Kaum Leerstände

Schlüsselimmobilien sind fast komplett vermietet

Die beiden Rathäuser sind die beiden Schlüssel-Immobilien der Stadt. Im Barmen stehen hier aktuell nur 312 Quadratmeter leer, während es in Elberfeld 824 Quadratmeter sind.
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Die beiden Rathäuser sind die beiden Schlüssel-Immobilien der Stadt. Im Barmen stehen hier aktuell nur 312 Quadratmeter leer, während es in Elberfeld 824 Quadratmeter sind.

Wuppertal. Bis auf die ehemaligen Maredo-Räume gibt es keinen großen Leerstand mehr in den Rathäusern in Barmen und Elberfeld.

Von Jonas Meister

2,5 Prozent oder 26 309 Quadratmeter. Auf diese Zahl beziffert das Gebäudemanagement (GMW) aktuell die Leerstände in den Immobilien der Stadt Wuppertal. Insgesamt verwaltet das GMW im Auftrag der Verwaltung 748 Gebäude mit einer Grundfläche von knapp 1,02 Millionen Quadratmetern. „Darunter fällt eigentlich alles. Denn die Gebäudevielfalt reicht hier vom Rathaus bis zu kleinen Gerätehaus an einem Sportplatz“, berichtet der stellvertretende Betriebsleiter des GMW, Dirk Baumer.

Mit die größten Immobilien sind hier die beiden Rathäuser in Barmen und Elberfeld. Vor allem der pittoreske Bau am Neumarkt fällt dabei ins Auge. Geschuldet ist das dabei in erster Linie der Tatsache, dass das Verwaltungshaus Elberfeld, wie es offiziell bei der Stadt heißt, seit Mitte der 2000er Jahre nach und nach saniert wird. Zwar ist das Millionenprojekt immer noch nicht abgeschlossen, allerdings ist der Zustand mittlerweile so gut, dass etwa die 5000 Quadratmeter Bürofläche aktuell komplett vermietet sind. Baumer: „Der einzige Leerstand den unsere Datenbank hier verzeichnet ist in der Tat die Gewerbefläche, die zuvor von der Steakhauskette Maredo genutzt wurde. Hier reden wir von 824 Quadratmetern.“

Noch weniger Leerstand gibt es nach Auskunft des Gebäudemanagements im Barmer Rathaus. Der komplette Gebäudekomplex, inklusive des Technischen Rathauses an der Großen Flurstraße, hat eine Fläche von 25 500 Quadratmetern. Ende Dezember standen davon 312 Quadratmeter oder 1,2 Prozent leer.

Größter Leerstand des GMW liegt auf den Wuppertaler Südhöhen

Wie es am Ende zu den Leerständen kommt, ist unterschiedlich: „Natürlich kann es fluktuationsbedingt vorkommen, dass es immer wieder unvermietete Flächen gibt. Dazu rechnen wir im Rahmen von Bauarbeiten auch immer mit einem gewissen Bestand von Leerständen, die wir dann mit dem Fortschritt der Maßnahmen verschieben“, erklärt Dirk Baumer.

Insgesamt sei man mit dem prozentualen Anteil der Leerstände keineswegs unzufrieden. Doch ein „Sorgenkind“ gibt es auch weiter für das Gebäudemanagement. Denn die Zukunft des denkmalgeschützten Altbaus der ehemaligen Hauptschule Cronenberg an der Berghauser Straße ist weiterhin unklar. Nach der Asbestsanierung, die im Frühjahr 2020 begonnen hatte, steht das Gebäude, das mit 5140 Quadratmetern in der Datenbank des GMW vermerkt ist, weiterhin komplett leer. Baumer: „Aktuell ist auch keine konkrete Nachfolgenutzung in Sicht. Deshalb werden dort im Moment auch nur erhaltende Maßnahmen durchgeführt.“ Bis es Pläne für eine konkrete Nutzung oder sogar einen Verkauf gibt, wird sich das auf absehbare Zeit auch nicht verändern. Dass die Hauptschule bei den Bestandsimmobilien, egal ob sie nun in kommunaler oder privater Hand sind, eine Ausnahme bildet, bestätigt auch die Wirtschaftsförderung. „Es ist nirgendwo in Wuppertal erkennbar, das ganze Straßenzüge leer stehen. Wir haben bei der Auslastung der Gewerbeimmobilien also keineswegs ein strukturelles Problem in der Stadt, wie es andere Kommunen durchaus haben“, freut sich Marco Trienes, Investorenbetreuer für Einzelhandel und Büroimmobilien. Man habe „nicht den Eindruck, das Corona der ‚Gamechanger‘ war“, der sämtliche Innenstädte an der Gewerbefront leer gefegt hätte.

Um sich dennoch einen konkreten Überblick darüber zu verschaffen, wie hoch die Nachfrage nach citynahen Gewerbeflächen insgesamt ist, erfasst die Wirtschaftsförderung aktuell die Belegung von Erdgeschoss-Immobilien. Die Ergebnisse der Datenerfassung sollen dann wahrscheinlich Ende Januar vorliegen.

Und obwohl die Pandemie keine gravierenden Auswirkungen durch Ladenschließungen auf die bestehenden Wuppertaler Gewerbeimmobilien hatte, gibt es nach Angaben von Marco Trienes Branchen, die klare Gewinner, aber auch Verlierer sind: „Es ist nicht davon auszugehen, dass die citynahen Schlüsselimmobilien, gerade die der Stadt, davon profitieren, aber für den Lebensmittelhandel, Baumärkte oder Fahrradgeschäfte hat sich der Markt sehr gut entwickelt. Schwierig ist es dagegen für den Bekleidungshandel, Schuhgeschäfte und die Gastronomie.“ Letztere würden durch den Aufstieg des Onlinehandels und der Lieferservices unter Druck stehen.

Das GMW

Im Jahr 1999 gründete die Stadt Wuppertal das Gebäudemanagement (GMW), um „Aufgaben und Kompetenzen im Bereich Gebäudebau und -unterhaltung in einer zentralen Einrichtung“ zu bündeln. Heute arbeiten beim GMW, das einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro hat, 450 Beschäftigte. Viele von ihnen in den 13 großen Geschäftsbereichen.

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