Gesundheit

Qiagen investiert in Corona-Tests

Blick in den Labor-Bereich: Das Unternehmen fuhr die Produktion auf einen 24-Stunden-Betrieb hoch und vergrößerte den Mitarbeiterstab.Foto: teph
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Blick in den Labor-Bereich: Das Unternehmen fuhr die Produktion auf einen 24-Stunden-Betrieb hoch und vergrößerte den Mitarbeiterstab.

Unternehmen steckt am Hildener Standort rund 110 Millionen Euro in die Produktion.

Von Sarah Dietel

Hilden. Klares Bekenntnis zum Standort Hilden: Der mit Abstand größte Teil der größten Investition in der Firmengeschichte fließt in den Betrieb an der Qiagen-Straße. Qiagen baut seine Kapazitäten für Covid-19-Tests aus und erweitert den Standort um eine neue Produktionslinie für Schnelltests. Diese liefern bereits innerhalb einer Stunde das Ergebnis, ob Patienten mit Atemwegserkrankungen infiziert sind. Und nicht nur das: Eine Unterscheidung von 22 Krankheitserregern hilft auch bei der Früherkennung weiterer Krankheitenserregern wie multiresistenten Keimen.

„Diese Tests sind ein großer Fortschritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie, aber auch gegen weitere Krankheiten“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Pinkwart, NRW-Wirtschaftsminister, die neue Produktionsstätte in Hilden besuchte. Das Land NRW fördert das Vorhaben von Qiagen mit 18,3 Millionen Euro. Aus einem Düsseldorfer Start-up mit engagierten Forschern der Heinrich-Heine-Universität sei heute ein internationaler, börsennotierter Konzern mit weltweit 35 Standorten geworden. „Eine NRW-Erfolgsgeschichte“, erklärte Andreas Pinkwart die Förderung.

NRW-Landesregierung ließ sich schon früh von Qiagen beraten

Bereits seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland im Frühjahr arbeite die Landesregierung eng mit Unternehmen zusammen, um Testkapazitäten auszuweiten und qualitativ hochwertiges medizinisches Material im eigenen Land zu produzieren. Ein wichtiger Ansprechpartner sei als eines der weltweit größten Biotech-Unternehmen Qiagen gewesen. Mit der Herstellung von Analysegeräten, Ingredienzen und dem entsprechenden Fachwissen in der Bio-Informatik vereine das Unternehmen drei wesentliche Fähigkeiten in der aktuellen Zeit. „Wir sind stolz, dass eines der größten und erfolgreichsten Unternehmen der Branche in NRW sitzt.“ Karl-Josef Laumann betonte, dass die neuen Tests mehr Sicherheit für die Zukunft brächten.

„Wöchentlich führen wir in NRW 240 000 bis 270 000 Tests durch. Das darf die Labore nicht überlasten.“ Die von Qiagen hergestellten Tests können direkt in den Arztpraxen ausgewertet werden. Zudem werde die Schnelligkeit, mit der das Ergebnis vorliegt, jeden Erkrankten oder Reiserückkehrer ohne Symptome erfreuen. „Wir können Quarantäne nur stichprobenartig überprüfen. Wenn jemand nach einer Stunde ein Ergebnis hat, ist das etwas anderes, als ob er bis zu drei Tage warten muss“, sagte Laumann mit Blick auf die fünftägige Quarantäne, die NRW voraussichtlich ab dem 1. Oktober für Reiserückkehrer aus Risikogebieten vorschreiben wird. Im Herbst und Winter mit ihren jährlich zahlreichen Erkrankungen, die unabhängig von Covid-19 in der kalten Jahreszeit umgingen, seien die Tests zudem wichtig für das Personal beispielsweise an Schulen, in Kindergärten, Seniorenheimen und Krankenhäusern. „Wir investieren in Arbeitsplätze mitten in NRW und tun etwas für die Versorgungssicherheit in der Corona-Pandemie“, fasste er zusammen. Die neuen Tests seien ebenso vielversprechende Entwicklungen wie die Arbeit an einem Impfstoff und an Lüftungstechniken für Räume. Neben dem neuen Testkit stellt Qiagen auch Antikörper-Tests her, die zwar noch nicht die Genauigkeit der sogenannten PCA-Tests erreichen, dafür aber günstiger sind und noch schneller funktionieren. Roland Sackes, Finanzvorstand von Qiagen, dankte der Landesregierung für die Förderung und für die unbürokratische Zusammenarbeit besonders zu Beginn der Corona-Pandemie. So habe Qiagen die Produktion rasch auf einen 24-Stunden-Betrieb hochfahren und die Mitarbeiterstärke in vielen Bereichen verdoppeln können. Bisher arbeiten rund 1200 Mitarbeiter in Hilden, bis Ende des Jahres werden es 1400 sein. Barthold Piening, Senior Vice President, Head of Global Operations, drückte der Belegschaft seinen Dank für ihr Engagement im Kampf gegen die Pandemie aus. Nach der Corona-Pandemie können die neuen Produktionslinien für Analysen anderer Krankheiten verwendet werden, betonte Unternehmenssprecher Thomas Theuringer.

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