Ein schöner Tag auf dem Hausboot

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Fünf Hausboote haben in diesem Jahr am Unterbacher See angelegt. Foto: Melanie Zanin

Seit dieser Saison bietet der Unterbacher See in Düsseldorf etwas Neues an. Ungewöhnliche Unterkünfte können gemietet werden.

Von Dieter Sieckmeyer

Düsseldorf. Eine blaue Libelle schwebt wie ein Hubschrauber über den See, auf dem Bootssteg nebenan sitzt ein Blesshuhn auf seinem Nest. Von der Terrasse aus kann der Betrachter die Segelboote beobachten, die elegant über den See gleiten. Und mit ein bisschen Fantasie entsteht dabei die Idee, ein Buch zu schreiben. Vielleicht von einem Mann und einem Fisch. Besser von einem alten Mann und einem großen Fisch. Und dann fällt einem plötzlich ein, dass dieses Buch schon geschrieben worden ist. So ähnlich muss sich Ernest Hemingway gefühlt haben, wenn er von Kuba aus auf das offene Meer geschaut hat. Nun ist der Unterbacher See nicht so groß und hat an seiner längsten Stelle einen Durchmesser von zwei Kilometern. Dafür ist er aber auch viel näher als Kuba.

Ein bisschen wie Hemingway fühlen kann man sich dort seit Anfang der Saison. Fünf Hausboote haben am See angelegt. Wie sich ein Tag und eine Nacht auf dem Wasser anfühlen, haben wir für Sie getestet. „Wir haben das für alle gemacht, die keinen eigenen Campingwagen oder ein Wohnmobil haben“, erläutert Peter von Rappard, Geschäftsführer des Unterbacher Sees.

Das Interesse ist groß, an den Wochenenden sind die fünf Boote fast immer ausgebucht. Auch ganze Hochzeitsgesellschaften haben sich schon dort einquartiert und die Liegeplätze am Ufer gleich mitgemietet. Von Rappard: „Ich glaube, wir haben da einen Nerv getroffen.“

Die Nacht auf dem Wasser beginnt mit Conny und Anne an der Rezeption des Campingplatzes und ihrer Checkliste. Die führen zunächst durch das „Haus“, das mit einer Größe von knapp 30 Quadratmetern allerdings überschaubar ist. Bis zu vier Personen können auf dem Boot übernachten. Zwei in Hochbetten, die anderen beiden im Doppelbett, das entsteht, wenn der Tisch umgebaut wird. Der Clou des Hausbootes ist allerdings die kleine Terrasse auf dem Wasser.

Der direkte Sprung ins Wasser ist verboten

Zum Hausboot gehört auch ein kleines Badezimmer mit Toilette und Waschbecken. Wer sich duschen will, muss allerdings die sanitären Anlagen des Campingplatzes nutzen. Sollten die Hausboote weiter so gut angenommen werden, denkt Peter von Rappard daran, die Schiffe in den nächsten Jahren noch aufzurüsten. Fahren kann man mit den Booten übrigens nicht, sie liegen fest. Und noch etwas anderes ist verboten: Der Sprung von der Terrasse ins Wasser: „Das ist zu gefährlich, weil die Schwimmer dann möglicherweise den Seglern in die Quere kommen.“ Allerdings ist der Nordstrand des Unterbacher Sees ganz in der Nähe. Und der Eintritt für Hausboot-Mieter kostenlos.

Gleich nebenan steht die Minigolfanlage. Im Hafen liegen jede Menge Tretboote, vom Schwan bis zum Flamingo. Wer Lust hat, kann im Optimisten, dem typischen Einsteigerboot für Landratten, erste Segelversuche unternehmen. Daniela Schmitz hat an dem Ufer gegenüber eine Kite-and Surfschule eröffnet und direkt daneben kann man auch Beach-Soccer spielen. Dort trainiert übrigens manchmal auch die deutsche Nationalmannschaft, weil Spitzenspieler Oliver Romrig gebürtiger Unterbacher ist.

Wer es lieber ruhig angehen lässt, kann auch einfach um den See wandern. Das sind ziemlich genau sechs Kilometer. Mit Rastmöglichkeiten an drei Gastronomien, dem Se(h)restaurant, dem Café Nichtschwimmer und dem Café Ponton. Frühstücken kann man auch auf dem Hausboot. Am Campingplatz gibt es jeden Morgen frische Brötchen.

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