Musik

Peter-Weisheit-Band gibt Abschiedskonzert

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Auch mit Udo Jürgens trat die Peter-Weisheit-Band schon auf. (Archivfoto)

HAAN Vier Jahrzehnte lang war die Gruppe um den Haaner Musiker auf den Bühnen der Welt zuhause. Jetzt plant sie das letzte Konzert.

Von Ralf Geraedts

Haan. Keine Sorge. Peter Weisheit kehrt der Musik nicht den Rücken zu: Mit seinen „Dixietramps“ macht er weiter. Mitarbeiterin Barbara Hadrian, die seit 25 Jahren das Musikbüro managt, wird das auch weiterhin tun. „Nur die Zeiten für die Peter-Weisheit-Band sind vorbei“, sagt Peter Weisheit und meint damit die stark nachlassende Nachfrage nach Formationen wie seiner. „Wir haben bei Sportlergalas oder Jubiläumsfesten gespielt. Da war das Orchester auf der Bühne, es kamen Artisten, Zauberer und ein Star – solche Veranstaltungen gibt es immer weniger. Dixieland dagegen läuft“, umreißt er die Entwicklung.

Peter Weisheit war mit seinen Dixietramps schon viel unterwegs – hier auf der Rennbahn in Düsseldorf. 

Der Bekanntheitsgrad der „PWB“ war groß. Denn die Band war Hausband im „WWF-Club“, der zwischen 1980 und 1990 freitags 50 Minuten Live-Unterhaltung aus einem Fernsehstudio im Kölner Norden bot. „Die letzte Sendung des WWF-Clubs ist 30 Jahre her. Ich habe so viele Fernsehsendungen gemacht – aber die Leute sprechen mich auf den WWF-Club an.“

Dort und auf ungezählten anderen Bühnen lernte Peter Weisheit Stars der Musikszene aus Schlager, Pop und Volksmusik kennen. Im Obergeschoss seines Hauses an der Ohligser Straße in Haan hängen viele Bilderrahmen, die Weisheit mit den „Großen“ zeigt – ob Tina Turner oder Udo Jürgens, Roberto Blanco oder Caterina Valente, Boney M. oder Adam & Eve, Mireille Mathieu oder Tony Christie.

Heute Hamburg, morgen München – das kam oft vor

Der Fernseh-Auftritt war oft die Startrampe für ein hartes Wochenende. „Um acht vor acht saßen wir in den Autos und düsten zum nächsten Auftritt“, erinnert sich Peter Weisheit. „Ich hab alles gespielt, fast auf der ganzen Welt, oft bei Großveranstaltungen.“ Immer wieder ist er auch bei großen Polit-Terminen in Berlin oder Düsseldorf fürs Musikalische verantwortlich.

Bandleader Peter Weisheit lässt 40 Jahre Revue passieren. Ordner mit Arrangements füllen eine ganze Wand in seinem Keller. 

Die Band war in Luxus-Hotels und auf Kreuzfahrten gebucht, hat auch schon mal am Nordkap gespielt. Hart seien Terminkalender wie dieser gewesen: Freitag WWF-Club, dann Auftritt in Düsseldorf, danach in den Flieger nach Monte Carlo, wohin per Lastwagen die Instrumente und Technik fuhren. Samstagabend Konzert, danach wieder nach Düsseldorf, dort abends wieder auf der Bühne. Heute Hamburg, morgen München – das kam oft vor. „40 000 bis 50 000 Kilometer bin ich pro Jahr mit dem Auto gefahren“, erzählt Weisheit. Donnerstags traf sich die Band zur Probe in Haan, übte an neuen Stücken – die Ordner mit Arrangements füllen eine ganze Seitenwand in Weisheits Keller. Freitags war der WWF-Club der Start für die Unterhaltungsarbeit am Wochenende. Der Drummer sagt von sich, er sei „immer gut gelaunt“.

KARTEN

TERMIN Das Konzert findet am Sonntag, 9. Dezember, 18 Uhr, in der Evangelischen Kirche Haan an der Kaiserstraße statt.

VORVERKAUF Noch sind die Karten nicht erhältlich. Laut Peter Weisheit werden sie demnächst an den üblichen Vorverkaufsstellen erhältlich sein.

Peter Weisheit studierte Musik während seiner Bundeswehrzeit, war zum Abschluss mit der Bundeswehr Big Band in Amerika; Sohn Marcel schlug im Übrigen den gleichen Weg wie sein Vater ein. Als er Anfang der 1970er Jahre nach Haan kam, arbeitete er eine Weile als Musiklehrer an der Musikschule. Dann begann langsam die Zeit der Peter-Weisheit-Band. Von der Anfangs-Formation von vor 40 Jahren ist Saxofonist Kai Grossmann noch dabei.

Was erwartet die Besucher des Abschluss-Konzertes in der Evangelischen Kirche Haan (" Kasten)? Allzu viel will Weisheit noch nicht verraten: Die komplette Band ist da, es wird Überraschungsgäste geben. Und warum gibt er das Abschiedskonzert in einer Kirche? In der Gemeinde engagiert sich Peter Weisheit. Begleitet immer wieder mit den Dixietramps Gottesdienste. Und: „Die Kirche ist ein guter Ort. Man muss ja auch froh und dankbar sein!“

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