Wettbewerb

Solar Decathlon: Rundgang durch das Gewinner-Haus

Die Karlsruher Architekten und Ingenieure setzen in ihrem Konzept auf müllfreies Bauen.
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Die Karlsruher Architekten und Ingenieure setzen in ihrem Konzept auf müllfreies Bauen.

Beim Solar Decathlon hat das Karlsruher Team „Roofkit“ den Gesamtsieg geholt.

Von Anne Palka

Wuppertal. Auch wenn sich viele Teams beim Solar Decathlon mit der Aufstockung von vorhandenen Gebäuden befasst haben, stehen die meisten Häuser ebenerdig direkt auf dem Fundament. Beim Team Roofkit aus Karlsruhe ist der Unterbau ein Gerüst. Das Team wollte die Aufstockung zelebrieren.

Dies ist nur ein Teil des Konzepts. Mit der Gesamtidee und der Umsetzung hat das Karlsruher Team den Gesamtsieg beim internationalen Wettbewerb geholt. „Wir fanden unser Haus schon gut, aber alle sind auf einem sehr hohen Niveau. Mit dem Gesamtsieg haben wir gar nicht gerechnet“, sagt Daniel Lenz. Wenige der zehn Disziplinen vor dem Finale war das Team noch auf dem dritten Platz, doch es habe immer wieder große Veränderungen in der Rangfolge gegeben. Wenn Einzelpreise vergeben wurden, rutschten manche Teams ab, manche kamen weiter nach vorne. „Wir haben gar nicht so viele Einzelpreise gewonnen, es gibt Teams, die haben viel mehr gewonnen“, sagt Lenz. „Wir waren in vielen Punkten relativ gut.“

„Vielleicht haben wir die Idee des müllfreien Bauens am radikalsten umgesetzt.“

Daniel Lenz, Teammitglied

Die Besucher der Ausstellung ziehen am Karlsruher Haus große Pantoffeln über ihre Schuhe, um den Holzfußboden nicht zu zerkratzen. Ebenfalls aus Holz sind die sichtbaren Deckenbalken. Innen ist es hell, durch die Fenster kommt viel Licht herein. Kein einziges wurde neu produziert, sie stammen zum Großteil von Ebay-Kleinanzeigen. In der Mitte des Hauses ist ein großer Block: von der einen Seite silbrig glänzende Küchenzeile, von der anderen Seite das Badezimmer, unterteilt in Dusche und Toilette. Um diesen Block herum gibt es verschiedene Bereiche der Wohnung. In einer Ecke steht ein Tisch mit zwei Stühlen. Sie wurden aus weiterverwerteten Getränkekartons hergestellt und sehen zwar recht hart aus, sind aber bequem. An einer Längsseite steht ein Bett, in einer Ecke ein kleiner Garderobenständer.„Vielleicht haben wir die Idee des müllfreien Bauens am radikalsten umgesetzt“, sagt Daniel Lenz.

Team setzt auf Upcycling als aufs Recycling

Es wurden sortenreine Schichten verbaut, damit sie im Gegensatz zu Verbundstoffen wieder ausgebaut und erneut verwendet werden könnten, in der gleichen Qualität. „Recycling ist mittlerweile fast ein Unwort, das kann alles heißen.“ Thermisches Recycling bedeutet Verbrennen, bei Downcycling sind die Dinge weniger wert oder schlechter verwertbar als zuvor. Das Karlsruher Team hat auch Upcycling angewendet, indem es Baustoffe aus Müll hergestellt hat. Ihm geht es um einen echten Kreislauf. Dafür haben Architekten, Ingenieure und Ökonomen eng zusammengearbeitet.

Sie haben natürliche Materialien verwendet, wie Holz und Lehm, und auf Verbundstoffe, Silikone und Bauschaum verzichtet. Außerdem haben sie auf nachhaltige Energie gesetzt. Insgesamt hat das Karlsruher Team so nicht nur die Einzeldisziplin Nachhaltigkeit gewonnen, sondern den Gesamtpreis des Solar Decathlon in Wuppertal.

Wettbewerb

Roofkit aus Karlsruhe hat den Wettbewerb mit 814 Punkten gewonnen, auf dem zweiten Platz folgt mit 801 Punkten das Team Virtue aus Eindhoven, Niederlande. Den dritten Platz teilen sich Sum aus Delft, Niederlande, und Aura aus Grenoble, Frankreich.

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