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Ein schöner Tag im Düsseldorfer Schlossturm

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Der Schlossturm von der anderen Rheinseite aus. 

DÜSSELDORF In diesem Wahrzeichen lässt sich im Panorama-Café die Aussicht genießen oder im Schifffahrtsmuseum Vieles ausprobieren.

Von Alexander Esch

Der Schlossturm – von oben nach unten entdeckt:

4. Obergeschoss

Der Panorama-Ausblick ist so bestechend, dass man den halben Tag auch locker nur auf dieser, der höchsten Etage des Schlossturms verbringen könnte. Zumal man in der „Laterne im Schlossturm“ auch kulinarisch umsorgt wird. Ein Frühstück gibt es hier ab 12 Euro. Auch herrlich ausschauende Kuchen und italienische Plätzchen finden sich in der Vitrine. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, der Museumseintritt muss gezahlt werden.

3. Obergeschoss, Galerie

Auf der kleinen Galerie zeigt das Museum, welche Bedeutung Brücken und Fähren hatten. Im Jahr 1699 beispielsweise ließ Kurfürst Johann Wilhelm eine sogenannte „Fliegende Brücke“ installieren, eine im Strom verankerte Schwenkfähre.

3. Obergeschoss

Reisen auf dem Rhein, das ist das Thema in der dritten Etage („Mitreißender Wasserweg“). Ein neuer Typ Mensch wird Anfang des 18. Jahrhunderts auch in Düsseldorf immer öfter gesichtet: der Tourist. Dazu gibt es im Schifffahrtsmuseum Exponate zum Anfassen – etwa der Reisekoffer eines englischen Touristen aus dem 19. Jahrhundert. Wer das mannshohe Gebilde aufklappt, sieht nicht nur ein Bild des Touristen und Reiseutensilien in einem eingebauten Regal präsentiert, sondern hört einen vertonten Reisebericht.

Blick ins Café, ganz oben im Schlossturm. Bestechend: der Panoramablick auf den Rhein. 

Eine Vitrine zeigt, was Düsseldorf an Souvenirs bot. Von der handgefertigten Biedermeiertasse reichten die Mitbringsel bis zur später industriell produzierten Postkarte. Selbstredend, dass auf dieser Etage auch die ersten Personendampfschiffe gezeigt werden. Auch interessant: die Entstehungsgeschichte der Köln-Düsseldorfer Dampfschifffahrt.

2. Obergeschoss, Galerie

Auf der „Drehscheibe Hafen“ kommt das Museum in der Moderne an. Zwei Simulatoren laden dazu ein, Schiffe über den Rhein zu steuern und in den Hafen zu fahren, um anzulegen. Eine Hand am Ruder, fällt der Blick auf die Museumswand, auf die das Computer-Bild geworfen wird.

2. Obergeschoss

Im Raum „Grenzenlose Entwicklung“ lässt sich wieder selbst Hand anlegen. Der Effekt eines Flaschenzugs zeigt sich sehr eindrucksvoll in einer Fenster-Nische des Raumes. Man setzt sich in die Apparatur und versucht, sich selbst ein Stück nach oben zu ziehen, was ohne Flaschenzug-Prinzip natürlich nicht gelingen will. Wer den Haken anders einhängt, kann sich durch eine Kombination von Flaschenzug-Konstruktionen ein gutes Stück in die Luft hieven.

An einem Simulator lässt sich ausprobieren, wie Schiffe über den Rhein gesteuert und im Hafen angelegt werden. 

Jede Menge weiterer technischer Entwicklungen haben der Schifffahrt immer mehr Schub verschafft. Zu sehen ist das an zahlreichen Modellen, die in der länglichen Vitrine des Raumes liegen und zum Teil auch aufgehängt sind. „Ein Aquarium für Schiffe“, sagt Museumsleiterin Annette Fimpeler. In einem Schaukasten (Diorama) ist eine Szene dargestellt, in der ein Schiff vor der Altstadt-Kulisse von Pferden gezogen wird (Treideln), wozu sie erst im Mittelalter genutzt wurden.

In der Vitrine sind Segel- sowie Dampfschiffe und sogar Kombinationen von ihnen zu besichtigen. Ach so, abgesehen von all dem geschichtlich spannenden Innenleben des Museums, im Fenster der Etage lässt sich auf Bänken auch hervorragend Pause machen, mit herrlichem Blick auf den Rhein natürlich.

