Autonome Paketzustellung

Wuppertal will Lieferroboter testen

Lieferroboter wie diese könnten auch in Barmen zum Testeinsatz kommen. Foto: Jeff Elkins
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Lieferroboter wie diese könnten auch in Barmen zum Testeinsatz kommen.

Autonome Paketzustellung könnte Postboten entlasten – Doch es gibt noch rechtliche Hürden.

Von Bastian Küllenberg

Wuppertal. In Hamburg sind sie bereits im Einsatz: Kleine, kastenförmige Roboter auf sechs Rädern, die Pakete ausliefern. Da die Zukunft der Mobilität auch im Bergischen ein wichtiges Thema ist, soll ein ähnliches Fahrzeug bald in Wuppertal-Barmen getestet werden.

Denke man visionär, so gäbe es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für einen Lieferroboter, erklärt Professor Tobias Meisen vom Lehrstuhl für Technologien und Management der digitalen Transformation an der Uni. So könnten die Roboter etwa die Zustellung in Gegenden durchführen, wo normale Lieferungen nicht rentabel sind. Auch das Ermöglichen geringer Liefermengen, ungewöhnlicher Lieferzeiten sowie die zeitkritische Zustellung seien denkbar.

Die Frage ist, für welche Transporte es Sinn ergibt.

Nora Jesch, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Diese Anwendungsmöglichkeiten zu erforschen, ist Teil des Projekts Bergisch.smart_mobility der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW). Es werde dabei der Frage nachgegangen, wie sich ein Lieferroboter in die City-Logistik einfügen kann, erklärt Nora Jesch, die bei der Bergischen Gesellschaft das Unterprojekt „Smart Fahren im Quartier“ koordiniert. Es gehe darum, unter Realbedingungen die Möglichkeiten zu testen und herauszufinden, ob sie geeignet sind, um zu einem selbstbestimmten Leben im Alter beizutragen.

Zudem soll das Potenzial für den Einzelhandel und das Handwerk ausgelotet werden. Denkbar sei es, dass die Roboter mit E-Antrieb die Zustellung kleinerer Pakete übernehmen, für die sonst ein großer Lieferwagen nötig wäre. Dies könnte zur Entlastung des Verkehrs führen. Die konventionelle Auslieferung mit Boten ablösen könnten Roboter aufgrund ihres geringen Fassungsvermögens nicht. „Die Frage ist, für welche Transporte es Sinn ergibt“, so Jesch.

Bis zum flächendeckenden Einsatz ist es ein langer Weg

Auch Professor Meisen betont, dass Lieferroboter nicht als Ersatz für die urbane Warenlogistik gedacht seien, sondern als Ergänzung. Zu bald dürfe man aber keinen flächendeckenden Einsatz erwarten: „Es ist noch ein langer Weg, bis diese Potenziale abgebildet werden können.“ Neben Fragen der technischen Machbarkeit führt er die rechtlichen Rahmenbedingungen an. So bedürfe es noch entsprechender Gesetze für den regulären Einsatz autonomer Roboter.

Ein Zeitpunkt für den Start des Barmer Testlaufs könne noch nicht genannt werden, berichtet daher Projektkoordinatorin Jesch. Es seien genehmigungsrechtliche Fragen zu klären. Da es noch kein Gesetz zur autonomen Mobilität gebe, benötige das Barmer Projekt, ähnlich wie in Hamburg, eine Ausnahmegenehmigung des NRW-Verkehrsministeriums.

Für den Einsatz der Lieferroboter ist eine Ausnahmegenehmigung notwendig

Neben Fragen der Verkehrssicherheit ist dabei auch die Fahrzeughalterregelung ein wesentlicher Aspekt. Ein motorisiertes Fahrzeug benötigt aktuell per Gesetz einen Fahrzeugführer, was im Falle eines Lieferroboters nicht gegeben sei. „Wir befinden uns aktuell in Gesprächen zu einer Ausnahmeregelung, in die auch die Stadt Wuppertal eingebunden ist“, so Jesch. Ein möglicher Partner bei der Durchführung könnte die Firma Starship Technologies sein, deren Lieferroboter in Hamburg im Einsatz sind.

In Bezug auf das autonome Fahren werde sich zukünftig noch viel tun, ist sich Professor Meisen sicher: „Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Die autonome Mobilität gehört zu den Treibern des Wandels Verkehr.“

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