Regiobahn fährt ab Dezember

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Für den Ausbau der Regiobahn wird fleißig gebaut. Notfalls soll sie auch erst einmal ohne Elektrifizierung in Betrieb gehen. Foto: Alexandra Rüttgen

Die neue Strecke nach Wuppertal geht vorerst ohne Elektrifizierung an den Start.

Von Alexandra Rüttgen

Mettmann. Die Betriebsaufnahme der Regiobahn von Mettmann Stadtwald bis Wuppertal Hbf ist für den Fahrplanwechsel vom 12. auf den 13. Dezember 2020 geplant. Das teilt jetzt Sabine Hovermann, Sprecherin des Unternehmens mit Sitz in Mettmann, mit. Dabei wird die Regiobahn zunächst auf die Elektrifizierung verzichten.

Das Unternehmen prüfe nun, ob es in der Kürze der Zeit Triebwagen mit umweltfreundlichen Antriebsarten wie zum Beispiel Hybrid kaufen und einsetzen kann. Nötigenfalls müsse man jedoch „übergangsweise auf Dieselfahrzeuge zurückgreifen, wenn wir kurzfristig keine anderen Fahrzeuge bekommen.“

Auch die Nachfolge für den derzeit offenen Sitz der Geschäftsführung ist geklärt: Sascha Zuk, zuletzt Geschäftsführer Qualität und Planung der Abellio Rail NRW, wird nach einer Übergangszeit in das Unternehmen eintreten. Im Juni war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen den damaligen Geschäftsführer der Regiobahn Fahrbetriebs GmbH ermittelt. Es ging dabei um unsaubere Reisekostenabrechnungen und Schein-Rechnungen für Handwerks- oder Lieferantenleistungen, die nicht erbracht worden sein sollen. Die Regiobahn hatte sich daraufhin von ihrem Geschäftsführer getrennt.

Die Güterzugstrecke vom bisherigen Endhaltepunkt der S 28 „Mettmann Stadtwald“ bis zum Güterbahnhof Dornap Hahnenfurth wurde in den vergangenen Jahren zweigleisig ausgebaut. Zudem gab es einen eingleisigen Lückenschluss zwischen Dornap Hahnenfurth und dem Abzweig Dornap. Zur Einbindung der Signaltechnik ist der Bau eines neuen elektronischen Stellwerks erforderlich. Seine Inbetriebnahme ist für den Sommer dieses Jahres geplant. Dazu gibt es Streckensperrungen zwischen Mettmann-Stadtwald und Düsseldorf-Gerresheim sowie Kaarster See-Neuss Hbf. In dieser Zeit werden Busse den Betrieb übernehmen.

Einspruch eines Bürgers verzögert Elektrifizierung

Die geplante Elektrifizierung des Regiobahn-Streckennetzes mit einem Umfang von rund 45 Oberleitungskilometern kann weiterhin nicht realisiert werden, denn es liegt kein sogenannter Planfeststellungsbescheid vor. Dass er sich verzögert, hat einen kniffligen Grund: Gegen die Elektrifizierung gab es den Einspruch eines Bürgers.

Dabei geht es um Dienstbarkeiten: Die Regiobahn muss das Recht erhalten, ihre Anlagen zu warten und gegebenenfalls Rückschnitte an Büschen und Sträuchern vorzunehmen, die den Leitungen gefährlich werden könnten – auch auf Grundstücken, die ihnen nicht gehören. Dagegen hat ein Bürger offensichtlich Einwände. Wann diese Differenzen aufgelöst werden können, steht nicht fest. Und so lange können die bereits neu bestellten elektrisch angetriebenen Fahrzeuge nicht eingesetzt werden.

Das setzt die beteiligten Unternehmen auch finanziell unter Druck: Die Gesellschafter der Regiobahn-Fahrbetriebsgesellschaft mussten Ausfallbürgschaften über einen Betrag von 1,4 Millionen Euro zeichnen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Insoweit arbeiten wir derzeit mit Hochdruck an einer Interimslösung, die eine Betriebsaufnahme zum Dezember dieses Jahres ermöglicht“, teilt Sabine Hovermann mit.

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