Indian Summer

Botanischer Garten lädt zu bunten Herbstausflügen ein

Der Japanische Ahorn mit seinen leuchtend roten Blättern ist nur einer der Bäume, deren Laub im Herbst in bunten Farben im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität strahlt.
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Der Japanische Ahorn mit seinen leuchtend roten Blättern ist nur einer der Bäume, deren Laub im Herbst in bunten Farben im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität strahlt.

Düsseldorf. Der Herbst und seine prachtvollen Farben haben im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Einzug gehalten.

Von Stephan Eppinger

Die Blätter färben sich bunt, Bäume tragen Früchte. Immer noch finden sich aber auch frische Blüten: Astern und Dahlien strahlen leuchtend. Zudem stehen viele Nutzpflanzen in voller Frucht. Ein Weg in den Düsseldorfer Süden lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Gelbe, orange, rote Blätter, wohin das Auge schaut: Die Bäume nehmen ihre Herbstfarben an, bevor sie zum Winter hin ihre Blätter verlieren. Aber warum das? Sabine Etges, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens: „Um keine Frostschäden zu bekommen, werfen ausdauernde, aber sommergrüne Pflanzen im Herbst ihre Blätter ab. Vorher werden insbesondere wertvolle stickstoffhaltige Verbindungen aus den Blättern abtransportiert und im Stamm und der Wurzeln eingelagert. Hierbei wird das Blattgrün abgebaut und es entsteht die herbstliche Gelbfärbung, indem aus den grünen Chloroplasten durch Carotinoide gelb gefärbte Gerontoplasten werden. Einigen Pflanzenarten bilden zusätzlich rote Anthocyane, die typisch für den amerikanischen ‚Indian Summer‘ sind“.

„Wir haben ein sogenanntes Mastjahr, in dem viele Bäume besonders viele Samen bilden“

Sabine Etges, Leiterin des Botanischen Gartens der HHU

Neben den farbigen Bäumen sind aber auch noch viele blühende Blumen in den verschiedensten Farben zu finden, allen voran viele Astern – gleich in der Nähe des Haupteingangs – und Dahlien, wenn man den Weg Richtung Süden einschlägt. In den Blüten sind Bienen und Hummeln fleißig am Werk.

Der Herbst ist auch die Erntezeit, viele Bäume tragen Früchte, vor allem aber werden die Gemüsepflanzen reif. Im Nutzpflanzenbereich des Botanischen Gartens könnte es eine reiche Ernte geben – Kürbisse, Mangold, Litschi-Tomaten, Äpfel und vieles mehr ist zu finden. Aber die meisten dieser Pflanzen und Früchte werden nicht angerührt, denn es gehört zum didaktischen Konzept des Gartens, dass die Pflanzen über die gesamte Vegetationsperiode beobachtet und untersucht werden können. Dazu gehört auch zu beobachten, wie diese Pflanzen zum Winter hin vergehen.

Nicht nur Pflanzen, auch Tiere tragen zur Farbenpracht bei

Wer jetzt über die Wege spaziert, findet große Mengen an Eicheln und Bucheckern. „Wir haben ein sogenanntes Mastjahr, in dem viele Bäume besonders viele Samen bilden“, erklärt Etges. Dies geschieht nur alle drei bis fünf Jahre. „Um sich erfolgreich vermehren und verbreiten zu können, bilden zum Beispiel Buchen oder Eichen dann sehr viele Samen. Dadurch können sich parasitierende Insekten oder Fraßschädlinge nicht mit ihrem Entwicklungszyklus auf das ‚Angebot‘ einstellen.“

Schon im Februar waren erste Blüten zu beobachten, so diejenigen der Kornelkirsche. Diese haben nun Früchte gebildet; sie sind sehr schmackhaft, aber aufgrund des großen, festen Kerns schwer zu verarbeiten. Auch der Papier-Maulbeerbaum, der im Sommer grüne Blütenstände zeigte, hat nun essbare, sehr ungewöhnlich aussehende Früchte.

Und schließlich tragen auch die Tiere im Botanischen Garten zur Farbvielfalt bei. Versteckt in der Asiatischen Abteilung sitzen zwei Halsbandsittiche in einem Baum. Die Rotkelchen sind weniger versteckt, sie folgen den Besucherinnen und Besuchern auf ihrem Weg durch den Park. „Gerade in diesen Wochen verändern sich die Pflanzen von Tag zu Tag“, resümiert Sabine Etges. „Alle sind eingeladen, daran teilzuhaben.“

Hintergrund

Der rund acht Hektar große Botanische Garten wurde 1979 eröffnet. Er dient der Bevölkerung ganzjährig als Stätte der Bildung und Erholung, der Pflanzenforschung und der Studierendenausbildung an der Heine-Uni. Die umfangreichen, größtenteils öffentlichen Pflanzensammlungen werden als Arbeits- und Anschauungsmaterial für Forschung und Lehre vor allem in der Biologie und der Pharmazie genutzt.

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