Kinos müssen schließen

Programmkino Cinema sucht neue Bleibe in Wuppertal

Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi.
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Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi.

Wuppertal. 2027 muss das Cinema Wuppertal seinen jetzigen Standort verlassen.

Von Miriam Karout

Das Cinema Wuppertal an der Berliner Straße sucht einen neuen Standort. Da der Eigentümer das Gebäude einer neuen Nutzung zuführen möchte, wird das Kino im Jahr 2027 ausziehen müssen. Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi schaut sich deshalb schon jetzt um. „Wir möchten ungern einfach schließen. Wir glauben, das wäre für die Kinolandschaft und das Filmangebot in Wuppertal fatal“, meint El Mesaoudi. Doch das sei nicht einfach, weil man Vorlauf braucht, weil man nicht mal eben kurz eine Ladenfläche anmieten könne.

Die Priorität liege darin, die jetzige Anzahl der Leinwände zu erhalten. Zusammen mit dem Rex-Filmtheater sind das aktuell fünf Leinwände. Die zweite Priorität ist der Stadtteil. Mustafa El Mesaoudi wünscht sich, dass das Cinema Wuppertal in Barmen oder Oberbarmen einen neuen Standort findet. „Aber wenn das nicht passt, gerne auch woanders“, ergänzt er. Auch die ÖPNV-Anbindung ist wichtig, damit die Gäste bequem mit Schwebebahn oder Bus hinkommen können.

Barmen würde das Kino willkommen heißen

Bislang habe man sich verschiedene Optionen angeschaut und festgestellt, dass viele in einem „desolaten Zustand“ seien. Die infrastrukturelle Errichtung sei teuer, wirtschaftlich ließe es sich nicht darstellen. Infrage kam zum Beispiel der Fita-Palast, das ehemalige Kinocenter im Concordia-Haus in Barmen. „Das ist in so einem heruntergekommenen Zustand. Wir haben nicht den Eindruck, dass der Vermieter dort etwas tun will“, meint El Mesaoudi. Dort sei seit 30 Jahren nichts passiert. Ohne Fördertöpfe wäre das nicht zu realisieren. Die Verwaltung des Gebäudes möchte sich auf Nachfrage dazu aber nicht äußern.

Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke würde sich freuen, wenn das Cinema Wuppertal in seinen Stadtteil ziehen könnte. „Hier sind viele leerstehende Gebäude“, sagt er. Eine Nutzung eines leeren Kinosaals heißt er herzlich willkommen. Das ehemalige Barmer Kino sei in der Erinnerung der Menschen hochbesetzt: „Da waren viele, da erinnern sich viele dran“, erklärt Lücke. Für ihn wäre es ein Glücksfall, wenn ein Kino in den Stadtteil zurückkehrt.

Auch Thomas Helbig von der ISG Barmen-Werth fände es schön, wenn man ein Programmkino bekäme. „Der Werth wird unter dem Motto Kulturteppich ausgebaut. Da passt doch wunderbar ein Kino dazu“, sagt Helbig. Spätestens bis 2023 möchte das Team des Kinos in Oberbarmen einen Standort gefunden haben. Denn dann geht es an die Planung. „Das ist ein langer Vorlauf mit allen Belangen die dazu gehören“, erklärt El Mesaoudi. Es gebe keine fertigen Kinos, die man kurzfristig übernehmen könne. „Als Kino sind wir ein Ort, der ein Quartier belebt. Das ist nicht eben kurz gemacht, das braucht Planung und Verantwortung“, ergänzt er. Deshalb wollen sie in keinen Ort rein gehen, wo sich die Nachbarn gestört fühlen könnten. Das funktioniere am Ende nur mit Hilfe der Stadt.

Die Stadtverwaltung sieht das Cinema Wuppertal als Bereicherung für Oberbarmen und würde sich wünschen, dass es im Stadtteil bleiben kann, sagt Kulturdezernent Matthias Nocke auf Nachfrage. „Es ist sicherlich nicht einfach einen neuen Standort zu finden“, weiß er. Die Stadt mache sich gerne nützlich, denn es wäre ein tiefer Einschnitt für den Stadtteil Oberbarmen, wenn das wichtige Kino mit ambitioniertem Programm schließen würde, sagt Nocke. In dieser Woche möchte man mit dem Kinobetreiber Kontakt aufnehmen. Den jetzigen Standort wird Mustafa El Mesaoudi vermissen: „Wir machen das seit 2007, das sind dann 20 Jahre“, sagt er. Das Cinema Wuppertal sei ein Stück weit ein Lebenswerk. Am Standort fühle er sich immer wohl, das Kino gehöre zum Stadtteil. Trotzdem schaue er aber optimistisch nach vorne.

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