Freibad

Rekordsaison im Neuenhof geht zu Ende

Schwimm-meister Sandro Ciccu hat den Überblick: Die Wintersaison ist glänzend gelaufen. Foto: Stefan Fries
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Schwimmmeister Sandro Ciccu hat den Überblick: Die Wintersaison ist glänzend gelaufen.

1370 Winterschwimmer registrierte der Wuppertaler Verein in seinem beheizten Freibad.

Von Günter Hiege

Wuppertal. Dampfschwaden liegen über der Wasserfläche, in der trotz der frühen Morgenstunde bereits ein gutes Dutzend Männer und Frauen ihre Bahnen ziehen – und die Szenerie hat trotz der frostigen Außentemperaturen etwas Wohliges. Es ist die letzte Woche der Wintersaison im Freibad Neuenhof. „Normalerweise ist Ende Februar Schluss, aber als kleines Dankeschön an unsere treuen Mitglieder haben wir sie noch um eine Woche verlängert“, sagt der 1. Vorsitzende des SV Neuenhof, Mischa Goeke, und blickt zufrieden über die Anlage, die nicht nur wegen des Orkans vor zwei Wochen in jüngster Zeit einige Stürme erlebt hatte.

Zeitweise Schließung wegen Lockdowns oder größere Reparaturarbeiten, Coronabeschränkungen – die Wintersaison ist die erste seit zwei Jahren, die weitgehend reibungslos gelaufen ist. „1370 Winterschwimmer bedeuten sogar einen neuen Rekord“, berichtet Mischa Goeke stolz und strahlt mit Schwimmmeister Sandro Ciccu, der an diesem Morgen die Aufsicht hat, um die Wette.

Wer hier im Winter schwimmt, muss Vereinsmitglied sein und einen Zusatzbeitrag leisten. Im Sommer ist neben den Vereinsmitgliedern auch die Öffentlichkeit zugelassen. „Herrlich erfrischend, das ist ein Stück Lebensqualität“, sagt Badegast Harald Stoffel, der mit Freund Wolfgang Hanemann mehrmals wöchentlich das Angebot nutzt. Eigentlich ist er Mitglied der Wasserfeunde Wuppertal, schwimmt im Sommer in deren Vereinsbad im Bendahl. Doch im Winter kommt er liebend gern hinauf nach Korzert, wo die Abwärme der benachbarten Müllverbrennungsanlage das Wasser des Freibads auf muckelige 29 Grad aufheizt. Der kurze Weg durchs Freie aus den Kabinen ins Becken lässt sich da gut ertragen. Einmal im Wasser fühlt man sich geborgen, egal ob es regnet, schneit oder friert.

Ein neues Planschbecken steht vor der Fertigstellung

„Ein unschlagbares Angebot“, sagt ein anderer Badegast und meint auch die konkurrenzlosen Öffnungszeiten täglich von 6.30 bis 21 Uhr. Nur mittags zwischen 13 und 14 Uhr ist zu, auch um kurz durchzuwischen und damit Hygieneregeln zu erfüllen. „Es gibt nur vier Bäder in Deutschland mit ähnlichen Öffnungszeiten“, versichert Mischa Goeke. Doch auch das hätte ihm und seinem Verein in den vergangenen Jahren wenig genutzt, gäbe es nicht die zahlreichen Ehrenamtlichen, die im Bad mit anpacken, wenn unerwartete Reparaturen oder nötige Renovierungen anstehen, und die treuen Badegäste.

Ein größerer Teil hatte die Beiträge nicht zurückgefordert, auch wenn die vergangene Wintersaison im Lockdown praktisch untergegangen war. Hinzu kamen Landes- und Bundeshilfen, die – wenn auch teilweise verzögert – geflossen sind, sowie Fördergelder aus diversen Töpfen. Mit Geld aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätten NRW 2022“ hat man beispielsweise die Außentoiletten für den Sommer bereits komplett modernisiert oder neue LED-Flutmasten aufgestellt. Ein neues Planschbecken steht vor der Fertigstellung. Das alte wurde auf 6,70 mal 5 Meter vergrößert und soll künftig eine variable Wassertiefe von 40 oder 80 Zentimeter haben. Damit eignet es sich dann nicht nur als Kinderplanschbecken für die Kleinsten, sondern kann bei Bedarf mit mehr Wasser auch für Schwimmkurse verwendet werden.

Die Sommersaison soll planmäßig zum 1. Mai beginnen –sollten bei der Nachschau im Becken, die zwischen den Saisonzeiten obligatorisch ist, keine größeren Schäden entdeckt werden, die noch zu beheben sind, eventuell auch etwas früher. Dann hofft Schwimmmeister Sandro Ciccu auch auf eine „relativ normale Saison“ ohne große Einschränkungen durch Hygienemaßnahmen aufgrund hoher Corona-Inzidenzen.

Die zwei großen Zelte auf der Liegewiese, in denen sich die Mitglieder auch im Winter umziehen konnten, um Abstände und Freiluftbedingungen zu wahren, werden jetzt erst einmal abgebaut. Abgedeckt hat sie bereits der Sturm vor zwei Wochen. Dennoch war diese Maßnahme, genau wie die überdachten Außenduschen, überaus nützlich gewesen, denn statt 2Gplus wie in Hallenbädern, konnte im Neuenhof auch während des Winters schon früh wieder nur 2G gelten. „Das hat es für unsere Gäste doch viel einfacher gemacht“, sagt Sandro Ciccu.

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