Pizzakarton und Einbauküche: Viel Unrat landet in den Barmer Anlagen

Unrat und zahlreiche Holzplatten türmen sich in der großen, privaten Parkanlage auf. Foto: Michaela Dereschwitz
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Unrat und zahlreiche Holzplatten türmen sich in der großen, privaten Parkanlage auf.

Verschönerungsverein appelliert an Bürger, den Park sauber zu halten

Von Juri Lietz

Wuppertal Das Wetter wird sommerlich in Wuppertal, doch Corona ermöglicht weiterhin kaum Freizeitaktivitäten. Spaziergänge in den Grünanlagen sind allerdings jederzeit möglich. Für die Barmer Anlagen ist das hohe Besucheraufkommen zwar ein Segen, doch geht damit auch ein Ärgernis einher: „Wir haben ein Riesen-Müllaufkommen“, berichtet die Geschäftsführerin des Barmer Verschönerungsvereins (BVV), Michaela Dereschewitz. Für den Verein ist dieses Problem schwer in den Griff zu bekommen. Die Barmer Anlagen werden als privater Park nicht von der Stadt gepflegt.

Zwei Gärtner sind angestellt, die weitläufigen Flächen zu hegen – sie werden von Ehrenamtlichen unterstützt. Die Arbeit wird durch die vielen Abfälle erschwert. Aktuell werden innerhalb von vierzehn Tagen rund sieben Kubikmeter Müll aus den Barmer Anlagen geholt. Der Verschönerungsverein ist inzwischen dazu übergangen, die Mülleimer nun zweimal pro Woche zu leeren. Doch auch abseits der Tonnen findet sich Abfall. „Das ist nicht mehr schön“, findet die BVV- Geschäftsführerin.

Tatsächlich ist ein Trend in diese Richtung zu erkennen, der mit der Pandemie in Verbindung zu bringen ist. Schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr des vergangenen Jahres mussten entsprechende Appelle an die Parknutzer gerichtet werden. Deren Zahl ist angewachsen, was nun sichtbare Folgen hat: „Zur Pandemiezeit ist es mehr, sonst gibt es nur in den Sommermonaten viel Müll“, berichtet Dereschewitz.

Zuletzt nahm diese Entwicklung auch kuriose Ausmaße an: In einem Waldstück wurde ein entsorgter Nachtspeicherofen entdeckt, und vor wenigen Wochen fand sich eine Einbauküche samt Bodenbelag und Gefriertruhe im Park. Es wird angenommen, dass diese Erscheinungen zum Teil mit der zwischenzeitlichen, coronabedingten Schließung der Wertstoffhöfe zusammenhängen. Die Abfallwirtschaftsgesellschaften (AWG) sind in der Krise am Rande ihrer Kapazitäten, weil aktuell viel entrümpelt wird.

Doch auch im Kleinen bemerkt der Verschönerungsverein eine neue Qualität. Einweggrills, Glasflaschen oder Pizzakartons, die teils in die Anlagen bestellt werden, wurden bereits aufgesammelt. Das Problem ziehe sich über die gesamte Fläche. Lösungsansätze sieht Dereschewitz einzig in der Verantwortung der Parkbesucher. „Wir möchten an den Verstand und die Vernunft der Leute appellieren“, macht sie deutlich. Eine weiterführende Zusammenarbeit mit der Stadt schließt sie aus: „Die Stadt Wuppertal kämpft selbst.“

Lücke kritisiert zunehmende Rücksichtslosigkeit

Auch Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke ist sich der Lage bewusst. „Dass wir ein Müllproblem in öffentlichen Anlagen haben, ist unstrittig.“ Er teilt den Eindruck, dass es sich in jüngster Vergangenheit verschärft hat, und findet: „Rücksichtslosigkeit nimmt in der Gesellschaft mehr Raum ein.“ Lücke wünscht sich, dass Verursacher darüber nachdenken würden, er sieht eine Veränderung des Zustandes aber auch als gemeinschaftliche Aufgabe aller an: „Es gelingt immer wieder in der Gesellschaft, bestimmtem Verhalten eine Ächtung zuzufügen“, sagt der Bezirksbürgermeister. Sein Beispiel: Die Anschnallpflicht, die zunächst als Freiheitsentzug verstanden wurde, heute aber selbstverständlich ist. „Jetzt ist das Vermüllen von Parks dran“, hofft Lücke.

Dem Verschönerungsverein und Michaela Dereschewitz bleibt, zu mahnen: „Bitte den Müll mitnehmen.“ Genauso kann sich aber für die Park-Pflege engagiert werden; Ehrenamtliche sind willkommen. „Wer Lust und Laune hat, kann sich gerne melden.“

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