Passfotos sollen digital ans Amt gehen

Solingen wird Pilotkommune des Bundes

Von Philipp Müller

Solingen Mit einem Stift fährt Susanne Claire Bargheer Gluch über den Bildschirm eines neuen Fotoautomaten im Fotostudio Flic-Flac. Das Foto einer Kundin wird mit Unterstützung modernster Software ganz leicht retuschiert. Wäre es ein Passbild mit biometrischen Anforderungen, würde es mehr Kontrast bekommen – und das Bild ginge als Datensatz direkt ans Rathaus, damit die Kundin einen neuen Personalausweis ohne ausgedrucktem Foto leichter beantragen kann.

So weit ist es aber in Solingen noch nicht – und in anderen Kommunen auch nicht. Als Partner des Bundesinnenministeriums ist die Stadt Solingen seit gestern Pilotkommune des Bundes für die digitalen Wege bei der Ausweiserstellung, berichtet Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU), der in seinem Ressort auch für das Einwohnermeldewesen zuständig ist.

Mit im Boot sitzt die IT-Abteilung der Stadt. Dirk Wagner erklärt, es gehe jetzt darum, die Wege zu bestimmen, wie sensible Daten sicher zwischen Antragstellung und Ausgabe des Passes übermittelt werden können. Einfach werde der Prozess aber nicht: „Es müssen hohe Hürden für die Sicherheit aufgestellt werden“, erklärt Wagner. Und im Prinzip muss alles im kommenden Jahr stehen, weil es das Onlinezugangsgesetz verlangt. Daher sei das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes in die Entwicklung eingebunden. Jetzt zahle sich aus, dass Solingen bei der Entwicklung der Zukunft als „Smart City“ bereits eng mit dem Bund zusammenarbeite.

Stadt muss für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen

Zugleich müsse die Stadt aber auch für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen, sagt Wagner. Das heißt: Professionelle Fotografen für Passbilder sollen alle die Chancen auf einen Zugang zum System erhalten. Wenn Solingen das gut umsetzt, werden die Ergebnisse aus der Pilotkommune anderen Städten zur Verfügung gestellt. Am Ende des Prozesses soll stehen, dass ein etwa bei Flic-Flac gemachtes Passfoto direkt und nur im zuständigen Rechner im Rathaus landet, um von den Sachbearbeitern individuell für die neuen Pässe eingesetzt zu werden.

Waldemar Gluch, der Ehemann von Suzanne Claire Bargheer Gluch, verweist darauf, dass ihr Unternehmen für Fotoarbeiten mit 35 000 Euro für das Gerät eines Spezialisten aus Jena sehr viel Geld in die Hand genommen habe, um sich dem kommenden Wettbewerb frühzeitig zu stellen.

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