Camp eingerichtet

Polizei bereitet Osterholz-Rodung vor

Im Osterholz-Wald haben Aktivisten ein Lager aufgeschlagen. Sie wollen so die Rodung verhindern. Archivfoto: Stefan Fries
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Im Osterholz-Wald haben Aktivisten ein Lager aufgeschlagen. Sie wollen so die Rodung verhindern.

Wuppertal. Bürgerinitiative: „Wir werden den Wald nicht widerstandslos verlassen“.

Von Daniel Neukirchen

Die Rodung im Osterholz-Wald steht offenbar kurz bevor. Polizeisprecher Polizei Weiand bestätigte: „Wir bereiten uns auf einen geplanten Einsatz bei den Rodungen vor.“ In diesem Zusammenhang habe es Begehungen des betreffenden Waldgrundstücks gegeben. Das blieb auch bei den Aktivisten nicht unbemerkt, die noch immer im Wald campieren. Über Twitter teilten sie den Mitstreitern mit, dass bereits am Montag die Polizei den Wald inspiziert habe und die Räumung vorbereite. Der Aufruf dazu: „Kommt und verteidigt den Wald!“

„Wir wollen noch einmal den Kontakt aufnehmen, bevor es ernst wird.“

Till Iseke, Oetelshofen-Geschäftsführer

Wann genau die Rodung geplant ist, da wollen sich weder die Polizei noch der Hausherr, die Kalkwerke Oetelshofen, in die Karten schauen lassen. Ein konkretes Datum könnte bereits feststehen. Oetelshofen-Geschäftsführer Till Iseke sagte im Gespräch, dass es eine Ankündigung eines Termins im Voraus nicht geben werde. „Das würden wir nicht so machen.“

Bürgerinitiative will Präsenz zeigen

Klar sei aber im Umgang mit den Baumbesetzern: „Wir wollen noch einmal den Kontakt aufnehmen, bevor es ernst wird.“ Es soll also noch einmal ein Gesprächsangebot geben, bevor die Polizei das Gelände räumt. Iseke sei aber „weniger optimistisch als sonst“, dass sich der Konflikt auf diese Weise noch lösen lasse.

Marjolein Schlüter, Sprecherin der Bürgerinitiative „Osterholz bleibt!“ glaubt: „Es wird sicherlich zur Räumung kommen.“ Sie betont zwar, dass sie nicht für die Baumbesetzer spreche und in deren Aktionsplanung nicht eingeweiht sei, gibt aber trotzdem eine eindeutige Einschätzung der Situation ab: „Ich gehe davon aus, dass sie den Wald nicht freiwillig verlassen werden.“ Man habe von Anfang an gesagt, dass man gekommen sei „um zu bleiben“. „Das ist ja hier kein Ferienlager.“

Die Bürgerinitiative selbst wolle auch bei der bevorstehenden Rodung und der möglichen Räumung Präsenz zeigen. Schlüter: „Wir werden den Wald nicht widerstandslos verlassen.“ Das solle im Rahmen der Legalität passieren.

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind hatte bereits an die Aktivisten appelliert: „Gewalttätige, persönliche Angriffe auf die Kalkwerke Oetelshofen oder die Polizei sind absolut inakzeptabel.“

Seit Oktober lädt die Bürgerinitiative an jedem Werktag ab 6 Uhr zu einer Mahnwache in den Wald ein. Schlüter, selbst Anwohnerin, sagt, sie nehme regelmäßig daran teil. Dadurch, dass man so früh vor Ort sei, werde man auch sofort über mögliche Vorbereitungen für eine Rodung informiert sein. Die Aktivisten haben zudem eine SMS-Kette eingerichtet. Wer sich auf eine Liste eintragen lässt, wird sofort informiert, sobald die schweren Maschinen anrollen.

Der Runde Tisch sei eine PR-Show gewesen

Marjolein Schlüter ist frustriert über den politischen Weg, den der Fall Osterholz gegangen ist.

Der Runde Tisch sei viel zu spät initiiert worden, danach habe man darauf verwiesen, dass dem Unternehmen die Zeit davon laufe. Der Runde Tisch sei am Ende nur eine „PR-Show“ gewesen.

Die Kalkwerke Oetelshofen wollen für die Erweiterung ihrer Halde fünf Hektar Forst abholzen. Juristisch steht diesem Vorhaben nichts mehr im Wege. Anwohner, die mit Eilanträgen dagegen vorgehen wollten, scheiterten, zuletzt vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG).

Till Iseke sagt: „Die Erweiterung muss jetzt so schnell wie möglich umgesetzt werden.“

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