Geschichte

Ringwallanlagen dienten der Grenzsicherung

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Solingen. Genaue Altersbestimmungen sind nicht möglich.

Von Klaus Hinger

Wer auf dem Schlossplatz vor Schloss Burg steht und in Richtung Solingen blickt, sieht inmitten der grünen Laubpracht eines Buchenwaldes jenseits der Wupper, oberhalb der Wupperbrücke, zwei rote Baumkronen – zwei Rotbuchen. Damit ist die Stelle gekennzeichnet, an der sich in grauer Vorzeit eine sogenannte Ringwallanlage auf der Galapa befunden hat. Selbst wenn man diese Anlage aus der Nähe betrachten will, kann man nur recht wenig erkennen. Einen schönen Überblick über die Dimension gibt die Karte, die mit dem Schummerung-Verfahren – einer besonderen Art der Vermessung aus der Luft erstellt wurde.

Salopp gesagt wird hierbei die Bewaldung weggerechnet und so die Erdoberfläche sichtbar gemacht. Solche Wallanlagen wurden – bevor sich der Bau von Burgen entwickelte – vielerorts als Fluchtburgen oder auch als Wohnplatz genutzt. Auch Motte oder Turmhügelburg nennt man einen oftmals künstlich aufgeworfenen Hügel mit einem umgebenden Graben, manchmal mit hölzernem Turm oder „Wohnhaus“.

Entlang der Wupper verlief Grenze zwischen Sachsen und Franken

Solche Unterkünfte entwickelten sich etwa ab dem Jahr 800 bis 1000 in Mitteleuropa. Die Experten sind sich zum Alter der Wallanlagen nicht einig, zumal kaum mal eine archäologische Grabung durchgeführt wurde und anhand von Funden wie Scherben oder Holzresten eine Altersbestimmung erfolgen könnte.

Interessant ist, dass solche Wallanlagen sich in unserer Gegend wie an einer Perlenkette aufgezogen an der Wupper entlang finden lassen. Entlang der Wupper verlief damals in unserer Gegend die Grenze zwischen Sachsen und Franken. Es ist anzunehmen, dass solche Wallanlagen auch der Grenzsicherung gedient haben. Die Ringwallanlage Burggraben befand sich im Staatsforst Burgholz, Wuppertal. Die zweite wupperabwärts ist die Wallburg bei Müngsten. Sie liegt auf 207 Metern über Normalnull (NN) im Waldgebiet Schimmelbusch oberhalb des Zusammenflusses von Morsbach und Wupper. Auf Solinger Gebiet unmittelbar in Nähe von Schloss Burg finden wir die Ringwallanlage auf der Galapa. Vermutet wird eine solche Anlage auch in der Nähe des Wiesenkottens als Abschnittsbefestigung oberhalb der Wupper. Ähnliches gilt für die Ringwallanlage Heidenkeller bei Glüder.

Standorte waren sorgfältig ausgewählt worden

Die Standorte dieser Ringwallanlagen sind sicher sorgfältig gewählt worden. Auf einer Spornlage zwischen zwei Tälern mit entsprechender Weitsicht, Wasser und Fischen in der Nähe und an einem Berghang gelegen, erschwerte die Wallanlage den Feinden den Angriff und erleichterte den Bewohnern die Verteidigung.

Als die ersten Baumaßnahmen (circa 1150) für Schloss Burg begannen, gab es wohl schon länger die Ringwallanlage auf der Galapa. Möglicherweise ist Schloss Burg auch ursprünglich auf einer solchen Wallanlage gebaut worden. Der Wall „An der Planke“ Richtung Wermelskirchen könnte dafür sprechen.

Leider gab es auf der Galapa bisher nur „eine kurze orientierende Versuchsgrabung“ ohne Funde, die auf die Bewohner oder Erbauer Hinweise hätte geben können. Das Ausmaß dieser Anlage auf dem Jagenberg, 144 Meter über NN mit einem Vorwall von 180 Metern und einem Innenwallbereich von rund 65 Metern Länge und 18 Metern Breite, lässt vermuten, dass hier damals eine größere Zahl von Bewohnern gelebt haben könnte.

Woher kommt der Name?

Nicht genau überliefert ist der Ursprung beziehungsweise die Bedeutung des Namens Galapa für die Ringwallanlage am Jagenberg oberhalb von Unterburg. Einigen Quellen zufolge leitet sich Galapa von dem wallonischen Wort Gallope ab. Quellen aus dem 19. Jahrhundert zufolge wurde die Ringwallanlage mundartlich auch als „op der Jallepa“ bezeichnet.

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