Ein schöner Tag im Krefelder Stadtwald

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Diesen Blick hat man im Stadtwald gleichermaßen vom Spielplatz wie aus dem Biergarten und auch vom Boot aus. Foto: Dirk Jochmann

Die Wege laden zum Spazieren ein und führen an einigen interessanten Stationen vorbei.

Von Christian Herrendorf

Krefeld. Krefelder geben eher selten an. Wenn man aber auf den Stadtwald zu sprechen kommt, dann geraten sie in Fahrt. Dann geht es um die kleine und die große Spazierroute, um ganze Familien-Sonntage auf dem Spielplatz und dem Weiher oder Statistiken zum Biergarten, die ihn wahlweise zum größten und/oder schönsten in NRW oder gleich der ganzen Republik machen. Folglich lässt sich schon vor den Details mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass man mit dem Besuch im Krefelder Stadtwald viel richtig machen kann.

Spazierwege

Verlaufen oder Falschabbiegen ist im Krefelder Stadtwald ziemlich schwierig. Denn egal, wie man sich an einer Gabelung entscheidet, die Wege und ihre Umgebung bleiben schön – und das ganze Gelände ist nicht so groß, dass man nicht bald wieder eine Route zum Ausgangspunkt oder Ziel findet. Für eine gepflegte Runde (insbesondere mit Kindern) können wir empfehlen, sich am Wasser zu orientieren. Wenn man am Stadtwaldhaus beginnt und gegen den Uhrzeigersinn läuft, kommt man an der Rennbahn vorbei und landet am Ende bei Spielplatz, Bootsverleih und Biergarten. Einzige Wahl, die man unterwegs treffen muss: Läuft man ganz eng am Weiher entlang oder die etwas größere Runde bis zu den Niepkuhlen? Einzige Herausforderung: Wie kriegt man die hübsche Insel in der Mitte des Weihers mit eingebaut, ohne einen Weg zweimal laufen zu müssen?

Stadtwaldhaus und sein Biergarten

Wer am Stadtwaldhaus in der Hüttenallee 108 parkt, steht vor der Gefahr, dass er gar nicht weit kommt und deshalb wesentliche Teile der Gegend verpasst. Dass die Krefelder von diesem Ort so schwärmen und die Gäste bald zu Stadtwald-Botschaftern werden, hängt mit dem imposanten Gebäude zusammen. Die einstige Waldschänke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts um einen größeren „Anbau“ erweitert. Der Biergarten und die Konzertmuschel kamen 1911 hinzu. Der Biergarten bietet einen sehr schönen Blick auf den Weiher und kann deshalb mit jeder Einrichtung am Rhein und in Bayern konkurrieren. Am Rande der mehr als 2000 Plätze liegt ein kleiner Spielplatz für alle jungen Gäste, die in der Nähe bleiben, also nicht zum großen Spielplatz sollen, der hier gleich noch vorgestellt wird. Wer sich an die Biertische und auf die gleichnamigen Bänke setzt, versorgt sich an der Hütte des Hauses selbst mit Nahrung. Wer sich für die Gartenstühle entscheidet, lernt zeitnah seinen Kellner kennen. Mitgebrachtes (egal ob Essen oder Getränke) darf im Biergarten nicht konsumiert werden. Auch Musik dürfen die Gäste mit Rücksicht auf die Tischnachbarn nicht abspielen, sie werden aber regelmäßig akustisch versorgt. Für viele Sonntage im August und September sowie weitere Wochentage sind Freiluft-Auftritte von Jazz-, Rock-, Pop-und Funk-Formationen angekündigt.

Spielplatz

Die Sandflächen und die dort beheimateten Geräte sind nicht spektakulär, aber einfach schön. Eine Seite ist für Kleinkinder vorgesehen, die Schaukeln, Wippen und Rutschen sind entsprechend erdnah konstruiert. Auf der anderen Seite gibt es für die größeren Kleinen einige recht neue Klettermöglichkeiten und eine Seilbahn. Die Bänke für die Eltern und die Picknick-Ausstattung stehen ganz nach Bedarf im Schatten oder nah am Nachwuchs. Zum Spielplatz gehören auch noch zwei Fußballtore, die mal von Kumpels und Kumpelinnen für Duelle in derselben Altersklasse genutzt werden und mal für Duelle zwischen zwei Generationen. Zusätzliche Herausforderung für diese Partien ist die nicht mehr ganz ebene Spielfläche – je nach Fitnesszustand eher für die Zuschauer als die Teilnehmer spaßig.

