Projekt

Das Wuppertaler Radhaus steht auf der Kippe

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Vor dem Primark-Gebäude ist eine Fläche für das Radhaus reserviert. Doch bisher will kein Unternehmen das Radhaus bauen. 

WUPPERTAL Bis April 2019 entscheidet sich, ob das Projekt am Döppersberg noch im Kostenrahmen ist.

Von Andreas Boller

Bis April 2019 wird die Entscheidung fallen, ob das Radhaus am Döppersberg in der vom Wuppertaler Stadtrat beschlossenen Form gebaut werden kann. „Sollten wir bis dahin kein Unternehmen gefunden haben, das zumindest den Betonbau übernimmt, gebe ich die Hoffnung auf“, sagt Hans- Uwe Flunkert, Geschäftsführer des Gebäudemanagement Wuppertal.

In der Sitzung der Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg sprach Flunkert über bundesweite Engpässe in der Baubranche. Das bekannteste Beispiel ist das Stadionprojekt des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Trotz europaweiter Ausschreibung hat sich noch kein Generalunternehmer gemeldet, der die Tribüne bauen will.

Vergleichbar ist die Situation beim Radhaus, das im Schatten des Primark-Gebäudes zunächst 150 Stellplätze bieten, wobei das Angebot für die Radfahrer bei steigendem Bedarf auf 300 Plätze ausgeweitet werden kann. Da nicht absehbar ist, wie stark das Radhaus am Döppersberg frequentiert wird, soll das Gebäude in der ersten Phase auch als Garage für Einsatzfahrzeuge und Streumittel des Eigenbetriebs Straßenreinigung genutzt werden. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 900 000 Euro. Finanziert wird das Projekt über den Topf für Ablösesummen, in den Bauherren an die Stadtkasse einzahlen, wenn sie bei Bauvorhaben nicht die erforderlichen Stellplätze nachweisen können.

Bauunternehmen zeigen Wuppertal die kalte Schulter

Bei der ersten europaweiten Ausschreibung für das Radhaus meldete sich kein einziges Unternehmen. Beim zweiten Versuch gab es einen Bewerber, der mit 2,7 Millionen den dreifachen Preis forderte. „Dabei handelte es sich um ein Abwehrangebot“, vermutet Klaus-Jürgen Reese (SPD), Vorsitzender der Döppersberg-Kommission. Die CDU wertet hingegen die Preisforderung als Signal. „Wenn die Kosten deutlich überschritten werden, stellt sich für das Radhaus am Döppersberg die Sinnfrage. Sollten wir uns nicht auf andere dezentrale Projekte und andere Standorte konzentrieren und von der Verwaltung einen Plan B erwarten dürfen“, gab Hans-Jörg Herhausen (CDU) zu bedenken.

Fraktionschef Michael Müller legte sich fest: „Für einen Fahrradabstellplatz, der mehr als 10 000 Euro kostet, wird es keine Zustimmung der CDU geben.“ Planungsdezernent Frank Meyer erinnerte daran, dass „auch in Plan A bereits Planungskosten“ geflossen seien. Was Müller zu dem Satz herausforderte: „Wenn sie keinen Plan B haben, dann werden wir einen Ratsbeschluss für Plan B aufstellen.“

Flunkert wies die Mitglieder der Kommission darauf hin, dass das GMW aufgrund der Vergabeverordnung nach der zweimalig vergeblichen Ausschreibung nun berechtigt sei, Firmen zu Angeboten aufzufordern. „Es ist uns nun auch möglich, das Projekt in den Betonbau und die übrigen Gewerke aufzuteilen“, sagte Flunkert.

„Die Bauindustrie ist zurzeit voll ausgelastet. Die Unternehmen ziehen private Bauvorhaben vor. Das liegt nicht allein an den Preisen, sondern an den gesetzlichen Regelungen, die bei öffentlichen Projekten eingehalten werden müssen. Wir haben einen Vorschriftenapparat aufgebaut, der uns aktuell voll ins Gesicht schlägt“, sagte Flunkert.

WUPPERPARK OST

PLÄNE Im sogenannten Wupperpark Ost, dem Geländestreifen, der sich vom Brausenwerth bis zum Köbo- Haus entlang der Wupper zieht, sollen ein Club und ein Kulturzentrum im Tiefbunker sowie an der Oberfläche das Café Cosa und der Info-Pavillon für das Stadtmarketing gebaut werden. Bauträger ist die Tiefbunker Brausenwerth GmbH & Co. KG, dahinter stehen die Unternehmer Markus und Thomas Riedel.

DISKUSSIONEN Die Stadt will die Gebäude für Café Cosa und den Infopavillon nach der Fertigstellung 2020 kaufen, um sie an den Förderverein für Suchtkranke und Wuppertal Marketing zu vermieten. Die Höhe der Miete hängt von den Baukosten ab. Dass ein Gutachten des Architekten die Kosten um 800 000 Euro niedriger ansetzt, als ein von der Stadt beauftragter Gutachter löst Diskussionen in der Döppersberg- Kommission aus.

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