Wuppertaler betreuen Software

„No-Q“ ermöglicht Coronatests ohne Wartezeit

Pia Brandau ist Teamleiterin bei No-Q. Mit Lina Meyer zeigt sie eine Karte der angeschlossenen Partner, vor allem in NRW. Foto: Stefan Fries
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Pia Brandau ist Teamleiterin bei No-Q. Mit Lina Meyer zeigt sie eine Karte der angeschlossenen Partner, vor allem in NRW.

Wuppertal. Kletterhallenbetreiber Christian Popien hat ein Programm entwickeln lassen, das mehr als 1200 Apotheken und Testzentren nutzen.

Von Günter Hiege

Buchungssoftware zur möglichst verbraucherfreundlichen, einfachen und sicheren Abwicklung von Coronatests ohne Schlangestehen sind in Zeiten von immer mehr Testzentren und der Aussicht mit negativem Ergebnis mehr zu dürfen – jedenfalls vor der neuen „Notbremse“ – gefragt.

Die Software „No-Q“ (kurz für no queuing, das bedeutet kein Schlangestehen) wird inzwischen bundesweit von mehr als 1200 Apotheken und Testzentren genutzt und komplett aus Wuppertal betreut und vertrieben. Mit den Apothekerverbänden Westfalen-Lippe und Nordrhein gibt es eine Kooperation. „Es ist verrückt, wir haben niemals geglaubt, dass es eine solche Dimension annimmt“, sagt Christian Popien, Geschäftsführer von Climb-Inn Klettersport, das die Boulderhalle Bahnhof Blo an der Nordbahntrasse betreibt.

Es ist verrückt, wir haben niemals geglaubt, dass es eine solche Dimension annimmt.

Christian Popien, Geschäftsführer von Climb-Inn Klettersport

Ursprünglich für den Eintritt in Kletterhallen hat Popien die Software von einem Kletter-Freund aus Brixen und dessen Unternehmen Vertical Life entwickeln lassen. Doch schnell stellte sich heraus, dass sie auch darüber hinaus nutzbar ist. Die Nachfrage auch in Deutschland und vor allem in NRW ist riesig, so dass die Kletterspezialisten daraus die Testplattform testbuchen.de entwickelt haben. Standort eingeben, und schon hat der Kunde eine Übersicht über No-Q-angeschlossene Testzentren und freie Kapazitäten in seiner Nähe.

„Rund 100 000 Tests pro Tag wurden darüber zuletzt gebucht, in Spitzenzeiten hat No-Q bis zu 10 000 Abfragen pro Sekunde bedient“, berichtet Popien stolz. Diese hohe Frequenz fiel auch den Kommunikationsriesen Telekom und SAP auf und so kam die Anfrage, mit Vertical Life daran zu arbeiten, künftig Schnelltest-Ergebnisse an die Corona-Warn-App weiterzuleiten. „Das tun wir gerade“, so Popien.

Software holt Mitarbeiter aus der Kurzarbeit

In Wuppertal hatte der Erfolg der Software der Climb-Inn Klettersport die Möglichkeit geboten, Mitarbeiter der Kletterhalle aus der Kurzarbeit zu holen. Denn die vielen No-Q-Kunden wollen ja auch betreut werden, und täglich kommen neue Anfragen, die Software nutzen zu dürfen, die dann bearbeitet werden müssen. So leisten inzwischen 15 Mitarbeiter nach kurzem Anlernen diesen Telefon- und IT-Dienst, wurden zum Teil auch aus anderen Kletterhallen rekrutiert.

In der vergangenen Woche ist man mit dem Arbeitsplatz vom Bahnhof Blo zum Kommunikationsspezialisten Riedel an die Uellendahler Straße umgezogen, wo es mehr Platz gibt. Pia Brandau, Veranstaltungskauffrau bei Climb-Inn Klettersport, ist jetzt Teamleiterin. „Im Februar hat es mit der Nachfrage angefangen. Dass ich meine Kurzarbeit so schnell komplett würde beenden können, hätte ich nie gedacht“, sagt sie und freut sich hier eine „sehr sinnvolle Tätigkeit“ zu haben.

Jeder Mitarbeiter hat seinen eigenen Laptop und ein Headset bekommen, kann damit auch von zu Hause aus arbeiten. Doch Arbeit im Büro, wo die einzelnen Arbeitsplätze räumlich weit auseinandergezogen sind und Maskenpflicht herrscht, kann das nicht ganz ersetzen. Es gibt auch immer wieder Neuerung in der Software, in die man sich dann einarbeiten muss, wobei die eigentlichen IT-Spezialisten in Südtirol sitzen, Wuppertal aber eben für die Betreuung des wachsenden Kundenstamms und den Vertrieb zuständig ist.

Corona-Test

Für Wuppertal weist testbuchen.de derzeit neun Testzentren aus, die mit No-Q arbeiten. Momentan sind beim städtischen Gesundheitsamt für Wuppertal 127 Stationen angemeldet, die die Lizenz haben, Coronatests durchzuführen, die über den Bund abgerechnet werden und für den zu Testenden einmal die Woche kostenlos sind. Darunter sind 92 Arztpraxen. „Mit welcher Software sie arbeiten, ist unterschiedlich“, sagt Martina Eckermann vom Presseamt der Stadt. Viele würden etwa den Hygiene Ranger nutzen, der in Wuppertal von der Agentur Inproma entwickelt wurde und ebenfalls bundesweit zur Anwendung kommt.

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