Serie: "Ein schöner Tag in..."

Ein schöner Tag in der Ohligser Heide

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Immer wieder sind Wanderschafherden in der Ohligser Heide unterwegs, um die Kulturlandschaft zu erhalten.

SOLINGEN Neben Feucht- und Moorgebieten sowie Wald locken ein Abenteuerspielplatz, ein Freibad und ein Restaurant mit idyllischer Parkanlage.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Die Ohligser Heide im Solinger Westen steht als Begriff für viele Dinge: Ruhiges Grün und Ruhe sind ebenso zu haben wie fröhliche Geselligkeit. Für Liebhaber echter Natur ist sie ein Mekka für stille Wanderungen durch Moor, Heide, über Waldpfade und an Tümpeln und Bachläufen vorbei. Gut für Interessierte aufbereitet, führen zum Teil Stege über unzugängliche Gebiete mitten hinein ins Froschgequake und zu flirrend dahinhuschenden Libellen, die über den Wasserspiegeln nach Nahrung suchen. Auf dem Areal verteilte Schautafeln erläutern die besondere Flora und Fauna. 

Als ein in Teilen bewaldetes, ehemaliges Heidegebiet im Stadtgebiet von Solingen-Ohligs ist sie Bestandteil der Bergischen Heideterrasse und gehört zum Naturraum Hilden-Lintorfer Sandterrassen. Sie steht unter Naturschutz. Durch Rodungen soll langfristig wieder eine größere Heidefläche als ursprüngliche Kulturlandschaft entstehen, ein Unterfangen, das immer wieder über die Medien von den Zuständigen erklärt wird, um die Bevölkerung beim Abschied vom Althergebrachten mitzunehmen.

Mitten in der Idylle: Ein Schwimmbad

Das Naturschutzgebiet ist auf 147,24 Hektar festgesetzt und grenzt im Westen an die Bundesautobahn 3 (A 3). Dort befindet sich der Rastplatz Ohligser Heide. Begrenzt ist es im Norden durch die S-Bahn-Linie 1 (S 1). Im Osten liegt der Waldfriedhof von Solingen-Ohligs. Den südlichen Rand bilden die Schwanen- und Langhansstraße. Mitten in der Idylle taucht, für Nichteingeweihte sicher überraschend, ein Freiluft-Schwimmbad auf, das von Mai bis September für Badegäste geöffnet ist. 

Mitten in der Idylle taucht ein Freiluft-Schwimmbad auf, das von Mai bis September für Badegäste geöffnet ist.

Das Wasser im Becken wird durch die Sonne erwärmt. Das Freibad präsentiert sich mit einem 50-Meter-Sport- und Nichtschwimmerbecken inklusive kleiner Rutsche sowie einem Planschbecken für die Kleinsten. Zusätzlichen Spaß bietet ein 1-, 3- und 5-Meter Sprungturm an einem separaten Sprungbecken. Neben den bekannten Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten wie Großfeldschach, Tischtennis, Basketball, Beachvolleyball, Beachsoccer und einer Boule-Bahn gibt es auch einen Sandstrand mit Liegestühlen. Damit ist auch für die nicht so heißen Tage gesorgt. Bälle für die angebotenen Ballspielarten kann man ausleihen. Ein Kiosk mit angrenzender Terrasse bietet ein frisches und vielfältiges Angebot zur Stärkung zwischendurch.

Großer Abenteuer-Spielplatz für jede Altersgruppe

Kinder und deren Familien bekommen leuchtende Augen, wenn sie vom Spielgrund Engelsberger Hof schwärmen, einem großen Abenteuer-Spielplatz, der von hohen Bäumen eingerahmt auf einer Wiese für jede Altersgruppe Spaß bietet. Er liegt auf der anderen Seite der Langhansstraße, erreichbar über einen von insgesamt vier seitlichen Eingängen, die entweder geradewegs oder zunächst durch den Park hinter der Schlesischen Schänke dorthin führen. 

Die Lokomotive „Schnaufi“ ist ein Wahrzeichen der Ohligser Heide und für Kinder ein unbedingtes Muss.

Das vielseitige Angebot reicht von mehreren Kletterburgen über Schaukeln und Wipptieren bis zu einer Seilbahn. Auch Sandplätze für die Kleinsten sind da, so dass auch Förmchen und Eimerchen eifrig zum Einsatz kommen können. Jüngst wurde ein neues Piratenschiff aufgestellt, das ein in die Jahre gekommenes abgelöst hat. Hinzu kommen Sportmöglichkeiten wie Tischtennisplatten, Basketballkörbe und Flächen zum Fußballspielen.

Das Wahrzeichen ist eine Lok

Auch Grillplätze gibt es auf dem weitläufigen Gelände, dessen Wahrzeichen die wiedereröffnete, bunte Kletterlok „Schnaufi“ ist, die seit Generationen der Fantasie kleiner Lokführer freien Lauf lässt. Unmittelbar angrenzend liegt der frei zugängliche Park des Restaurants Schlesischen Schänke. Verschlungene Wege locken durch hohen, luftigen Baumbestand und auf die romantisch anmutende, kleine Brücke über den kleinen Weiher, auf dem Enten, Blesshühner und andere Wasservögel ihre Runden ziehen. Gerade in den Sommermonaten und bei schönem Wetter sind die Anlagen gut besucht – wobei es im Park immer ruhige Eckchen gibt, in denen sich, wer mag, vom Spielplatz-Trubel zurückziehen kann.

Die Ohligser Heide

GESCHICHTE Die Bergische Heideterrasse ist ein Relikt aus der Eiszeit. Sie war geprägt durch unterschiedliche Waldgesellschaften auf nassen oder trocken-sandigen Böden mit darunterliegenden Geröllschichten. Diese Böden eigneten sich nur schlecht für die Landwirtschaft und waren deshalb kaum besiedelt. In der Umgebung von Opladen entstanden am Ende der Mittelsteinzeit um 8000 bis 4000 vor Christus erste Ansiedlungen durch Menschen, die hier ihre Heimat suchten. Sie rodeten die Flächen und betrieben Ackerbau. Dadurch breiteten sich im Laufe der nächsten 3000 Jahre die verschiedenen Heidevegetationen aus.

ANFAHRT Auf der Bonner Straße, entweder aus Richtung A 3 oder aus Hilden kommende, in die Langhansstraße einbiegen. Nach ein paar hundert Metern rechts gibt es einen Waldparkplatz. Von hier aus führen ausgeschilderte Wanderwege durch das Reservat und zum Freibad. Auf der anderen Straßenseite liegt das Lokal Schlesische Schänke, dahinter der Park, der in den Spielgrund mündet.

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