OB holt Möbelstück zurück

Raus Schreibtisch steht wieder im Rathaus

Matthias Nocke (l.) und Oberbürgermeister Uwe Schneidewind mit dem Schreibtisch. Foto: A. Schwartz
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Matthias Nocke (l.) und Oberbürgermeister Uwe Schneidewind mit dem Schreibtisch.

Wuppertals neuer Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hat das Amtszimmer im Rathaus umgestaltet - und in Teilen zurück in den alten Zustand gebracht.

Wuppertal. Denn der neue Oberbürgermeister hat den Schreibtisch, an dem einst Johannes Rau saß, wieder aufstellen lassen. Sein Vorgänger, Andreas Mucke, hatte das Möbelstück seinerzeit aussortiert, Kulturdezernent Matthias Nocke hatte es stattdessen genutzt.

Ein Glücksfall, wie sich herausstellen sollte. Denn hätte Nocke kein Interesse an dem Tisch gehabt, wäre er im Keller geblieben, der beim Starkregen 2018 einen Wasserschaden erlitt. Der Tisch wäre dabei sicher beschädigt worden.

Schneidewind will „Geschichtsidentität stärken“

In seiner Rede am Tag vor der Vorstellung des Zukunftsprogramms hatte er sich am Schreibtisch in Szene gesetzt und dafür auch Kritik bekommen. Er erklärt, er habe zwei Motive für die Nutzung des geschichtsträchtigen Möbelstücks. Einerseits wolle er die „Geschichtsidentität der Stadt wieder stärken“, denn die Kraft der Stadt hänge auch an Personen. Das verdeutliche der Schreibtisch Johannes Raus.

Zweitens, so Uwe Schneidewind, habe er aufgrund seiner Laufbahn an der Bergischen Universität und dem Wuppertal Institut, zweier Einrichtungen, die ohne Johannes Rau nicht möglich gewesen wären, eine tiefe „persönliche und emotionale Bindung“ zu der Persönlichkeit. Sein Ansatz sei im Film falsch interpretiert worden: „Ich bin kein neuer Rau, ich empfinde große Demut, am selben Schreibtisch sitzen zu dürfen.“

Schneidewind schätzt den Schreibtisch als „ästhetisches Meisterstück“. Andreas Mucke hatte ihn aussortiert, hielt „Birke hell“ für zeitgemäßer, gab das in die Jahre gekommene Stück frei und ließ es im Keller des Barmer Rathauses einlagern. Von dort trat es seinen Weg in das Büro von Kulturdezernent Matthias Nocke an. Er habe sich damals gefreut, das gute Stück zu ergattern, das für ihn stets der Nachkriegsschreibtisch der Wuppertaler Oberbürgermeister sein wird – von Heinz Jasper Frowein über Johannes Rau bis Peter Jung.

Ihn hätten auch die beiden Zigaretten-Brandflecke nie gestört, denn sie gehörten zur Geschichte. Er sei froh, dass der Schreibtisch wieder da steht, wo er hingehört, im Barmer Oberbürgermeisterbüro, und sitzt derweil wieder an Buche – Kunststoff, an einer Ecke leicht aufgequollen, ein Ergebnis des Starkregenereignisses vor zwei Jahren. Nocke: „Ein Glück, dass es den erwischt hat und nicht das gute Stück.“ -ab/ecr-

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