Praktische Prüfung an der Kettensäge

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Lars Höngen aus Breckerfeld an der Säge. Foto: Stefan Fries

Berufswettbewerb Forst in Burgholz.

Von Martin Juhre

Wuppertal. Im Waldpädagogischen Zentrum tut sich Ungewöhnliches. Junge Männer in Schutzanzügen sind mit Kettensägen unterwegs. Ganze Bereiche sind abgesperrt. Im Zuge der Berufswettbewerbe in Grünen Berufen, zu dem die Deutsche Landjugend alle zwei Jahre einlädt, richten in Cronenberg die Landwirtschaftskammer NRW und Wald und Holz NRW den Wettbewerb für angehende Forstwirte im dritten Lehrjahr aus. „Die zehn, die hier mitmachen, gehören schon zu der Crème de la Crème“, sagt Ute Messerschmidt von der Landwirtschaftskammer NRW. „23 Anmeldungen hatten wir für die zehn Starterplätze. Da hat die Note der Zwischenprüfung entschieden.“

Prüfling Nummer vier nähert sich der Station, an der es gilt, die Kette einer Kettensäge auszutauschen. Hinter ihm liegt ein theoretischer Teil mit Fachrechnen, Allgemeinwissen und der Präsentation eines Fachthemas. Und der Bestimmungstest, in dem er Zweige mit Knospen und Blättern einer Baumart zuordnen musste. „Hände zeigen“, sagt einer der Prüfer. Und scherzt: „Das waren bisher die saubersten.“ Aber das ist nicht prüfungsrelevant. Tatsächlich schaut er nach kleinen Verletzungen. Sollte sich Nummer vier beim Wechsel schneiden, gibt es Punktabzug. Nummer vier legt Kettensäge, Schraubenschlüssel und neue Kette bereit, nickt den Prüfern zu. „Und los“, sagt der zweite Prüfer mit der Stoppuhr.

Es wird ohrenbetäubend laut, alle tragen Gehörschutz

Die zehn Prüflinge kommen aus ganz NRW. Vier lernen beim Landesforst, fünf bei Kommunen, einer in einem großen Privatwald. Unter ihnen sind Frederik Haas und Patrick Plante, die in der Forstverwaltung der Stadt Wuppertal ausgebildet werden.

Beim Präzisionsschnitt gilt es, von zwei Stämmen gleichmäßige Scheiben zu sägen. Es wird ohrenbetäubend laut, alle tragen Gehörschutz. Nach 42,10 Sekunden wird es wieder still. Die Scheiben sind gut, Abzug gibt es dafür, dass Nummer drei das Visier nicht heruntergeklappt hat.

Prüfung reiht sich an Prüfung. Beim Fällschnitt wird unter anderem mit Schnur und Winkelmesser geschaut, wie nah der Baum, vertreten von einem zwei Meter hohen Stammstück, an die signalrote, 20 Meter entfernte Zielstange fallen würde. Beim Bäumepflanzen, zehn kleine Nordmanntannen, wie gerade die Pflanzreihe wird, ob der Abstand eingehalten wird, ob die Bäumchen zu hoch oder zu tief im Loch stecken.

Bei der Siegerehrung am Nachmittag hat Frederik Haas die Nase vorne. Mit dem Zweitplatzierten, Tim Anthofer vom Forstamt Rhein-Sieg-Erft, fährt er zum Bundeswettbewerb. Dritter wurde Christian Treibel von der Stadt Schmallenberg. Und Patrick Plante belegte den vierten Platz.

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