ist es keine Überraschung, dass sich auch dieses Mal Kritik unter der Mitteilung der Stadt bei Facebook findet. „Was ein Schwachsinn“, heißt es da. Das ginge auf Kosten der Kinder. Von „Klima-Hysterie“ ist die Rede. Allerdings: Die Mehrheit der Kommentatoren begrüßt die Aktion als „Umweltbildung“ oder als „kleinen Beitrag zum Klimaschutz, der Kinder sensibilisieren soll“.

Düsseldorfs Umweltdezernentin Helga Stulgies sagt: „In warme Pullis verpackt muss niemand frieren, aber es lassen sich bis zu sechs Prozent Heizenergie sparen. Das zeigen auch Erfahrungen aus anderen Kommunen.“

„Es geht darum, dass die Schüler diese Botschaften mit nach Hause nehmen.“

Schulleiterin Linda Hennemann

Die Aktion ist Teil des städtischen Bildungs- und Klimaschutzprojekts „mit ENERGIE gewinnen!“, an dem 55 Schulen und 33 Kitas teilnehmen. 150 000 Euro haben sie in diesem Jahr durch weniger Verbrauch von Strom, Heizenergie, Wasser und Abfall eingespart, die Hälfte wurde ihnen kürzlich bei der Preisverleihung ausgezahlt. Mit dabei war auch die Martin-Luther-Grundschule aus Bilk, die sogar einen Vortrag über ihren vieldiskutierten ersten, eigenen „Warmen-Pulli-Tag“ hielt.

Mit Mützen und Pullis war es vielen sogar eher zu warm

In der stadtweiten Variante sind jetzt neben ihr 22 weitere Schulen dabei sowie 21 Kindertagesstätten. Für Schulleiterin Linda Hennemann ist es keine Frage gewesen wieder mitzumachen. „Das ist einfach eine gute Sache.“ Auch bei der Premiere habe alles gut geklappt. Lediglich zwei Kinder hätten krank gefehlt. Und mit dicken Pullis, Mützen, Decken und Thermoskannen sei es sogar vielen eher zu warm gewesen, obwohl die Temperaturen um bis zu drei Grad in den Klassen reduziert worden seien.

Hennemann betont, dass es beim Klimaschutz an der Schule nicht beim Warmen-Pulli-Tag bleibt. So habe man mit Schülern eine konsequente Mülltrennung eingeführt, die Zeit reduziert, die das Wasser nach Knopfdruck aus den Wasserhähnen läuft, oder die Vorteile des Stoßlüftens mit einer Nebelmaschine veranschaulicht. „Zudem geht es uns darum, dass die Schüler diese Botschaften mit nach Hause nehmen.“

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