Radverkehr

Radfahren im Tal: Wuppertal ist auf keinem guten Weg

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WUPPERTAL Klaus Lang vom ADFC über den aktuellen Fahrradklima-Test, Wuppertals Weg zur Fahrradstadt und das Radverkehrskonzept.

Von Manuel Praest

Noch bis zum 30. November können Wuppertaler beim ADFC-Fahrradklimatest abstimmen. Bei der letzten Auflage 2016 landete Wuppertal mit einer Gesamtbewertung von 3,9 auf Platz 16 von 39 bei den Städten über 200 000 Einwohnern. Klaus Lang vom ADFC über den aktuellen Test, Wuppertals Weg zur Fahrradstadt und das Radverkehrskonzept.

Bis Ende der Woche lief in Wuppertal die Aktion Stadtradeln. Ein guter Zeitpunkt, um für die Teilnahme am Fahrradklimatest zu werben?

Klaus Lang: Auf jeden Fall. Es sind mehr Leute als sonst mit dem Fahrrad gefahren, die neue Eindrücke sammeln konnten. Ich hoffe, die beteiligen sich an der Abstimmung.

Wie ist Ihre aktuelle Einschätzung?

Lang: Leider nicht gut. Man hat den Eindruck, dass im Moment gar nichts in Bezug auf Verbesserungen für den Radverkehr passiert. Größere Maßnahmen gibt es überhaupt nicht mehr. Hier und da werden mal ein paar Einbahnstraßen freigegeben. Ansonsten ist alles extrem eingeschlafen.

Woran liegt das?

Lang: Vieles wird einfach tot geredet. Wuppertal will Fahrradstadt werden, doch auf der Straße kommt nichts davon an. Als Beispiel nenne ich nur das Hickhack um die Freigabe der Busspur auf der B7 in Elberfeld oder das Radhaus, dass nicht so kommt, wie ursprünglich geplant.

Jetzt wurde bekannt, dass sich das Radverkehrskonzept noch einmal bis Ende des Jahres verzögern wird.

Lang: Das passt dazu, wobei daran die Stadt keine Schuld trägt, sondern es offenbar ja am Planungsbüro liegt.

Beim letzten Fahrradklimatest 2016 schnitt Wuppertal ordentlich ab. Es hört sich so an, als wenn es diesmal anders aussehen wird.

Lang: Ja, und das wäre in Ordnung. Ein diesmal nicht ganz so gutes Ergebnis würde Druck auf Verwaltung und Politik erzeugen, wieder mehr zu machen. Und das ist auch gut so. Ein positives Ergebnis würde bedeuten, Wuppertal ist auf einem guten Weg. Das ist die Stadt aber nicht.

Fahrradklimatest

HISTORIE Die Premiere des ADFC-Klimastests fand 1998 statt. Seit 2012 findet er alle zwei Jahre statt. Zu oft, wie Klaus Lang vom ADFC eigentlich. Eine längere Pause wäre aus seiner Sicht sinnvoll. „Sonst läuft sich das tot.“

2016 Bei der letzten Auflage stimmten 693 Teilnehmer ab. Positiv sahen sie damals in Wuppertal die Fahrradförderung in jüngster Zeit, kaum Fahrraddiebstahl und viele Einbahnstraßen, die bereits für Radfahrer geöffnet wurden. Als negativ wurden die schlechte Führung an Baustellen aufgeführt, schlechte Ampelschaltungen für Radfahrer und dass es selten Falschparkerkontrollen auf Radwegen gibt.

ABSTIMMUNG Es liegen auch an ausgewählten Plätzen Fragebögen aus. 99 Prozent kommen aber über das Internet.

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