Neulinge steigen in den Aktienindex auf

Qiagen wird in den Dax aufgenommen

Qiagen forscht an und produziert unter anderem auch Corona-Tests. Archivfoto: Stephan Köhlen
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Qiagen forscht an und produziert unter anderem auch Corona-Tests.

Hilden. Das Unternehmen Qiagen hat den deutschen Börsenolymp erklommen und wird ab 20. September im Dax gelistet.

Von Tobias Dupke

„Die Aufnahme in die Riege der führenden deutschen börsennotierten Unternehmen ist ein großer Meilenstein und Erfolg für Qiagen“, sagte Vorstandsvorsitzender Thierry Bernard. „Die Bedeutung molekularer Tests für die Bekämpfung von Krankheiten, die Entwicklung von Medikamenten und für wissenschaftliche Pionierarbeit war noch nie so groß.“

Doch was bedeutet der Aufstieg des Unternehmens mit Sitz im Gewerbegebiet Trotzhilden an der Grenze zu Solingen für die Stadt? Wer neu im deutschen Aktienindex geführt wird, rechnet zunächst einmal mit Rückenwind für sein Geschäft. Dadurch wird der Standort in Hilden gestärkt. Hier arbeiten mehr als 1250 Menschen in der Entwicklung und Produktion von Diagnostik-Lösungen. Zuletzt machte die Firma über die Fachpresse hinaus Schlagzeilen, als sie gleich zu Beginn der Corona-Pandemie einen Covid-Schnelltest marktreif anbieten konnte. „Der Dax-Aufstieg ist eine Wertschätzung der Leistung unserer Mitarbeiter, ein Großteil hier am Standort Hilden, wo auch der Ausbau unserer Produktionskapazitäten weiter voranschreitet. Es ist auch eine Anerkennung des Wachstumskurses des Unternehmens, der stark von Hilden mitgetrieben wird“, erklärte ein Unternehmenssprecher diesbezüglich. Aber nicht nur die Position des Biotech-Unternehmens in der eigenen Branche wird gestärkt, erklärt Hildens Bürgermeister Claus Pommer: „Qiagens Entwicklungen und Technologien in der Diagnostik sind weltweit bedeutend. Ich freue mich und gratuliere, dass Qiagen der Aufstieg in den Dax gelungen ist“, sagt er. Das habe auch Auswirkungen auf die Stadt: „Nicht nur Qiagen, auch der Standort Hilden wird damit bekannter und profitiert davon.“

„Nicht nur Qiagen, auch der Standort Hilden wird damit bekannter und profitiert davon.“

Bürgermeister Claus Pommer

Unter den zehn Dax-Neulingen, die die Deutsche Börse bekanntgab, ist Airbus das Unternehmen mit dem mit Abstand größten Börsenwert. Mit dem deutsch-französischen Flugzeughersteller bekommt der deutsche Leitindex ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Autoherstellers Daimler oder des Versicherungsriesen Allianz. Neu auf dem von 30 auf 40 Titel verlängerten Kurszettel des Dax stehen außerdem die folgenden neun Unternehmen: Neben Qiagen sind das der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant Hellofresh, die Holdinggesellschaft Porsche, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise sowie der Online-Modehändler Zalando.

Qiagen wurde 1984 von den Wissenschaftlern an der Universität Düsseldorf als „Diagen – Institut für Molekulare Diagnostik“ gegründet. Zunächst ging es um die Extraktion von DNA – den Bausteinen des Lebens – aus unterschiedlichen biologischen Proben. Das Start-up wuchs erweiterte kontinuierlich sein Programm. Für das Jahr 2021 rechnet Qiagen mit einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Qiagen hat seinen Hauptsitz in Venlo, während die operative Zentrale in Hilden angesiedelt ist. Der Aufstieg in den deutschen Aktienindex findet am 20. September statt.

Zu diesem Zeitpunkt wird Qiagen auch nicht mehr im MDax vertreten sein, der nach dem Dax nun die nächsten 50 Unternehmen nach Marktkapitalisierung umfasst. Qiagen bleibt weiterhin Mitglied im TecDax, der die 30 größten deutschen Unternehmen aus dem Technologiesektor abbildet.

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