Zucht auf Hof Plückersburg

Preisgekrönte Pferde aus Heckinghausen

„So um die 15 bis 20 Haflinger haben wir hier stehen“, sagt Rainer Hackländer, hier neben „Stratege“ stehend. Foto: Anna Schwartz
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„So um die 15 bis 20 Haflinger haben wir hier stehen“, sagt Rainer Hackländer, hier neben „Stratege“ stehend.

Wuppertal. Rainer Hackländer macht sich mit seiner Zucht auf Hof Plückersburg einen Namen.

Von Martin Juhre

Wer regelmäßig den Barmer Wochenmarkt besucht, hat vielleicht schon bei Rainer Hackländer eingekauft. Bergische Kottenwurst etwa oder Leberwurst nach alten Hausrezepten, Geflügel, Eier, Konfitüre, Honig. Neben dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten betreibt er auch noch eine Haflingerzucht. Und zwar richtig erfolgreich. Die Pferde stehen auf Hof Plückersburg und tragen die Namen Hackländer und Wuppertal weit über Deutschland hinaus.

Im Februar zum Beispiel hat der in Heckinghausen gezogene Hengst Sommerhit die Arge Haflingerhengstkörung in seiner neuen Heimat Kärnten gewonnen. Keiner der 16 Konkurrenten bekam eine höhere Wertnote. Und die Reitpferdeprüfung im Jahr zuvor hat er ebenfalls gewonnen. Geboren, aufgezogen und ausgebildet wurde Sommerhit auf Hof Plückersburg. Und um Ostern herum soll dort sein erstes Fohlen geboren werden. „So um die 15 bis 20 Haflinger haben wir hier stehen“, sagt Hackländer.

Der Blick geht über Wiesen, gegenüber ragen der Ehrenberg auf und der Marscheider Wald. Eine Gruppe junger Stuten genießt die Sonne vor der Reithalle und schaut neugierig herüber. Freundliche Aufmerksamkeit bringen auch die Haflinger im Bewegungsstall dem Besucher entgegen. Hier gibt es Platz. „Pferde sind Bewegungstiere“, sagt Hackländer. „Von Mai bis Oktober, je nach Wetter, kommen sie auf die Weide.“ Bewegung und Aufgaben, das brauche es, um einen ausgeglichenen Charakter zu entwickeln. Das sei nicht anders als bei den Menschen.

Rainer Hackländer ist promovierter Agraringenieur. Er studierte in Bonn Agrarwissenschaften und promovierte im Pferdebereich. Und er kommt aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie. „Mein Urgroßvater kam von einem der kleinen Höfe, die es damals dort gab, wo heute die Villa Foresta ist. Er heiratete hier auf Hof Plückersburg ein.“ Ein Hof, der übrigens im 16. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt wurde. Milchvieh gab es bei der Familie Hackländer. Und auch schon Ende der 1920er-Jahre Pferdezucht. Das waren allerdings Rheinische Kaltblüter, die damals noch als Arbeitspferde und Kutschpferde eingesetzt wurden. In den 1970er-Jahren zog der erste Haflinger ein. Als Reitpferd angeschafft, überzeugte die Stute. Die Idee der Haflingerzucht entstand. Etwa 50 Prozent der verkauften Pferde gehen mittlerweile in den Freizeitbereich, die übrigen werden von anderen Züchtern erworben.

Hackländer: „Unser vorrangiges Ziel ist es nicht, Preise zu bekommen. Natürlich ist das schön.“ Vielmehr gehe es um Pferde, die ihre Aufgaben als Sport- oder Freizeitpferd optimal erfüllen können. Sie würden individuell und mit reichlich Zeit ausgebildet. Und es werde darauf geachtet, dass Pferd und Kaufinteressent auch zusammen passten. Warum gerade Haflinger? „Es sind tolle Pferde mit einem liebenswerten Charakter. Pferde, die mitmachen und gefallen wollen.“ Denen man auch Kinder anvertrauen könne.

Im Bewegungsstall ist es ruhig. Nur etliche Spatzen toben mit viel Getschilpe herum. Der einzeln stehende Haflinger-Jungspund, der schon ein bisschen posiert, wie er da zu einer Gruppe Jungstuten hinüberflämt, das ist Stratege. „Der war gestern bei der Rheinischen Hauptkörung“, sagt Rainer Hackländer. Noch ein Erfolg. Stratege darf jetzt in der Zucht eingesetzt werden. So geht es weiter, Schritt für Schritt. Rainer Hackländer: „Ein Züchter muss in Generationen denken.“

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