Sicherheitsbedenken

Hohlräume unter Parkplatz in Wuppertal: Spur der A46 vorsorglich gesperrt

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Unterhalb eines geparkten Polo hatte der Boden nachgegeben. Das wurde am Samstag entdeckt. 

WUPPERTAL Nach dem Absacken des Bodens auf einem Parkplatz am Deutschen Ring in Wuppertal ist der Landesbetrieb vorsichtig. Die Straße und auch eine Spur der A46 sind gesperrt.

Update:

Straßen.NRW hat vorsorglich eine Spur der A46 im Bereich Deutscher Ring (Varresbeck) gesperrt. Der Landesbetrieb reagiert damit auf den Vorfall vom Wochenende bei dem der Boden auf dem Parkplatzes eines Logistikunternehmens in dem Bereich abgesackt ist. Die Stadtwerke untersuchen derzeit noch fieberhaft das Gebiet, um die Ursache zu ermitteln.

Auch die Straße Deutscher Ring ist noch immer auf einer Länge von rund 200 Metern gesperrt und WSW-Sprecher Holger Stephan sagt: „Das wird auch noch etwas länger so bleiben.“ Die Sperrungen bleiben bestehen, bis ein Sicherheitsrisiko ausgeschlossen werden kann. neuk

Unser Artikel vom 2. Dezember - Von Andreas Boller

Auf dem Parkplatz eines Logistikunternehmens am Deutschen Ring in Wuppertal-Varresbeck ist der Boden abgesackt. Dort ist ein VW-Polo geparkt, dessen linkes Hinterrad in der Luft hängt. Es kamen keine Personen zu Schaden. Nach ersten Untersuchungen durch den Notdienst der Wuppertaler Stadtwerke wurde die Straße auf einer Länge von 100 Metern vorsichtshalber gesperrt. Der Deutsche Ring war zunächst am Abend wieder für den Verkehr freigegeben, wurde aber wegen Sicherheitsbedenken der Stadtwerke auf einem Teilstück im Bereich der Spedition Schenker gesperrt.

Stadtwerke haben mehrere Hohlräume per Kamera entdeckt

Probleme mit dem Untergrund sind in Wuppertal keine Seltenheit. Erst im März dieses Jahres mussten an der Straße Beyeröhde mehrere Häuser geräumt werden, weil der Untergrund nachgegeben hatte.

„Unsere Mitarbeiter haben am Deutschen Ring eine Kanalkamera eingesetzt und damit gleich mehrere Hohlräume im Untergrund entdeckt“, sagt Stadtwerkesprecher Holger Stephan. Vorsichtshalber sei die Straße deshalb zum Teil gesperrt worden.

Gestern machte sich ein Geologe ein Bild von der Situation in diesem Bereich. Die WSW gehen davon aus, dass die Ursache in der Beschaffenheit des Untergrundes liegt, da mit der Kanalkamera verschiedene Hohlräume im Untergrund entdeckt wurden. Bei einem Wasserschaden durch eine undichte Leitung wäre von einem einzigen großen Hohlraum auszugehen, so Holger Stephan.

Der Untergrund ist an einigen Stellen löchrig wie ein Käse

Das Thema Dolinen wird im Wuppertaler Stadtgebiet vor allem auf den Barmer Osten bezogen. Die Straße „Zu den Dolinen“ ist ein Hinweis darauf, dass die Stadt auf einem besonderen Untergrund steht. Und in Langerfeld (Ehrenberger Straße, Fleute oder an der A 1) gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Zwischenfälle, bei denen Gebäude absackten, wobei zum Teil erheblicher Sachschaden entstanden ist.

HINTERGRUND

VARRESBECK Im jetzt betroffenen Bereich liegen zahlreiche Industriebetriebe. Die Straße in dem Bereich ist gerade an Werktagen sehr stark frequentiert, weil sie auch das benachbarte Industriegebiet erschließt. Der betroffene Parkplatz liegt in der Nähe der Spedition Schenker. „Die Zufahrt zum Haupttor der Spedition ist aber frei“, betont Holger Stephan von den Stadtwerken.

BEYERÖHDE Bei den Schäden an den Häusern der Beyeröhde im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld hatte ein Gutachten ergeben, dass ein undichtes Wasserrohr der Stadtwerke der Hauptgrund war. Das führte dazu, dass die Hohlräume in dem Dolinengebiet unterspült wurden. Meist ist es eine Kombination mehrerer Ursachen, die in Wuppertal zu „Bergschäden“ führen.

In einem Interview nach dem Zwischenfall an der Beyeröhde hatte Hubert Leonard Nobis, Abteilungsleiter des Ressorts Umweltschutz, erklärt: „Das Kalksteingebiet ist verkarstet, das bedeutet, es hat sich teilweise gelöst. Dabei sind Hohlräume entstanden, die teilweise verplombt wurden, durch lockeres Material wie Lehm. Wenn der Lehm durch Niederschläge aufweicht und weggespült wird, entsteht eine Mulde. Manchmal gehen auch richtige Löcher von zwei bis drei Metern Tiefe auf.“ Tückisch sei, dass nicht bekannt sei, wo sich die Hohlräume befinden. Gebiete, in denen schon ein Erdfall aufgetreten ist, werden kartiert. Massenkalkzüge sind nicht automatisch Dolinengebiete, es können aber Erdabsackungen auftreten – auch wenn es an einer Stelle bisher noch keine gegeben hat.

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