Obergeschoss

Die erste Etage dient als eine Art Multifunktionszimmer. Der große Raum wird etwa für Empfänge genutzt, Führungen starten auch hier. Zudem können sich die Besucher zwei Filme ansehen, über die Entwicklung des Hafens sowie von Stadt und Schloss(turm) am Fluss. Das ist auch schon mal eine gute Gelegenheit, sich zu setzen. Die gezeigten Schiffsmodelle geben Aufschluss über die besonders luxuriöse Ausstattung der fürstlichen Schiffe. Für Kurfürst von Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, also Jan Wellem, lagen vor seinem Residenzschloss, von dem nur noch der Turm als Wahrzeichens Düsseldorfs stehenblieb, gleich mehrere Luxusschiffe. Sie dienten längst nicht nur dazu, mit ihnen zu verreisen, „sondern auch zur Unterhaltung hochstehender Gäste am Hof“, wie es im Kurzführer des Museums heißt.

Erdgeschoss

Eigentlich ist hier ja vor allem die Kasse untergebracht, aber auch der Shop des Museums lohnt zumindest ein genaues Umsehen. Schönes Holzspielzeug für Kinder findet sich etwa hier. Aber auch zur Ausrichtung des Museums und zu Düsseldorf passende Nettigkeiten gibt es einen Seesack mit Radschläger-Gulli-Abdruck, einen Modellbogen mit Schlossturm zum Selberbauen oder einen Jutebeutel samt Schlossturm etwa. Dazu kommen unzählige DVDs und Bücher. Der Eintritt kostet übrigens 3 Euro für Erwachsene (sonntags frei), Kinder unter drei Jahren haben freien Eintritt, für einen Kurzführer sind 50 Cent fällig. Für Kinder gibt es zudem ein kleines Faltheft mit dem Titel „Rallye im Schlossturm“. Auf dem Weg zum „Kleinen Schifferpatent“ müssen hier auf dem Rundgang durchs Museum Antworten auf 22 Fragen eingetragen werden. Hinterher gibt es dafür sogar eine Urkunde. Geöffnet dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.

1. Untergeschoss

Wer die Stufen hinab zum Startpunkt des Museums geht, steht auf dem Rhein. Und zwar auf einer auf den Boden gedruckten Karte. Der Rhein verläuft als schwarze Linie durch unzählige gelb umrandete Gebiete, die ehemaligen Zollgrenzen auf der Fläche des heutigen Deutschlands. „Die Pulsader Europas“ heißt der weiß gestrichene Raum mit Gewölbedecke im ersten Untergeschoss des Schlossturms deshalb. Ein beleuchteter Globus zeigt die Bedeutung für den Übersee-Handel, aber auch die Geschichte des lokalen Handels, vor allem die Vorherrschaft der Kölner, wird in diesem Raum thematisiert. Eindrucksvoll: Das Modell eines Holz-Floßes, das im Original so groß wie ein Flugzeugträger war. 500 Meter lang konnten diese Transporter für Baumstämme werden, „ein Dorf auf dem Fluss entstand da“, wie Museumschefin Annette Fimpeler sagt.

2. Untergeschoss

Ein großes Schwarz-Weiß-Foto zeigt den zugefrorenen Rhein und ein Schiff, das nicht mehr vom Fleck kommt. Das Bild weist den Besuchern den Weg die Treppe hinunter. Mit „Starke Kräfte“ ist der Ausstellungsraum im in den 80er Jahren wiederentdeckten Gewölbe unter dem Schlossturm passender Weise benannt. Denn hier sind alle Ausstellungsstücke sehr flexibel abräumbar, falls der Rhein bei Hochwasser durch den Boden dringt. Deshalb ist übrigens das Display wasserdicht, was zeigt, welche Wege sich der Rhein im Laufe der Zeit erarbeitet hat.

SCHLOSSTURM

FAKTEN Die ersten drei Geschosse des Schlossturms stammen aus dem 13. Jahrhundert. Alessandro Pasqualini setzte 1552 auf den Turm ein viertes, polygonales Geschoss hinzu. Dieses Geschoss wurde mit toskanischen Säulen geschmückt. Seit 1984 hat im Turm das Schifffahrtsmuseum seine Heimat. 2001 erhielt der Turm eine neue Innenarchitektur. Die Höhe des Schlossturms beträgt 33 Meter.

Zu sehen sind unter anderem Schiffsapparaturen, die mit Baggervorrichtungen das Flussbett begradigten, was wiederum zu einer höheren Fließgeschwindigkeit führte. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten. Wer die Treppe hinabgestiegen ist, kann etwa ausprobieren, wie ein Fischernetz geknüpft wird, auch Muscheln können aus einer Sandkiste gesammelt werden.

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