Rennbahn

Man muss kein Architektur-Historiker sein, um mit wenigen Blicken zu erkennen, dass die Krefelder Rennbahn vor mehr als 100 Jahren gebaut wurde. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstanden die Gebäude und Tribünen, die heute auf verschiedene Weisen genutzt werden, unter anderem auch für Galopprennen, von denen für dieses Jahr noch drei im Kalender stehen: am 6. und am 25. Oktober sowie am 10. November. Im Moment und noch bis zum 11. August bespielt das Krefelder Open-Air-Kino die Rennbahn. Dank der Tribüne unabhängig vom Wetter, werden dort jeden Abend aktuelle Filme gezeigt. Zur Rennbahn gehört das Restaurant Derby, in dem dienstags bis freitags ein Mittagstisch (12 bis 14 Uhr) serviert wird. Neben der Rennbahn finden Spaziergänger ein weiteres Restaurant: die Gastronomie A&U im Golfclub Stadtwald, die den Schwerpunkt auf die deutsche Küche legt und dienstags bis sonntags von 11 bis 22 Uhr geöffnet ist.

Bootsverleih

Der Weiher ist schön zum Drumherumlaufen, aber auch auf dem Wasser. Der Verleih neben dem Spielplatz bietet dazu Ruder und Tretboote (Öffnungszeiten bei gutem Wetter: ab 10 Uhr und bis zum Einbruch der Dunkelheit). Ruderboote für bis zu zwei Personen kosten 3,50 Euro pro halbe Stunde, für bis zu vier Personen 4,50 Euro pro halbe Stunde. Für Tretboote werden 5, 7 oder 9 Euro pro halbe Stunde fällig, abhängig davon, ob zwei, bis zu vier oder fünf Personen und Kinder darin Platz nehmen. Das Schöne an der Strecke: Sobald eine der Brücke passiert ist, scheint man für sich zu sein. Das Ufer, seine Bäume und Sträucher rücken näher und weichen erst wieder, wenn der Teil des Stadtwalds mit der Rennbahn erreicht ist.

Bewegungsparcours

Wenn man am Stadtwaldhaus vorbei Richtung Hüttenallee läuft und hinter den Tennisplätzen von Schwarz-Gelb nach links abbiegt, erreicht man nach wenigen 100 Metern einen Bewegungsparcours, eine Art unentgeltliches Fitnessstudio unter freiem Himmel. Dort gibt es eine Hartgummi-Fläche, auf der Dehn-und Springübungen möglich sind, Seile und Balken, die den Gleichgewichtssinn trainieren, sowie Stangen und Maschinen, an denen man mit dem eigenen Gewicht und dank der eigenen Gelenke etwas für seine Muskeln tun kann. Die Erbauer der Anlage empfehlen, vor und während der Einheiten sich rund um die Anlage zu bewegen, um sich aufzuwärmen beziehungsweise zu lockern.

ANFAHRT

AUTO Es gibt zwei Parkmöglichkeiten: am Europaring (Galopprennbahn) und an der Hüttenallee (Stadtwaldhaus). Die Plätze am Europaring erreicht man am besten, wenn man die A 57 an der Ausfahrt „Gartenstadt“ verlässt und dann gut zwei Kilometer Richtung Zentrum fährt. Zur Hüttenallee geht es über die Moerser Straße, die Wilhelmshofallee und die Kaiserstraße.

ÖPNV Vom Krefelder Hauptbahnhof fahren die Buslinien 052 (bis Schönwasserstraße), 054 (bis Grafschaftsplatz) und 058 (bis Stadtwald) in die erforderliche Richtung.

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