Schau "Form vollendet" zeigt Leben

Solingen. Je tiefer sich Gisela Elbracht-Iglhaut mit Leben und Werk der Solinger Künstlerin Gertrud Kortenbach auseinandersetzt, desto beeindruckter ist die stellvertretende Leiterin des Museums Baden:

"Sie war eine ganz herausragende und ungewöhnliche Künstlerpersönlichkeit."Dem Einsatz von Hildegard Terp, der Schwester der mit 36 Jahren tragisch verunglückten Künstlerin - Gertrud Kortenbach wurde von einem eisernen Tor erschlagen, das sich aus der Verankerung gelöst hatte - ist es zu verdanken, dass die Ausstellung realisiert werden konnte.

"Wir freuen uns sehr, dass Sonja Mataré, die Tochter des Bildhauers Ewald Mataré, dabei sein wird", sagt Gisela Elbracht-Iglhaut. "Gertrud war zusammen mit Joseph Beuys seine Meisterschülerin, und in seinen Aufzeichnungen hat er ihre hohe Begabung immer wieder betont." Die junge Künstlerin verzweifelte oft am Material Nach Abschluss ihres Studiums 1948 hatte Gertrud Kortenbach ihr Atelier im elterlichen Betrieb der Firma Kortenbach & Rauh bezogen. "Gertrud arbeitete gerne dort", erinnert sich Hildegard Terp. "Sie mochte den Betrieb um sich, den Krach der Maschinen."

Die junge Künstlerin arbeitete mit einem hohen Anspruch an sich. Oft verzweifelte sie an einer Arbeit, wenn ihr das Material Widerstand leistete, sie nicht so voran kam, wie sie es sich vorstellte. Immer habe sie mit einer unglaublichen Klarheit gearbeitet, sagt Gisela Elbracht-Iglhaut. "Sie hat von Anfang an immer gewusst, was sie will." Das könne man an den Vorstudien sehen, die sie immer vor der Durchführung eines größeren Werks gezeichnet habe.

Wie groß die Schaffenskraft der jungen Künstlerin war, zeigt die Ausstellung. "Wäre sie nicht so früh gestorben, hätte sich ihr großes Talent in immer neuen Schaffensperioden ausgedrückt", ist sich die Kunsthistorikerin sicher. Selbstporträts, filigrane Schnitzereien in einer Kokosnuss-Schale, Metall-Intarsien in Möbelstücken, die Gertrud Kortenbach selbst hergestellt hat, Glasbilder, Holzmasken, Bronzeskulpturen und Reliefs werden gezeigt. Die Liebe zum Meer war prägend Aber auch ihre Auseinandersetzung mit religiösen Motiven wird thematisiert. "Meine Schwester liebte das Meer", erinnert sich Hildegard Terp.

"Wie viele sensible Hochbegabte verzweifelte sie immer wieder auch am Leben." Zeugnisse aus der Zeit, in der Gertrud Kortenbach in psychiatrischer Behandlung war, sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung.

- Gertrud Kortenbach, "Form vollendet", 21. Februar bis 19. April. Museum Baden, Wuppertaler Str. 160, Solingen.

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