Friedrich-Engels-Allee

Polizeipräsidium: Kein Geld für Vorplatz?

Das Präsidium an der Friedrich-Engels-Allee auf einer Ansicht aus den 1960er Jahren. Seitdem gab es außen kaum Veränderungen. Foto: Polizeiarchiv
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Das Präsidium an der Friedrich-Engels-Allee auf einer Ansicht aus den 1960er Jahren. Seitdem gab es außen kaum Veränderungen. 

Wuppertal kritisiert Land: Umbau kostet 24 Millionen Euro, aber die Außenanlage wird ausgespart.

Von Manuel Praest

WUPPERTAL Der Endspurt wird eingeläutet: Im kommenden Frühjahr soll die aufwendige Sanierung des Polizeipräsidiums für Solingen, Remscheid und Wuppertal an der Wuppertaler Friedrich-Engels-Allee zum Großteil abgeschlossen werden. Das kündigt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW an, der für die Arbeiten verantwortlich ist. „Alle Diensträume sind fertiggestellt“, erklärt Nicole Zander, Sprecherin des BLB in Düsseldorf. Als die Arbeiten starteten, war noch von Ende 2018 als Endtermin ausgegangen worden. Dass es länger dauerte, habe aber keine Auswirkungen auf die Kosten gehabt, sagt Zander. Insgesamt investiert das Land 24 Millionen Euro in das Denkmal.

Eine Beschwerde um die Vergabe verzögerte die Arbeiten

Als Grund für die Verzögerung nennt Zander eine Vergabebeschwerde während des Bauprozesses, die am Ende aber für unbegründet erklärt wurde. „Zudem gab es Firmenkündigungen in unterschiedlichen Bauabschnitten und daraus resultierende Neuausschreibungen.“

Der Bau an der Friedrich-Engels-Allee war 1939 von den Nazis eingeweiht worden und hat eine wechselvolle Geschichte. Der große Saal mit seinem historischen Ambiente erhält aktuell ein neues Lichtkonzept, so Zander. „In Abstimmung mit der Behörde für Denkmalschutz wurde eine energieeffiziente Beleuchtung ausgewählt, die den Saal neu ausleuchten wird.“ Es folgen im Innern noch die Fertigstellungen der Treppenhäuser und Foyer-Bereiche. Im Frühjahr sollen die Arbeiten beendet werden.

Parallel geht es aber auch ans Außengelände, die Planungen laufen, wie Polizeipräsident Markus Röhrl erklärt. „Es steht als nächstes die Renovierung des Gewahrsams und aller Rohre/Zuleitungen in den Innenhöfen und zur B7 hin an. Auch muss die gesamte Freitreppe aufgenommen und saniert werden.“

Im Zuge dessen soll auch geprüft werden, ob und wie eine Zufahrt vor dem Präsidium realisierbar ist. Dafür müssten Parkplätze für Streifenwagen in den Innenhof weichen, erläutert Röhrl. Auch die Bushaltestelle vor dem Präsidium müsste weichen und um gut 100 Meter Richtung Barmen verlegt werden – was eine anstehende WSW-Baustelle aber ohnehin notwendig gemacht hätte. Weithin sichtbar wird das Eingangsportal in großen Lettern mit Polizeipräsidium überschrieben werden, kündigt Röhrl an.

Zeitgleich läuft beim BLB aktuell die Planung der Kriminaltechnischen Untersuchungshalle, kurz: KTU-Halle, weiter. Die Fertigstellung der Halle ist für Ende 2021 geplant, so Zander.

Wuppertal erwartet „ein bisschen mehr als Parkplätze“

Diskussionen gibt es allerdings um den Vorplatz. In Arbeitsgesprächen zwischen Stadt und Land sei vom BLB, so wird von städtischer Seite kolportiert, die Aussage gekommen, für eine größere Umgestaltung fehle jetzt das Geld. Sprecherin Nicole Zander widerspricht. Der Vorplatz sei aber nicht mehr Teil der eigentlichen Sanierung. Die Finanzierung müsste geprüft werden.

Wuppertals Verkehrs- und Baudezernent Frank Meyer hat allerdings Erwartungen ans Land: „Das ist ein prägendes Gebäude für Unterbarmen.“ Da könne man schon ein bisschen mehr erwarten als „nur“ eine Fläche für parkende Fahrzeuge. Eine kleine „Platzsituation“ könne er sich vorstellen, auch wenn, wie er einräumt, der Raum begrenzt ist. Historische Aufnahmen zeigten sehr wohl, „dass da auf dem Vorplatz mehr geht als jetzt“.

Auch im Wuppertaler Verkehrsausschuss herrschte Verwunderung. Meyer, so der Auftrag, solle sich mit Polizei und Land NRW in Verbindung zu setzen, damit der Vorbereich angemessen für die Bedeutung des Gebäudes gestaltet wird.

Das Präsidium

Historie: 1937 begannen die Arbeiten, 1939 wurde der Bau an der heutigen Friedrich-Engels-Allee in Betrieb genommen. Die Gestapo nahm am 1. September 1939, dem Tag des deutschen Überfalls auf Polen, ihren Dienst in Unterbarmen auf.

Nach dem Krieg: Im Zweiten Weltkrieg war das Rathaus in Barmen durch Bomben beschädigt worden. Deshalb war das Präsidium nach dem Krieg übergangsweise Standort der Alliierten Militärregierung und des Stadtrates. Im Saal 300 fand Ende der 1960er Jahre der Bialystok-Prozess gegen NS-Verbrecher statt.

Denkmal: Das Präsidium wurde im Volksmund oft „Haus der 1000 Zimmer genannt“ - wobei es eigentlich „nur“ rund 600 sind. 1985 wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt.

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