Einsturzgefahr

Polizei darf nicht mehr in Sporthalle trainieren

Die alte Sporthalle wurde wegen möglicher Einsturzgefahr gesperrt. A
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Die alte Sporthalle wurde wegen möglicher Einsturzgefahr gesperrt.

Sanierungsstau bei der Bereitschaftspolizei in Wuppertal wird offensichtlich.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Kurz bevor die Gebäude der Bereitschaftspolizei an der Müngstener Straße teils grundlegend saniert und größtenteils neu gebaut werden, wurden eine Sporthalle und Garagen auf dem Gelände wegen des Verdachts akuter Einsturzgefahr gesperrt. Statiker prüften das Gebäude.

Risse in den Wänden ließen die Mitarbeiter um die Sicherheit in dem Gebäude fürchten. Damit ist den Polizisten eine wichtige Sportmöglichkeit verwehrt. Und aus den Garagen mussten Fahrzeuge entfernt werden, darunter der Wasserwerfer der Polizei, der eigentlich ständig mit Strom versorgt werden muss.

Inzwischen ist klar: Keine Einsturzgefahr

„Es besteht keine Einsturzgefahr“, versicherte am Dienstag Nicole Zander, Sprecherin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes (BLB). Und sie betonte: „Wir haben sofort reagiert und Sicherungsmaßnahmen ergriffen.“

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Land viel Geld in den Standort Lichtscheid stecken will, wo sich unter anderem die Bereitschaftspolizei befindet, einige Dienststellen der Direktionen Kriminalität und Verkehr sowie der Verwaltung – insgesamt mehrere Hundert Mitarbeiter. Derzeit wird ein Konzept erarbeitet, was saniert und was neu gebaut wird. „Nach aktuellem Stand wird jedoch ein Großteil der Gebäude niedergelegt“, erklärt Alexander Kresta, Sprecher des Polizeipräsidiums Wuppertal.

„Da ist vieles marode“, weiß auch Stephan Hegger, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) NRW. „Wir haben einen Sanierungsstau in ganz NRW.“ Auch Andreas Bialas, SPD-Landtagsabgeordneter für Wuppertal, sagt: „Die Gebäude sind seit Jahren renovierungsbedürftig.“

Björn Lüdtke, stellvertretender Vorsitzender der GdP Wuppertal, sagt: „Es gibt auf Lichtscheid wenig, was nicht saniert werden muss. Das liegt daran, dass jahrelang nichts getan wurde.“ Zwischendurch hatte es die Überlegung gegeben, dass die Bereitschaftspolizei auf ein Gelände an der Parkstraße zieht, dann wäre alles neu gebaut worden. 2020 wurde deutlich, dass der Platz an der Parkstraße zu klein ist, die Polizei also an der Müngstener Straße bleibt. Inzwischen ist auf dem Gelände an der Parkstraße die Forensik geplant. „Wir haben acht Jahre verloren“, sagt Björn Lüdtke.

Ob die Sporthalle trotz der Risse weiterhin nutzbar ist, ist noch offen. Für den Fall, dass sie geschlossen bleibt, werde bereits an Alternativen gearbeitet, versichert Nicole Zander vom BLB. Die Polizisten könnten etwa auf andere Anlagen ausweichen oder es werde eine Zelthalle geben. Die Sanierung der Gebäude wird im laufenden Betrieb stattfinden. „Wir können nicht das gesamte Gelände räumen“, erklärt Alexander Kresta.

Eine Projektgruppe werde sich damit befassen, Abläufe so zu planen, dass die Baumaßnahmen den Dienstbetrieb so wenig wie möglich stören. „Es soll jedoch vermieden werden, dass in einem Gebäude gearbeitet wird, während die Sanierung läuft.“ Der BLB werde für diese Bauabschnitte Interimslösungen zur Verfügung stellen.

Investitionen im Bergischen Land

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte im Dezember 2018 angekündigt, das Ministerium werde 906 Millionen Euro in Liegenschaften investieren. 680 Millionen Euro davon sollten der Polizei zugutekommen. Die erheblich ausgeweitete Finanzausstattung sei auch Grundlage für die Planungen in Wuppertal, wo bereits das Präsidium umfassend saniert wurde. Aktuell sind nach ST-Informationen Investitionen in Höhe einer dreistelligen Millionenzahl im Bereich des Wuppertaler Präsidiums vorgesehen. Sie sollen in die Gebäude auf Lichtscheid, zudem in eine neue Leitstelle am Präsidium, eine neue Wache in Elberfeld und eine neue Inspektion in Remscheid fließen.

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